Silberling der Woche

Jede Woche verleihen wir ihn neu: den Silberling der Woche. Unter zig frischen Silberlingen, die jede Woche auf den Markt kommen, auserwählt nach einem bestimmten Regelwerk. Zum Silberling kann ein Album nur in der Woche der Veröffentlichung werden oder eine Woche davor oder danach. Bei der Auswahl achten wir auf die „gesunde“ Mischung. Jeder Style ist möglich. Der „Nachwuchs“ kommt ebenso zum Zuge wie die „Großen“. Im Westen ist der Silberling seit Herbst 2001 tägliches Programmelement bei den CampusRadios NRW und den PartnerRadios.

Silberling der Woche 41/2002

Albumcover

Supergrass
Life On Other Planets

Die Spaßvögel von der Insel sind wieder da: Wenn Oasis für Skandale, Blur für verquere Song, Muse für Theatralik und Coldplay für Melancholie stehen, dann sind Supergrass definitiv die Comedians in der britischen Musikszene.
Immer wieder haben die Oxforder Humor und ein Händchen für Melodien bewiesen. So auch wieder bei „Life on other Planets“. Die vier Jungs, Keyborder Rob Coombes zählt mittlerweile als festes Bandmitglied, legen mit ihrem vierten Longplayer ein verdammt gutes Stück Popmusik vor.
Der Opener „za“ klingt irgendwie nach Sixities, aber keineswegs durchgekaut.

Es grenzt gerade an Genialität, wenn der Refrain immer wieder durch da gehauchte z-z-z-za verstärkt wird. Und kaum könnte am besser die Message rüberbringen: “Warum machen wir´s nicht einfach morgen könnte es zu spät sein?“.
Dieser Song zieht den Hörer förmlich in das Album, von Gitarrenriffs („rush hour soul“) hin zu den Pop-Perlen ( „seen the light“) vorbei an den Retro-Nummern („never done a thing like that“) hin zu den ruhigen Stücken („run“).

Die Songs beginnen bei Drogenerfahrungen („funniest thing“) und enden bei tieftraurigen Erkenntnissen, wie „Driving into the sun light/
I´ve been thinking about a better life/ There nothing left to delight in/ It´s a sign we ain´t got it right“ (aus „can´t get up“).

Besonders sticht aus diesem Potpourri „evening of the day“ hervor. Es dominieren die Gitarre und der Gesang und lassen unweigerlich mitswingen. Zum Refrain hin wird man wieder verspielter, fängt sich aber sofort in der Strophe. Dann irgendwann bekommt der Bass ein Solo und man driftet ab und fängt eine komplett neu Melodie an - schon abgefahren.
Es wiederholen sich in nahezu jedem Song elektronische Elemente, die aber so dezent gehalten sind, dass sie fast nicht auffallen. Und das sind die anderen Sphären, die laut Band titelgebend sind.

Abwechslung kennzeichnet diese Platte und trotzdem scheint sie eine Einheit zu sein, wie aus einem Guss.
Schnell hört man sich durch diese Platte, hat aber trotzdem danach kein Gefühl von „was das war´s schon“? So entdeckt immer wieder kleine Details, so zum Beispiel die „Tiergeräusche“ in „seen the light“, die einem vorher noch nicht aufgefallen sind und so macht es immer wieder Spaß das Album zu hören.
Ich habe das Gefühl Supergrass sind auf der Suche nach dem perfekten Popsong und sie sind verdammt nahe dran.

(Sandra Zapke, c.t. 96,9 Bochum)

HOMEPAGE: www.supergrass.com / LABEL: www.parlophone.co.uk

Anspieltipps

  • MO: grace (Track 9)
  • DI: za (Track 1)
  • MI: rush hour soul (Track 2)
  • DO: evening of the day (Track 6)
  • FR: seen the light (Track 3)

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