Silberling der Woche

Jede Woche verleihen wir ihn neu: den Silberling der Woche. Unter zig frischen Silberlingen, die jede Woche auf den Markt kommen, auserwählt nach einem bestimmten Regelwerk. Zum Silberling kann ein Album nur in der Woche der Veröffentlichung werden oder eine Woche davor oder danach. Bei der Auswahl achten wir auf die „gesunde“ Mischung. Jeder Style ist möglich. Der „Nachwuchs“ kommt ebenso zum Zuge wie die „Großen“. Im Westen ist der Silberling seit Herbst 2001 tägliches Programmelement bei den CampusRadios NRW und den PartnerRadios.

Silberling der Woche 19/2013

Albumcover

The Child Of Lov
The Child Of Lov

Hört man einen Song von The Child Of Lov erwartet man vieles, aber nicht Cole Williams. Der 25-jährige Holländer klingt wie Cee-Lo Green, optisch verkörpert er genau das Gegenteil. Ein gelungener Überraschungseffekt: Brachte er seine ersten beiden Singles noch anonym heraus, posiert er jetzt umringt von Hamburgern, Ananas und trashigen Tieren auf dem eigens entworfenen Cover seines ersten Albums. Der Hype ist gemacht.

Vom ersten Titel an wird Williams Vorliebe für Funk- und Soulmusik deutlich. Deren musikalische Wurzeln adaptiert er neu und ergänzt sie durch Genre-Ausflüge in Hip Hop, Elektronika und Pop. So klingt es oft tatsächlich ein bisschen, als würden James Brown, Outkast und Gnarls Barkley aufeinandertreffen. Mag wohl auch daran liegen, dass Cole Williams Manager Trey Rames in großen Teilen schon für Gnarls Barkleys Erfolg verantwortlich war. 

Mögen die ersten der zehn Tracks des Albums an Abwechslungsreichtum zwar etwas zu wünschen übrig lassen, animieren sie doch stets ziemlich erfolgreich zum „Mitgrooven“. Der Opener „Call Me Up“ startet ruhig und beatlastig, darüber schmiegt sich Cole Williams irgendwo zwischen Kopfstimme und Quietsche-Ente an das entspannte Ambiente an. Das darauffolgende „Heal“ kommt dynamischer daher und lässt Williams Potenzial als Funksänger erahnen. „Go With The Wind“ hingegen fordert mit seinen nicht enden wollenden Schleife, in der sich der Refrain in die Höhe schraubt, etwas zu viel. Erst „Owl“ schafft es, sich deutlich von bereits ausgeschöpften Ideen abzuheben. Eine orientalisch anmutende Melodie schlängelt sich durch den Song, der dank des Gastauftritts vom amerikanischen Rapper MF Doom in den Hip-Hop der Achtziger abtaucht.

In „Fly“ verfolgt Williams dann den elektronischeren Ansatz seines Funks weiter. Und selbst der Abschlusstrack „Give It To The People“ integriert sich mit seiner eingängigen Popattitüde und seinem Reggaefeeling harmonisch ins Gesamtwerk. The Child Of Lov schafft es, sich auf seinem Debütalbum mit seinem eigenen, unverkennbaren Stil zu positionieren. Kunstvoll entwickelt er sein Verständnis von Soul und Funk, in das sich artfremde Richtungen wie von selbst einzufügen scheinen. (Jana Brauer, CT das radio)

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Anspieltipps

Heal, #2
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Give Me, #5
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Owl, #7
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Fly, #8
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Give It To The People, #10
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