Silberling der Woche

Jede Woche verleihen wir ihn neu: den Silberling der Woche. Unter zig frischen Silberlingen, die jede Woche auf den Markt kommen, auserwählt nach einem bestimmten Regelwerk. Zum Silberling kann ein Album nur in der Woche der Veröffentlichung werden oder eine Woche davor oder danach. Bei der Auswahl achten wir auf die „gesunde“ Mischung. Jeder Style ist möglich. Der „Nachwuchs“ kommt ebenso zum Zuge wie die „Großen“. Im Westen ist der Silberling seit Herbst 2001 tägliches Programmelement bei den CampusRadios NRW und den PartnerRadios.

Silberling der Woche 30/2009

Albumcover

Sights And Sounds
Monolith

Der Name „Monolith“ passt recht gut zu unserem Silberling der Woche, denn die Kanadier Sights And Sounds haben damit einen wirklichen Brocken veröffentlicht. Hierzulande erscheint das Ding via Redfield Records, während die Band in ihrer Heimat bei Smallman Records untergebracht ist. Wer mit dem Namen Sights And Sounds nichts anfangen kann, dem sei gesagt, dass es sich um eine so genannte All-Star-Combo handelt, die in ihren Reihen Mitglieder der Bands Comeback Kind, Sick City (beide ebenfalls bei Smallman Records) und Figure Four beheimatet.

Einen großen Wiedererkennungswert hat natürlich das Organ von Sänger und Gitarrist Andrew Neufeld, ansonsten sind die Ähnlichkeiten zu Comeback Kid aber eher marginal. Natürlich sind auch Sights And Sounds irgendwie im Hardcore verwurzelt, die Band macht auf ihrem Album aber zusätzlich noch eine Menge andere Einflüsse geltend. Es ist Musik, die sich Zeit lässt, damit sich die einzelnen Ideen dementsprechend entfalten können, und besonders die ruhigeren Passagen tragen zum äußerst intensiven Gesamteindruck bei. Die vier Musiker haben ein fast schon unverschämtes Gespür für Atmosphäre und schaffen es problemlos, diese über die komplette Albumlänge beizubehalten.

Gerade das stellt die Besonderheit von „Monolith“ da: Viele Bands, die sich sonst im Grenzgebiet zwischen Postrock, Hardcore und Indie betätigen, versalzen ihre Suppen durch Überambitionen im Songwriting, oder weil sie ständig unter Beweis stellen wollen, was für technisch versierte Instrumentalisten sie sind. Sights And Sounds hingegen verlassen sich auf ihren Instinkt und schaffen auf diese Weise Songs, die einen ganz ohne die Zuhilfenahme von Bauerntricks überwältigen. Stücke wie „The Clutter“, „The Furthest Truth“ oder „Sorrows“ vermitteln eine tiefgehende Emotionalität, die an Bands wie Cave In oder Rival Schools erinnert – Musik, die den Kopf des Hörers nicht so schnell wieder frei gibt. Es ist wirklich schwer zu glauben, dass es sich hierbei um ein Debütalbum handeln soll, aber tatsächlich hat die Band vorher nur eine sechs Songs umfassende, selbstbetitelte EP veröffentlicht. Man kann nur hoffen, dass es nicht dabei bleibt, und sollte sich jetzt schon mal die Termine der im Herbst stattfindenen Europatour in den Kalender eintragen. (Lars Koch, hochschulradio düsseldorf)

Anspieltipps

  • “The Clutter”, #04
  • "Pedal Against The Wind", #07
  • “Borderlines”, #10
  • “Sorrows”, #01
  • „The Furthest Truth“, #06

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