Silberling der Woche

Jede Woche verleihen wir ihn neu: den Silberling der Woche. Unter zig frischen Silberlingen, die jede Woche auf den Markt kommen, auserwählt nach einem bestimmten Regelwerk. Zum Silberling kann ein Album nur in der Woche der Veröffentlichung werden oder eine Woche davor oder danach. Bei der Auswahl achten wir auf die „gesunde“ Mischung. Jeder Style ist möglich. Der „Nachwuchs“ kommt ebenso zum Zuge wie die „Großen“. Im Westen ist der Silberling seit Herbst 2001 tägliches Programmelement bei den CampusRadios NRW und den PartnerRadios.

Silberling der Woche 25/2004

Albumcover

Winson
So sah die Zukunft aus

Win-son, gebürtig: Markus Daniel Jürgen Winson, für Freunde: Winsone.
Der gute Mann Lebt seit acht Jahren in Berlin Kreuzberg und kommt eigentlich aus Frankfurt an der Oder.
Dass er sich mittlerweile so anhört wie ein echter Berliner liegt daran, dass der Gute eines Tages einem Herrn Namens Arnim Teuteburger-Weiß übern weg lief, der ja seineszeichens Sänger der famosen Beatsteaks ist. Beide teilten sich einige Zeit lang gemeinsam eine Wohnung und arbeiteten zusammen in der gleichen Kneipe hinter der Theke.
In diesem Kontext sind dann auch die ersten Stücke für Winsons Album entstanden. Winson begleitete die Beatsteaks auf der letzten Tour mit der Kamera und drehte einen Film für die Band. Wann immer er dabei Zeit hatte fing er an auf der Klampfe herumzubastelten. Das Resultat kann man sich nun endlich auf Winsons CD "So sah die Zukunft aus" anhören. Wieder zu Hause in Berlin angekommen ging die Arbeit weiter am heimischen Computer - mit nur einem Mikro. Den finalen Feinschliff erledigte dann niemand geringeres als O.L.A.F. Opal, der schon für Bands wie Slut, Readymade oder Naked Lunch hinter den Reglern stand.

Nun aber hinein in Winsons liebevolle, verquere kleine Welt. Winsons ist eine Art Collage aus allen möglichen musikalischen Stilrichtungen. Da wären z.B. Ragga, Rock, Dub und Rap. Doch das Dach über allem, quasi das Grundgebilde, bildet die Minimal-Elektronik.
Textlich muss man zuerst einmal erwähnen, dass Winson ein großer Trio Fan ist. Stilistisch sind viele Texte somit eine Verbeugung an die Helden der 80iger Jahre. Sehr schlicht und einfach, meist nur aus wenigen Wörtern bestehend, aber keineswegs dumm! Auch denjenigen die sich nach Winsons erster Single "Wovon Lebt eigentlich Peter?" dachten "hier ist wieder ein neuer deutscher Blödelbarde" werden enttäuscht. Denn zum einen ist Peter wirklich existent und ein Freund Winsons und zum zweiten bietet dieses Album auch schöne Texte über die Dinge des Alltags. Mal mit mehr, mal mit weniger Text, doch immer nachvollziehbar!

Jeder, der nun nach dem ersten Hören ein wenig irritiert ist, kann ich nur ans Herz legen sein Album öfter zu hören. Denn diese Scheibe entdeckt man nicht beim ersten Hören, es braucht seine Zeit bis man vieles versteht. Trotzdem oder gerade darum, ist dieses Album aber definitiv eins der Sommeralben 2004! Und zu allem Überfluss sind auch noch fast alle Songs absolut zum Tanzen geeignet! Und das wird Winson in diesem Jahr sicherlich noch das ein oder andere mal unter Beweis stellen, wenn er sich live mit seiner Band auf die Bretter begibt, die die Welt bedeuten und euch das auf die schnelle Tour beibringen!

(Oliver Sauer, OSradio)

Artist: www.clubwinson.de
Label: www.V2music.de

Anspieltipps

  • Track 2 "Liebeskummer is´ Luxus"
  • Track 5 "In die Augen"
  • Track 4 "Sag ja"
  • Track 5 "A Ecke O"
  • Track 3 "Wovon Lebt eigentlich Peter?"

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