Silberling der Woche

Jede Woche verleihen wir ihn neu: den Silberling der Woche. Unter zig frischen Silberlingen, die jede Woche auf den Markt kommen, auserwählt nach einem bestimmten Regelwerk. Zum Silberling kann ein Album nur in der Woche der Veröffentlichung werden oder eine Woche davor oder danach. Bei der Auswahl achten wir auf die „gesunde“ Mischung. Jeder Style ist möglich. Der „Nachwuchs“ kommt ebenso zum Zuge wie die „Großen“. Im Westen ist der Silberling seit Herbst 2001 tägliches Programmelement bei den CampusRadios NRW und den PartnerRadios.

Silberling der Woche 30/2007

Albumcover

Portugal. The Man
Church Mouth

"Church Mouth", das zweite Album von Portugal. The Man, ist, verglichen mit ihrem ersten Longplayer, ein deutlicher Rückschritt. Aber nur aus musikhistorischer Sicht. Die neuen Songs der Band aus Alaska klingen weniger nach dem progressive Rock des Vorgängers und orientieren sich mehr an den Siebziger Jahren. Die Platte setzt sich aus den Elementen Soul, Bluesrock sowie Funk zusammen und strotzt nur so vor kleinen Details die es bei jedem Durchlauf der Platte aufs neue zu entdecken gilt. Zwischen dem rhythmischen Grundgerüst der Songs ist immer noch Platz für eine Orgel, diverse Percussions oder ein E-Piano. Hinzu kommt noch, dass sich die Gesangsparts, die sich Sänger und Gitarrist John Gourley und sein Bass-Kompagnon Zachary Carothers, gegenseitig zuspielen, perfekt in die Songs einfügen.

An dieser Stelle sei auch noch kurz angemerkt, dass Letzterer seinen Bass live auf der Bühne mit mir bisher ungeahnter Inbrunst spielt und doch dabei butterweiche Töne aus seiner Kehle haucht. Alle Song auf dem Zweitwerk der Band sind auf den Punkt komponiert und gespielt, so dass jede Melodie zum Ohrwurm wird. Ein schönes Beispiel dafür ist die erste Zeile des Songs "Telling Tellers Tell Me". "Summer came and I lost my shoes" zusammen mit den „Uhhs“ und „Ahhs“ im Hintergrund und in Verbindung mit dem immer besser werdenden Sommerwetter geht tagelang nicht mehr aus dem Ohr.

Herrschten beim letzten Album "Waiter: "You Vultures!" eher noch vertrackte Songstrukturen, ging es der Band anscheinend dieses mal darum, ihre Lieder auf einer Grundidee aufzubauen, diese auszuformulieren und obendrein auch noch eine Botschaft zu transportieren. Portugal. The Man nähern sich mit Babyschritten dem Pop. "Church Mouth" ist als Konzeptalbum über Religion und vor Allem über die religiöse Rechte in den USA zu verstehen.

Kurzum könnte man behaupten, dass Portugal. The Man auf diesem Album um einiges weniger nach The Mars Volta klingen, mit denen sie in beinahe jeder Kritik zum ersten Album verglichen wurden, und wahrscheinlich des Öfteren alte Werke von Carlos Santana auf ihre Plattenteller verputzt haben. Sie scheinen sich vor dreißig Jahren in ihre Plattensammlung verlaufen zu haben. Und es muss dort ziemlich unübersichtlich sein. Bei diesem Kreuz-und-Rüben-Rock vom Rande der Welt. (Sebastian Witte, Radio Q)

VÖ: 20.07.2007

Künstler: http://www.portugaltheman.net | Label: http://www.defiancerecords.de

Anspieltipps

  • Shade, Track 5
  • Church Mouth, Track 1
  • Sugar Cinnamon, Track 2
  • The Bottom, Track 10
  • Dawn, Track 6

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