Silberling der Woche

Jede Woche verleihen wir ihn neu: den Silberling der Woche. Unter zig frischen Silberlingen, die jede Woche auf den Markt kommen, auserwählt nach einem bestimmten Regelwerk. Zum Silberling kann ein Album nur in der Woche der Veröffentlichung werden oder eine Woche davor oder danach. Bei der Auswahl achten wir auf die „gesunde“ Mischung. Jeder Style ist möglich. Der „Nachwuchs“ kommt ebenso zum Zuge wie die „Großen“. Im Westen ist der Silberling seit Herbst 2001 tägliches Programmelement bei den CampusRadios NRW und den PartnerRadios.

Silberling der Woche 13/2002

Albumcover

Puddle Of Mudd
Come Clean

Hallo Kinder- hier ist wieder Euer Kasperle! Seid ihr auch alle da? Heute möchte ich Euch nämlich die Geschichte von Rotkäppchen und Schwarzkäppchen erzählen- einer Geschichte von Hilfe und Freundschaft und dem unbändigen Willen sich den amerikanischen Traum zu erfüllen... Also, es wahr einmal- vor noch gar nicht so langer Zeit-, da war Rotkäppchen der König des amerikanischen Rockbiz; doch die Tage zogen ins Land ohne das sich der Souverän großartig um seine eigenen Talente kümmerte... Warum sollte er auch, schließlich verkaufte er sich gut und den Menschen war es offensichtlich egal, ob er sich ständig wiederholte oder nicht. Irgendwann jedoch fingen die Menschen an sich anderen „Leadern of Men“ zu zuwenden und unser Rotkäppchen wurd‘ als bald ganz einsam und traurig ob dieser Einsamkeit. Und da traf es sich für wahr vorzüglich als sich ein kleines Männchen mit einem manipulierten Backstage-Pass durch seine Leibgarde hindurchmogelte und Ihm eine kleines Demoband von sich überbrachte. Dieses kleine Männchen war Schwarzkäppchen und der König fand Gefallen an dem was er da hörte, so daß er sich dazu entschloß etwas gutes zu tun und dem kleinen Schwarzkäppchen zu helfen. Denn auch das Schwarzkäppchen war ganz fürchterlich alleine und niemand wollte Ihm so recht zu hören, obwohl er doch so viel zu sagen hatte. Und so lernten sich die beiden schätzen und lieben. Und aus lauter uneigennützer Hilfsbereitschaft begab es sich zu der Zeit, daß Rotkäppchen Schwarzkäppchen adoptierte und ihn mit ein paar weiteren 1A-Experten bekannt machte und wuppidu fertig waren Puddle of Mudd. Ja, ja so schnell kann es gehen- wirklich! Und als es für Rotkäppchen an der Zeit war einen Nachfolger für sein Königreich zu ernennen, machte er Schwarzköpfchen zu seinem Thronfolger und sie lebten glücklich bis an Ihr Lebensende...
So weit also zur Geschichte von Rotkäppchen Fred Durst und Schwarzkäppchen Wesley Reid Scantlin. Die Geschichte von Puddle Of Mudd’s Debutalbum „Come Clean“ ist dagegen viel unspektakulärer: „Come Clean“ ist ein überdurchschnittlich gutes Debütalbum einer weiteren Alternative-Rockband aus den USA. Und obwohl Scantlin & Co auf „Come Clean“ das Rad des Rock‘n‘Roll nicht gerade neu erfinden, weiß die Platte doch an fast allen Ecken zu gefallen. Mal abgesehen von ihrer Hit-Single „Control“, die mit der Zeile „I love the way you smack my ass...“ wohl unausweichlich in die Fußstapfen von Papa Roach‘s „Cut my life into pieces, this is my last resort“ treten wird, gibt es auf „Come Clean“ jede Menge tolle Musik. Der Sound der Platte bewegt sich hierbei zwischen Soundgarden, Pearl Jam, Alice In Chains und Nirvana, was nicht zu letzt auch an Produzent Andy Wallace liegen dürfte, der anno danno bereits bei Nirvana und Alice In Chains Hand anlegte. Allerdings wäre es ein bischen billig die Band nur auf Ihren Produzenten zu reduzieren. Denn vor allen Dingen Scantlin’s Stimme erinnert doch sehr an Kurt Cobain(z.B.: Tr.4) und das schad‘ ja auch nicht, woll?! Neben Scantlins Stimme und dem unglaublich treibendem Schlagzeug von Greg David Upchurch, das Vergleiche mit anderen Heroen des Grunge-Rocks- wie etwa Dave Grohl, Dave Ambruzzese oder Matt Cameron aufkommen läßt- überzeugt Puddle Of Mudd’s Musik durch simple und doch genial harmonische Hooks, die die Songs bereits beim zweiten oder dritten Hören zu wahren Ohrwürmern werden zu lassen ohne dabei zu nerven.
Herausheben möchte ich neben der Single „Control“(Tr.1) vor allen Dingen die Tracks „Blurry“(Tr.5), „Bring Me Down“(Tr.7), „Drift & Die“(Tr.2) und das balladeske „She Hates Me“(Tr.6), das sich verdammt nach Tripping Daisey’s „I Got A Girl“ anhört. Wollen wir bloß hoffen, das Puddle Of Mudd nicht zu einem ähnlichen One-Hit-Wonder werden wie Letztgenannte.

(Text: Felix Grimm, c.t. 96.9, Bochum)

BANDPAGE: www.puddleofmudd.de LABEL: www.motor.de

Anspieltipps

  • Mo.: bring me down (Tr.7)
  • Di.: drift & die (Tr.2)
  • Mi.: blurry (Tr.5)
  • Do.: she hates me (Tr.6)
  • Fr.: control (Tr.1)

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