Silberling der Woche

Jede Woche verleihen wir ihn neu: den Silberling der Woche. Unter zig frischen Silberlingen, die jede Woche auf den Markt kommen, auserwählt nach einem bestimmten Regelwerk. Zum Silberling kann ein Album nur in der Woche der Veröffentlichung werden oder eine Woche davor oder danach. Bei der Auswahl achten wir auf die „gesunde“ Mischung. Jeder Style ist möglich. Der „Nachwuchs“ kommt ebenso zum Zuge wie die „Großen“. Im Westen ist der Silberling seit Herbst 2001 tägliches Programmelement bei den CampusRadios NRW und den PartnerRadios.

Silberling der Woche 43/2002

Albumcover

Patrice
How Do You Call It?

Während Patrice in Frankreich schon als Star gilt, so ist er bisher in seinem Heimatland Deutschland weitgehend unbekannt ( im Vergleich)geblieben, und wer sich gerad an seine Musik gewöhnt hat, wird sich jetzt direkt nochmal umgewöhnen müssen. „How do you call it“ ist alles andere als eine Fortsetztung von seinem ersten Album „Ancient Spirit“. Der 22-Jährige ist deutlich gereift, vielseitiger und „professioneller“ hätten die 12 neuen Songs kaum sein können. Der Sound geht eindeutig in eine neue Richtung, mehr R´n´B, mehr Dancehall, mehr Club Sound.

Trotzdem muss man nicht auf den geliebten Gesang von Patrice verzichten! Dieser einzigartige Gesangsstil ist es, der einen sofort in seinen Bann zieht, wenn man zum ersten Mal die Songs des 22-jährigen Sängers, Songwriter und Produzenten Patrice hört. Dieser Gesang ist nicht nur von der Muttersprache seines Sierra Leonischen Vaters (das dort gesprochene Greolisch ist eine Art gebrochenes Englisch) beeinflußt, sondern auch von der Musik Bob Marleys und Fela Kutis.

Mit Ihrem bluesigen Sound und der rauhen akkustischen Produktion führte seine Debüt-EP „Lions“ aus dem Jahr 1999 zu Vergleichen mit dem Gitarristen und Sänger Ben Harper. Auf seinem ersten Album „Ancient Spirits“ gelang es ihm dann seinen Sound weiterzuentwickeln. Obwohl ein Hauch von Blues übrig geblieben und erstmalige Anklänge an R´n´B hörbar wurden, handelt es sich um handwerklichen guten, zeitgemäßen Roots Reggae.

Sein neues Album „How do you call it ?“ ist stilistisch deutlich ambitionierter und präsentiert einen Patrice, der in seinem gesamten künstlerischen Können gewachsen ist und nicht zuletzt auch die Produzentenrolle übernommen hat.Bei drei in London produzierten Songs stand Patrice der Top-UK-Producer Gameron McVey (Massive Attack, Youssou N´Dour, Sugar Babes, Neneh Gherry) als Go-Schreiber & Produzent zu Seite.Im Wesentlichen aber, ist das Album bei einem sechswöchigen Aufenthalt in den Gee Jarn Studios auf Jamaika eingespielt worden. Es spannt den musikalischen Bogen von akkustischem Folk und Blues bis hin zu verschiedenster Reggaeelemente mit einer modernen Soulproduktion. Patrice überrascht dabei mit einer Reihe stilistisch von ihm bisher nicht gehörten Uptempo-Songs. Gefeilt hat er auch am Songwriting. Inhaltlich spricht er Themen an, die von der Betrachtung weltpolitischer Probleme über Reflektionen zur Musik bis hin zum Beschwören der unvergleichlichen Inspiration wahrer Liebe reichen.

Patrice begeistert nicht allein durch sein Album, sondern auch auf der Bühne! Ob alleine mit seiner Gitarre auf der Bühne oder mit seiner jamaikanischen Band „Shashamani“, Patrice unterhält sein Publikum mit seiner einmaligen Mischung aus Humor, Einfühlungsvermögen und B-Boy Bühnenbossen.

(Text: Saskia Pels, Hertz 87.9, Bielefeld)

Wichtigsten Daten der Deutschlandtournee (präsentiert von den Campusradios NRW):

16.11 Bielefeld - PC69

26.11 Düsseldorf - Zakk

27.11 Münster - Jovel

03.12. Dortmund - Soundgarden

Anspieltipps

  • Mo: Track3: Up in my room
  • Di: Track7: Music
  • Mi: Track9: Sunshine
  • Do: Track10: Seasons
  • Fr: Track11: Jah jah deh deh

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