Silberling der Woche

Jede Woche verleihen wir ihn neu: den Silberling der Woche. Unter zig frischen Silberlingen, die jede Woche auf den Markt kommen, auserwählt nach einem bestimmten Regelwerk. Zum Silberling kann ein Album nur in der Woche der Veröffentlichung werden oder eine Woche davor oder danach. Bei der Auswahl achten wir auf die „gesunde“ Mischung. Jeder Style ist möglich. Der „Nachwuchs“ kommt ebenso zum Zuge wie die „Großen“. Im Westen ist der Silberling seit Herbst 2001 tägliches Programmelement bei den CampusRadios NRW und den PartnerRadios.

Silberling der Woche 26/2005

Albumcover

Olli Schulz & der Hund Marie
Das beige Album

Olli Schulz ist mein persönlicher Held! Allein schon weil sein letztes Album "Brichst du mir das Herz, dann brech ich dir die Beine" hieß. Ein Satz, den ich immer wieder anwende, bis jetzt hat er leider noch nichts gebracht uns so mussten einige Männer schon in die Notaufnahme wegen Splitterbruch des Schienbeins.

Aber das soll hier nicht Thema sein. Olli Schulz neues Album in Beatles und Weezer-Manier mit "Das beige Album" betitelt ist Pop, Singer-Songwriter, poetisch, witzig und tiefgründig. Der Opener "Der Film beginnt" ist der Sog, der uns in die Olli Schulz-Welt hineinzieht, nur eine Facette (die ruhige) zeigt, aber trotzdem alles eröffnet, was uns in den nächsten Minuten erwartet. Texte, die schonungslos ehrlich sind: "Manchmal singt man Lieder, die hält man selbst kaum aus" (aus "Jetzt gerade bist Du gut"), die eigene Situation treffend beschreiben " Zwischen Daunen und Federkern/ Lieg ich wirklich gern/ Hier ist meine Welt noch friedlich" (aus "Bettmensch") und immer wieder selbstanalytisch "Da war schon lange was defekt/ Uns lag schon lange was im Magen/ Doch wir konnten es nicht sagen/ Es fiel uns so schwer/ Wir liebten uns so sehr" (aus "Lange was defekt"). Olli Schulz ist ein Geschichtenerzähler allererster Güte, bei dem man alles stehen und liegen lässt, an dem man gerade arbeitet und einfach nur gebannt zuhört. Ob er von gescheiterten Beziehungen erzählt, Kritik an der postmodernen Gesellschaft äußert (" Du hast zu lange rumgesessen/ Punkrock hast Du längst vergessen") oder ganz einfache und umso wirkungsvollere Liebeserklärungen singt ("Bleib bei mir/ Affenbär/ Mit Dir ist alles doppelt gut"). Faszinierend ist hierbei, dass diese Songs von der ersten Sekunde an ins Ohr gehen, aber keineswegs diese Art von Songs sind, die zu Gassenhauern des Mainstreams werden. Gassenhauer ja, aber auf einem intelligenten hohen Niveau. Unterbrochen wird der Fluß des Albums durch gesprochene Tracks, in denen Olli seine eigenen Songs ankündigt, einleitet und einen unglaublichen Hidden Track über den perfekten Popsong. Olli Schulz ist ein wahrer Entertainer, egal ob mit seinen Samba-Rhythmen in " Die Ankunft der Marsianer", Schnulzen (und hier sind Schnulzen im besten Sinne gemeint) wie "Schon lange was dekfekt" oder bitterbösen Geschichten vom "Klappskalli". Bei diesem Song hat sich Olli Schulz prominente Unterstützung an der Querflöte geholt: Heinz Strunk Autor des Kultromans "Fleisch ist mein Gemüse".

Jedes weitere Wort, was ich über dieses Album verliere kommt mir zu viel vor, zu falsch, nicht treffend, denn Olli Schulz hat alles schon gesagt: "Denn er weiß wovon er singt"! Olli Respekt und du bist der einzige Mann, der mir das Herz brechen darf ohne hinterher die Beine gebrochen zu bekommen! (Sandra Zapke, CT das radio)

Artist: www.olli-schulz-online.de; Label: www.ghvc.de

Anspieltipps

  • Und dann schlägt dein Herz (#4)
  • Die Ankunft der Marsianer (#5)
  • The Human Of The Week (# 12)
  • Bettmensch (#7)
  • Klappskalli (#13)

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