Silberling der Woche

Jede Woche verleihen wir ihn neu: den Silberling der Woche. Unter zig frischen Silberlingen, die jede Woche auf den Markt kommen, auserwählt nach einem bestimmten Regelwerk. Zum Silberling kann ein Album nur in der Woche der Veröffentlichung werden oder eine Woche davor oder danach. Bei der Auswahl achten wir auf die „gesunde“ Mischung. Jeder Style ist möglich. Der „Nachwuchs“ kommt ebenso zum Zuge wie die „Großen“. Im Westen ist der Silberling seit Herbst 2001 tägliches Programmelement bei den CampusRadios NRW und den PartnerRadios.

Silberling der Woche 22/2006

Albumcover

Say Anything
...Is A Real Boy

Bitte nehmen Sie Ihre Plätze ein, die Vorstellung beginnt gleich. Sekunden später fällt der Vorhang für das PopRock Album der Kalifornier Say Anything. Theater oder ein Konzert? Beides eigentlich, denn ursprünglich war die Platte "…is a Real Boy" als eine Rock-Oper geschrieben, mit einem Erzähler, einer Besetzung, und allem weiteren was so dazu gehört. Sie handelt von einer erfolgreichen Indie/Punk Rock Band namens Say Anything. Frontmann Max Bemis, ein introvertierter Sänger und Songwriter, gekennzeichnet von Depressionen und Ängsten, ist die Hauptfigur in diesem Stück. Eines Tages wird ein Fluch über ihn gelegt, der in beliebigen Situationen seine Ängste, Träume und Gedanken von seinen Lippen rutschen lässt. Was am Anfang sich als ein schlechtes Omen erweist, wird im Nachhinein zum Vorteil, der Say Anything zu einem Phänomen werden lässt. Bemis magische Kraft bringt ihm immer mehr Macht, so dass er sich zum Ende des Stückes nur noch "dem Mann" stellen muss. Er kämpft mit einem Song und der Einsicht dass man die Liebe nur akzeptieren kann, wenn man ihr Zugang gewehrt. Er sieht ein das er nicht mehr oder weniger als ein gewöhnlicher Mensch ist.

Das zweite Kapitel bildet die Platte "…was a Real Boy". Sie wurde ursprünglich als eine "AIDS Wohltätigkeitsplatte" aufgenommen, man hat aber den Release solange rausgezögert, bis Say Anything an Bekanntheit gewonnen haben, damit die Message möglichst viele erreicht. Die Thematik der zweiten CD beschreibt Teenager die auf der Suche sind, nach dem was sie sexuell und emotionell glücklich macht.
"Es ist nur ein Film" sagt man oft im Kino, doch diese Geschichten entsprechen der Wahrheit. Sänger Max Bemis, der gerade 22 Jahre alt ist, konnte sich jahrelang nicht von seiner Mutter trennen. Grund dafür war auch seine Krankheit, denn er leidet seit Jahren an Depressionen und Selbstzweifeln, muss ständig Medikamente nehmen.

Die Songs auf den beiden Cds sind eine ausgewogene Mischung aus Pop-Rock und Punk-Rock mit einer minimalen Prise an Emo. College-Radiofutter par excellence. Laute Gitarrenriffs mischen sich mit bittersüßen Melodien, die sich nach dem Schmerz des Sängers anfühlen. Eine verdammt gute Platte die man immer wieder auf Dauerschleife laufen lassen kann. Und wenn wie bei jedem gelungenden Album die Geschichte zu Platte stimmt, dann kann nur noch etwas die Fokussierung auf den Frontmann Max Bernis etwas nerven. Aber wen interessiert das schon wenn die Songs rocken... (Martin Zalewski, hochschulradio düsseldorf)

Künster: http://www.sayanythingmusic.com | Label: http://www.redinkmusic.de

Anspieltipps

  • Alive With The Glory Of Love, CD1: 4
  • Yellow Cat (Slash) Red Cat, CD1: 5
  • Every Man Has A Molly, CD1: 9
  • Admit It!!!, CD1: 13
  • I Will Never Write An Obligatory Song…., CD2: 7

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