Silberling der Woche

Jede Woche verleihen wir ihn neu: den Silberling der Woche. Unter zig frischen Silberlingen, die jede Woche auf den Markt kommen, auserwählt nach einem bestimmten Regelwerk. Zum Silberling kann ein Album nur in der Woche der Veröffentlichung werden oder eine Woche davor oder danach. Bei der Auswahl achten wir auf die „gesunde“ Mischung. Jeder Style ist möglich. Der „Nachwuchs“ kommt ebenso zum Zuge wie die „Großen“. Im Westen ist der Silberling seit Herbst 2001 tägliches Programmelement bei den CampusRadios NRW und den PartnerRadios.

Silberling der Woche 44/2013

Cover: Son Lux - Lanterns

Son Lux
Lanterns

 Son Lux liefert auf seinem Drittwerk "Lanterns" knapp eine Dreiviertelstunde experimentellen Pop mit viel elektronischem Anklang, das ein wunderbar ambivalentes Gefühl beim Hörer zu hinterlassen vermag - wenn man sich darauf einlässt. Ein Album zwischen aufbrausend und ruhig, verspielt und minimalistisch. Wen die Komplexität dieser Kombination abschreckt und wer sich abwendet, verpasst sicherlich etwas.

 
Dem einen oder anderen dürfte Son Lux als ein Kollaborationskollege von Sufjan Stevens im gemeinsamen Projekt S/S/S ein Begriff sein. "Lanterns" merkt man den Einfluss des Detroiter Musikers Stevens anfangs doch fast zu sehr an. Gleich die ersten Takte des Openers "Alternate World" weisen fast offensichtliche Parallelen zum Werk des Kollegen auf. Gleich die flatternden, zittrigen Flöten in Kombination mit sphärischen Gesang kennt man exemplarisch schon bei Sufjan Stevens 2005er Album "Illinoise" und dessen Opener "Concerning the UFO Sighting Near Highland, Illinois".
 
Nach dem Opener überzeugt "Lost It To Trying" mit opulenten Streichern, einem frickeligen Feuerwerk aus allerlei Synthies und Hörnern und einem Wechselspiel aus Schlagzeug und Drum-Computer, garniert mit Flötenklängen. In der Folge fordert "Easy" den Hörer dann doch deutlich mehr; mit plärrendem Saxophon und leiernden Synthies, die in ihrer Komplexität perfekt den gemächlichen Beat konterkarieren.
 
Am meisten Tempo legt dann "No Crimes" vor: Mit treibenden Drums sowie einem Zusammenspiel von hektischen Streichern, choralen Gesängen und wabernden Bässen erzeugt es dabei eine enorme Dynamik. "Pyre" zeugt anfangs hingegen eher von der ruhigeren Seite von Son Lux Arbeiten, um dann mit noch düsteren verzerrten Bässen jegliche Ruhe einfach wegzublasen. Gerade diese Extreme brauchen Wirkungszeit, weswegen mehrfaches Hören nötig wird. Und wer dann nicht überzeugt ist, für den gibt es bereits zwei Reworks von "Easy" (mit Rapper Busdriver) und "Lost It To Trying" (hier in der "Mouths Only Lying"-Version). Son Lux fordert damit erneut zum "sich darauf einlassen" auf, man sollte es sich also nicht allzu bequem machen. Doch das ist glücklicherweise auch nicht der Anspruch, den das Album an den Hörer stellt. (Paul Crone, eldoradio*)

 
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Anspieltipps

Lost It To Trying, #2
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Easy, #4
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Alternate World, #1
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Pyre, #6
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No Crimes, #5
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