Silberling der Woche

Jede Woche verleihen wir ihn neu: den Silberling der Woche. Unter zig frischen Silberlingen, die jede Woche auf den Markt kommen, auserwählt nach einem bestimmten Regelwerk. Zum Silberling kann ein Album nur in der Woche der Veröffentlichung werden oder eine Woche davor oder danach. Bei der Auswahl achten wir auf die „gesunde“ Mischung. Jeder Style ist möglich. Der „Nachwuchs“ kommt ebenso zum Zuge wie die „Großen“. Im Westen ist der Silberling seit Herbst 2001 tägliches Programmelement bei den CampusRadios NRW und den PartnerRadios.

Silberling der Woche 50/2013

Cover: Sea Wolf - Old World Romance

Sea Wolf
Old World Romance

 

Ein eindeutiger Beweis, wie wenig Sinn es für Musiker macht, die Veröffentlichung auf dem deutschen Musikmarkt künstlich zu verzögern, ist das dritte Album der kalifornischen Band Sea Wolf. Im Falle von "Old World Romance" sollte man zwar dankbar sein, dass die Platte mit einjährigem Verzug doch noch in Good Old Germany erscheint. Die Tatsache, dass diese unaufgeregte, nahezu perfekte Indie-Perle aber ein ganzes Jahr für die Überquerung des Atlantiks gebraucht hat, regt dann schon zu Zweifeln an der Marketing-Strategie an. Aber hier gilt wohlwollend: Besser spät, als nie.
 
Denn was die Band um Mastermind Alex Brown Church mit "Old World Romance" abliefert, stimmt dann doch schnell versöhnlich: Eine zwar leicht melancholisch angehauchte, aber nicht tragende oder düstere Platte, auf der die Band Charakter beweist, und es gleichzeitig schafft, die Sounds so variieren, dass keine Langeweile aufkommt. Sie vereint schöne Abwechslung zwischen Uptempo ("Kasper", "Miracle Cure") und Midtempo ("Dear Fellow Traveller") und erzeugt an jeder Stelle eine angenehme Dynamik. Insgesamt bekommt man hier eine Mischung aus Folk, Indie und Singer-Songwriter geliefert; leicht bekömmlich und bis auf leichte Variationen in der Instrumentierung mit wenigen musikalischen Überraschungen.
 
Deswegen gelingt die Platte auch sehr kurzweilig. Bei 10 Songs à dreieinhalb Minuten, also einer Laufzeit von 37 Minuten ist das auch geboten. Potenzial für mehr war auch da, denn Sea Wolf haben drei Songs, die es nicht geschafft haben als "Outtakes" zur freien Verfügung online gestellt (Link siehe unten). Größter Indikator für die Entstehungs-Verwandtschaft mit den letztendlichen Album-Tracks: Der Titeltrack selbst ("Old World Romance") hat es nicht auf das Album geschafft.
 
Die Entscheidung, das Album um die drei Tracks zu raffen, scheint dabei aber die richtige gewesen zu sein. Die "Outtakes" wirken letztlich doch punktuell zu fröhlich, um im Albenverbund ihren Platz finden zu können. Letztlich haben Sea Wolf also alles richtig gemacht, was Songwriting, Instrumentierung und Songauswahl angeht. Der Marketing-Komplettausfall sei damit gemildert - aber nicht komplett verziehen. (Paul Crone, eldoradio*)

 
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Anspieltipps

Dear Fellow Traveller, #8
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Kasper, #4
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Priscilla, #3
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Old Friend, #1
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Miracle Cure, #9
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