Silberling der Woche

Jede Woche verleihen wir ihn neu: den Silberling der Woche. Unter zig frischen Silberlingen, die jede Woche auf den Markt kommen, auserwählt nach einem bestimmten Regelwerk. Zum Silberling kann ein Album nur in der Woche der Veröffentlichung werden oder eine Woche davor oder danach. Bei der Auswahl achten wir auf die „gesunde“ Mischung. Jeder Style ist möglich. Der „Nachwuchs“ kommt ebenso zum Zuge wie die „Großen“. Im Westen ist der Silberling seit Herbst 2001 tägliches Programmelement bei den CampusRadios NRW und den PartnerRadios.

Silberling der Woche 03/2014

Cover: Warpaint - Warpaint

Warpaint
Warpaint

Warpaint weben auf ihrem selbstbetitelten Zweitwerk dichte Soundteppiche, die sich sanft an den Hörer schmiegen und zeigen, dass Warpaint sogar sphärischer, halliger und psychodelischer können, als auf ihrem Debütalbum "The Fool". Die Band um Frontfrau Emily Kokal verliert sich dabei aber manchmal in ihrer eigenen Verspieltheit und erschwert dabei den flüchtigen Zugang. Eine Platte mit Potenzial fürs langsame Warmwerden - weniger für eine direkte Offenbarung.

Schon die erste Single macht eine Beschreibung nicht gerade einfach: Hypnotisch, sich langsam steigernd, dann fast ein wenig flehend, wehleidig, dies alles passt zu "Love Is to Die", das letztlich noch am ehesten Hit-Charakter mitbringt. Zusammen mit "Keep It Healthy" entwickelt sich allenfalls eine leichte Anfangsdynamik in den ersten Zügen des Albums, die in der Folge merklich abnimmt - auch, um den ruhigen Klängen deutlich mehr Raum zur Entfaltung zu geben.
 
Dabei haben Warpaint sich ihre gelegentlichen Ausbrüche, wie noch auf der Debüt-EP "Exquisite Corps" zu hören, fast gänzlich abgewöhnt. Dies kann, je nach Erwartung als Manko interpretiert werden, oder eben als Ausdruck des eher jam-artigen Songwriting-Anspruchs, den Warpaint für sich selbst formuliert haben.
 
Sie lassen sich treiben, mäandern scheinbar ziellos durch weite Teile der Platte ("Teese", "CC"), um dann doch überraschende Wendungen zu vollziehen ("Drive"), die sich aber konsequent in die vorher etablierten Strukturen einpassen. Zurückgenommene Gitarren und präsente, groovig bis düstere Bassläufe umhüllen dabei Emily Kokals Stimme, die sich mit aller Leichtigkeit durch den dichten Sound und die vielstimmigen Gesänge ihrer Kolleginnen schlängelt. Immer leicht effektverzerrt, gleichzeitig sphärisch und hypnotisierend.
 
"Warpaint" ist dabei eine konsequente Weiterentwicklung des innovativen Sounds, der schon beim Debüt in 2010 dazu führte, dass die vier Kalifornierinnen zur großen Neuentdeckung alternativer Musikliebhaber wurden. Die Platte unterstreicht derlei Einordnungen nicht freiwillig, auch weil sie nur den aufmerksamen Hörern belohnt, der sich auch wirklich auf dieses Post-Punk-Experiment einlassen will. (Paul Crone, eldoradio*)

 
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Anspieltipps

Love Is To Die, #3
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CC, #10
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Keep It Healthy, #2
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Hi, #4
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Drive, #11
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