Silberling der Woche

Jede Woche verleihen wir ihn neu: den Silberling der Woche. Unter zig frischen Silberlingen, die jede Woche auf den Markt kommen, auserwählt nach einem bestimmten Regelwerk. Zum Silberling kann ein Album nur in der Woche der Veröffentlichung werden oder eine Woche davor oder danach. Bei der Auswahl achten wir auf die „gesunde“ Mischung. Jeder Style ist möglich. Der „Nachwuchs“ kommt ebenso zum Zuge wie die „Großen“. Im Westen ist der Silberling seit Herbst 2001 tägliches Programmelement bei den CampusRadios NRW und den PartnerRadios.

Silberling der Woche 22/2002

Albumcover

Trashmonkeys
Clubtown

Noch vor ein paar Jahren hätte man den Stil der Trashmonkeys wohl als „Oldschool“ bezeichnet. Doch seit sich Bands wie The Strokes, The (International) Noise Conspirancy, Black Rebell Motorcycle Club und The Hives in Millionen Herzen gespielt haben, erscheint ihr Kick Ass Rock´n´Roll moderner und angesagter den je.
Als Supportacts für The Hellacopters, The Cramps und eben The Hives konnten sie sich seit ihrer Bandgründung 1996 schon eine beachtliche Fangemeinde erspielen, die die besondere Qualität dieser Band für sich entdeckt hat:
Es ist diese abgefuckt-coole Mischung aus 60s Garage Punk, late 70s Rock und Rhythm&Blues, der den Gehörgang ordentlich durchbürstet, die Beine in Bewegung bringt und den dringenden Wunsch aufkommen lässt, diese Band, die übrigens aus Bremen kommt, einmal live zu sehen.

Gleich die Anfangsklänge des ersten Tracks „Sundays“ zeigen dem Hörer, wo es langgeht: Hammond-Orgel. Selten wurde auf diesem Instrument so virtuos gerockt wie von Anders Becker, der auf diesem, zweitem Album als Gastmusiker anstelle des eigentlichen Trashmonkeys-Organisten Offer Stock die Finger über die Tasten fliegen lässt, kombiniert mit dem rifflastigen Gitarrenspiel des Sängers Andreas Wolfinger, dem fetten Bass von Daz Riedel und Gunnar Riedel am Schlagzeug werden die Songs der Trashmonkeys zu einer explosiven Mischung.

Nachdem der geneigte Hörer mit den ersten beiden Songs richtig in Schwung gebracht wurde, folgt mit „Looking Away“ ein etwas ruhigeres Stück, welches im Refrain sehr an das legendäre „Light My Fire“ der Doors erinnert. Die Überlegung, ob man sich hierüber freuen oder ärgern sollte wird dann aber schon beim nächsten Track, dem eben so schnellen wie kurzem „Nobody“, verschoben, denn zum Ärgern lässt dieses Album einfach keinen Platz. Zu sehr merkt man den Musikern ihre Spielfreude an, um beim Hören ihrer Musik irgendwelchen schlechten Gedanken nachzuhängen.

Und, um auf den anfangs erwähnten Wunsch zurückzukommen gibt’s nach dem Verklingen des letzten Songs „Fooling“ eigentlich nur zwei Dinge zu tun: Erforschen, wann die nächste Möglichkeit besteht, die Trashmonkeys live zu sehen und beim CD-Player erneut die „PLAY“-Taste drücken...

(Text: Markus Lechner, Q 90.9 Münster)

HOMEPAGE: www.trashmonkeys.com / LABEL: www.acidjazz.co.uk/

Anspieltipps

  • MO: Nobody Else (Track 2)
  • DI: Got You Now (Track 9)
  • MI: Sundays (Track 1)
  • DO: I’m A Man (Track 7)
  • FR: In Her World (Track 10)

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