Silberling der Woche

Jede Woche verleihen wir ihn neu: den Silberling der Woche. Unter zig frischen Silberlingen, die jede Woche auf den Markt kommen, auserwählt nach einem bestimmten Regelwerk. Zum Silberling kann ein Album nur in der Woche der Veröffentlichung werden oder eine Woche davor oder danach. Bei der Auswahl achten wir auf die „gesunde“ Mischung. Jeder Style ist möglich. Der „Nachwuchs“ kommt ebenso zum Zuge wie die „Großen“. Im Westen ist der Silberling seit Herbst 2001 tägliches Programmelement bei den CampusRadios NRW und den PartnerRadios.

Silberling der Woche 22/2003

Albumcover

Stereophonics
You Gotta Go There To Come Back

Der walisische Drache faucht wieder: Die Stereophonics sind zurück. Neben
den Manic Street Preachers und dem Tiger Tom Jones gehören sie zum Besten was
Wales neben Schafen und einer komischen Sprache mit vielen Ws und Cs zu bieten
hat. Zwei Jahre nach ihrem letzten Album "Just enough education to perform"
veröffentlicht das Trio sein viertes Album "You gotta go there to come back".
Sänger Kelly Jones, Bassist Richard Jones und Drummer Stuart Cable kennen
sich bereits seit ihrer Kindheit und gründeten die Band Tragic Love Company.
Als sie 1996 den Namen in Stereophonics umänderten, abgeleitet von einem
antiquiertem Radio, konnte keiner ahnen wie erfolgreich diese Band einmal werden
wird. Man unterzeichnete einen Plattenvertrag beim damals noch jungen Label V2
Records und tourte mit The Who und den Manic Street Preachers. Das
Debütalbum "Word gets around" erschien 1997, schaffte es auf Anhieb in die Top 10 der
britischen Charts, und erhielt genauso wie die Single "Traffic" viel Lob von
der Presse. Nach dem Erfolg des Debütalbums wird die Band 1998 mit einem Brit
Award in der Kategorie "Best New Band of the Year" und einem Kerrang Award
als "Best New Band" ausgezeichnet. Das Jahr 1999 wird für die Stereophonics
ein einziger Triumph. Das Album "Performance und Cocktails" erscheint, stürmt
direkt Platz 1 der britischen Charts und markiert den endgültigen Durchbruch.
In Singapur mußte das Cover "entschärft" werden, und das obwohl man nur
küssende Pärchen sah. Die Geschichte besagt, dass man die Pärchen auseinander
schnippelte und sie Rücken an Rücken wieder zusammenklebte, was mehr als komisch
aussah. Es regnet Auszeichnungen, Awards für das beste Album, die beste Band
und die beste Live Band. Jeder der die Stereophonics bis dahin als
Eintagsfliege abgetan hatte, wurde eines Besseren belehrt.
Im Jahr 2000 kam es dann zu einer besonderen Kollaboration. Auf dem Album
"Reload" von Tom Jones sang man mit dem Tiger den alten Gassenhauer "Mama told
me not to come".

Als wäre das Verbot des Covers von "Performance and Cocktails" in Singapur
nicht schon genug gewesen, gibt es auch 2001 Ärger, diesmal allerdings wegen
des Albumtitels. "Just enough education to perform" soll das Album heißen,
kurz "J.E.E.P." und das fand natürlich ein bestimmter Autohersteller gar nicht
lustig.

Das neue Album hat auch wieder einen interessanten Titel "You gotta go there
to come back". Und der Titel steht für etwas, dass wohl schon jeder
durchgemacht hat, nämlich durch Tiefen gehen und sich selbst verlieren um dann wieder
zu seinem Leben zurückzufinden. Genau das drücken viele der Songs auf dem
Album aus.

Besonders auffällig ist, wie bei allen walisischen Künstlern, die Stimme von
Frontmann Kelly Jones. "Maybe it´s in the water" antwortete einmal Drummer
Stuart auf die Frage, warum alle walisischen Künstler so eine gewaltige Stimme
hätten. Da scheint tatsächlich was dran zu sein. Man denke nur an Tom Jones,
der mit seiner Stimme alles an die Wand singt.

Und so entläßt mich "You gotta go there to come back" in eine Nacht, die ich
auf der Arbeit verbringe. Der Computer ist auch schon abgestürzt und hat
diesen Text komplett verschlungen. Aber irgendwie ist das gar nicht mehr so
schlimm, denn das Album hat mich schon durch sein Cover zum Lächeln gebracht und
so weiß ich, dass ich auch den Rest dieser Nacht noch durchstehen werde. Na
und mit Kelly Jones kann ich heute stimmlich allemal mithalten, und das ganz
ohne walisisches Wasser.

(Text: Katrin Jungmann, c.t. das Radio)

KÜNSTLER: www.stereophonics.com / LABEL: www.v2music.com

Anspieltipps

  • "Madame Helga", Track 3
  • "Maybe Tomorrow", Track 2
  • "Climbing the wall", Track 6
  • "Nothing precious at all", Track 9
  • "Since I told you it´s over", Track 13

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