Silberling der Woche

Jede Woche verleihen wir ihn neu: den Silberling der Woche. Unter zig frischen Silberlingen, die jede Woche auf den Markt kommen, auserwählt nach einem bestimmten Regelwerk. Zum Silberling kann ein Album nur in der Woche der Veröffentlichung werden oder eine Woche davor oder danach. Bei der Auswahl achten wir auf die „gesunde“ Mischung. Jeder Style ist möglich. Der „Nachwuchs“ kommt ebenso zum Zuge wie die „Großen“. Im Westen ist der Silberling seit Herbst 2001 tägliches Programmelement bei den CampusRadios NRW und den PartnerRadios.

Silberling der Woche 50/2011

Albumcover

The Black Keys
El Camino

Egal ob Soul, Boogie, Hip Hop, Glamrock oder einfach nur Rock, alles was die Black Keys in den letzten Zehn Jahren auf den Markt gebracht haben, lässt sich auf den Blues zurück führen. Das ist natürlich eine relativ nutzlose Aussage, weil sich letztendlich alles auf dieser Welt auf den Blues zurückführen lässt. Das wissen auch Dan Auerbach und Patrick Carney. Die beiden Musiker aus Akron, Ohio haben kein Problem damit ihren Sound Album für Album zu modellieren, ohne dabei zu vergessen, den Hörer an die Wurzeln des Sounds zu erinnern. Seit neustem wohnt das Duo in Jack White´s (Fast-)Nachbarschaft in Nashville, Tennessee und steht hierzulande kurz vor dem Release ihres siebten Studioalbums und das klingt ähnlich wie Whites Machenschaften vor allem eines, rotzig und abgefuckt.

Mit Einflussreferenzen Cramps und The Clash im Rücken, versprüht „El Camino“ von Anfang bis Ende den Charme von Medium Fidelity, einer selbstgewählten Bezeichnung der Black Keys, die inzwischen nicht nur eine Produktionstechnik beschreibt, sondern wohl auch die Philosophie hinter der Herangehensweise an ihre Musik. Dabei geht es in erster Linie um die Symbiose von spröder Anmut und erhabener Schönheit. Elf Stücke lang bewegen bzw tanzen sich Schlagzeug und Gitarre selbstsicher durch die Möglichkeiten, die sich einem Duo eben nur bieten können. Dabei wird außerdem nie außer Acht gelassen, dass es kaum etwas wichtigeres gibt, als interessant und gewitzt auf den Punkt zu kommen, um den Hörer bei Stange zu halten. Wenn das Ganze dann auch noch über die komplette Albumlänge Sinn ergibt, umso besser.

Gesangstechnisch verlassen sich die Black Keys auf das, was schon seit ihrem Debüt „The Big Come Up“ von 2002 funktioniert: Dan Auerbachs Version von Soul, die sich nach wie vor wie die coolste Kopfstimme der Musikindustrie anhört. Das Stichwort cool, kann sowieso nicht häufig genug im Zusammenhang mit den Black Keys genannt werden. So schwammig und individuell auslegbar der Begriff auch ist, so gut beschreibt er die Haltung von Carney und Auerbach, als Musiker die sich von niemandem in die Suppe spucken lassen, auch nicht von Brian Joseph Burton, besser bekannt als Danger Mouse, der hier wie schon bei den beiden Vorgängern an der Produktion beteiligt war, und maßgeblich am Erfolg der Black Keys beteiligt ist.

Die Black Keys sind inzwischen eine echte Hausmarke, das 'wie und warum' sollte man vernachlässigen, und sich lieber auf Stücke wie „Hell of a season“, „Sister“, „Mind Eraser“ oder die Hitsingle „Lonely boy“ konzentrieren, die ähnlich wie "Tighten Up" an sympathischer und charmanter Eingängigkeit kaum zu überbieten ist.
 

Bei der Regelmäßigkeit der Veröffentlichungen (hier muss man nicht mal Projekte wie Drummer oder Blakroc mit einrechnen) hat man genug mit Hören zu tun, denn gerade in dem Moment wo man begreift wie außergewöhnlich gut und nachhaltig ein Album der Band ist, steht schon die nächste Veröffentlichung an. "El Camino" reiht sich hervorragend in dieses Muster ein.(Carlo Heinemann, hochschulradio düsseldorf)

Anspieltipps

  • Gold On The Ceiling
  • Little Black Submarines
  • Lonely Boy
  • Sister
  • Mind Eraser

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