Silberling der Woche

Jede Woche verleihen wir ihn neu: den Silberling der Woche. Unter zig frischen Silberlingen, die jede Woche auf den Markt kommen, auserwählt nach einem bestimmten Regelwerk. Zum Silberling kann ein Album nur in der Woche der Veröffentlichung werden oder eine Woche davor oder danach. Bei der Auswahl achten wir auf die „gesunde“ Mischung. Jeder Style ist möglich. Der „Nachwuchs“ kommt ebenso zum Zuge wie die „Großen“. Im Westen ist der Silberling seit Herbst 2001 tägliches Programmelement bei den CampusRadios NRW und den PartnerRadios.

Silberling der Woche 33/2003

Albumcover

The Thrills
So Much For The City

Eigentlich sind die vier Jungs aus Irland ganz normal: Keine Drogen, keine Groupie-Affären, und fast könnte man meinen, sie gehen brav um sieben ins Bett, damit sie am nächsten morgen wieder fit für die schule, oder das College sind!

Das denkt man sich allerdings nur solange, bis sie dann auf der Bühne stehen. Denn dann sieht man vier eher verwegene Jungs, die dem Rock’n’Roll alle Ehre machen. Eine Mischung aus Funpunk und The Cure!
Die Texte sind auf den ersten Blick einfache Liebeslieder, oder Lieder, die für den Urlaub sind. Aber bei näherem hinhören, wird man das Gefühl nicht los, dass die Thrills den amerikanischen Lifestyle verarschen wollen. In „I love you like las vegas“ singen sie über einen Typen, der die Liebe zu seiner Freundin mit dem verlorenen Glücksspiel vergleicht.
„Es geht uns alles gewaltig auf die Nerven.“ Sagt Bassist Daniel. „Wenn Du in Irland aufwächst, hörst du von allen Seiten: Geh nach Amerika. Da ist’s geil! DA kannst Du alles erreichen! Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten eben! Wann werden wir in Irland, oder überhaupt überall auf der Welt endlich wach? Amerika ist zwar groß, aber nicht das Paradies verdammt! Was die können, können wir auch. Und musikalisch sowieso.“

Die Thrills sind in einem Vorort von Dublin aufgewachsen, wo sie sich in der Schule trafen. Da die Eltern schon befreundet waren, kannten sich die Jungs auch schon seit sie denken können, aber die Band gründeten sie erst kurz vor Schulabschluss. „Unsere Eltern haben alle sehr viel Musik gehört. Wir finden es schade, dass heutzutage niemand mehr alte Musik hört. Was heißt überhaupt alt? Für viele ist ja schon ein zwei Jahre altes Lied ein richtiger Oldie. Für mich entwickelt sich Musik weiter, aber um sie zu verstehen, muss man doch die Wurzeln kennen.“ Daniel ist gerade 23.

Der Hype um die Thrills, der in der britischen Presse um das Quartett gemacht wurde war riesig. „Sensationell!“ - schrieb die bekannteste, und gefürchtete Musik-Klatschzeitung New Musical Express.
„das ist beängstigend.“, sagt Daniel. „Unser nächstes Album finden die vielleicht scheiße, und die Leute glauben das, ohne das Album je gehört zu haben. Das ist einfach total billige Meinungsmache.“

„So much for the city“ ist ein gelungenes Debut. Zwar noch an manchen Stellen melodisch unreif, und zu viele Anlehnungen an The Cure, aber irgendwie erfrischend und eindeutig mit Mitsingcharakter.

(Anmerkung: die Interview-Schnipsel stammen aus einem Gespräch, das die Autorin selbst mit der Band führte)

(Text: Amy Zayed, CampusRadios NRW)

BAND: www.thethrills.com

LABEL: www.virgin.de

Anspieltipps

  • Your Love Is Like Las Vegas (No 10)
  • Don´t Steel Our Sun (No 3)
  • Santa Cruz (No 1)
  • Old Friends, New Lovers (No 6)
  • Deckchairs And Cigarettes (No 4)

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