Silberling der Woche

Jede Woche verleihen wir ihn neu: den Silberling der Woche. Unter zig frischen Silberlingen, die jede Woche auf den Markt kommen, auserwählt nach einem bestimmten Regelwerk. Zum Silberling kann ein Album nur in der Woche der Veröffentlichung werden oder eine Woche davor oder danach. Bei der Auswahl achten wir auf die „gesunde“ Mischung. Jeder Style ist möglich. Der „Nachwuchs“ kommt ebenso zum Zuge wie die „Großen“. Im Westen ist der Silberling seit Herbst 2001 tägliches Programmelement bei den CampusRadios NRW und den PartnerRadios.

Silberling der Woche 21/2005

Albumcover

Maximo Park
A Certain Trigger

Ein schneller Beat, eine treibende Gitarre, ein fiepender Syntheziser - und spätestens beim Refrain (sprich, nach 55 Sekunden) des Openers "Signal And Sign" hat einen dieses Album fest im Griff. Herz, Kopf, Beine, alle sind glücklich gemacht und das schon mit einem einzigen Song. Und davon gibt es auf "A Certain Trigger" ganze 13. 13 druckvolle, klangliche A-ha Erlebnisse. Das Debüt der Fünf aus dem nordenglischen Newcastle ist ihr persönlicher Sechser im Lotto. Dieses Album ist tiefsinnig, aber hat trotzdem sofortige Wirkung.

In geschriebenen Worten klingt das alles recht simpel: 80er Gitarren, präzise Basslinien und Beats, dazu ein paar dezente Keyboard und Synthie-Sounds, dazu der enthusiastische Gesang in nordenglischem Akzent von Sänger Paul Smith. Fertig ist das Songwriting an der Grenze zur Perfektion? Nicht ganz. Da wäre noch diese unaufgesetzte Energie: "Apply Some Pressure" , "Graffiti" und "Limassol", "Now I´m All Over The Shop" brettern aus den Lautsprechern, lassen einen das "Ich-muss-sofort-tanzen-oder- zumindest-mit-dem-Fuß-wippen"-Bedürfnis verspüren und man hat eine leise Ahnung, warum sich die Band auf eine Musikrichtung beruft, die man Post-Punk nennt - also auf Bands wie Gang Of Four, Joy Division, oder The Jam. "I am not an acrobat", beteuert Sänger und Texter Paul Smith in "Acrobat", dem einzigen langsam-melancholischen Stück des Albums.

Was die Texte angeht, ist er allerdings nah dran an der Akrobatik: nicht immer eindeutig, aber nachvollziehbar spielt er mit Worten und Bildern, verspricht: "I´ll do graffiti if you sing to me in French", vergewissert: "What happens when you lose everything? You just start again", oder verzweifelt: "I´m losing more than I´ll ever have" - einige von zu vielen Zeilen zum zitieren und in die Wand meißeln. Klagen ohne zu jammern, sich ernst nehmen und dabei lachen und das alles mit Stil und Würde, mehr kann ein so rundes Pop-Album nicht leisten. Sollte es noch nicht offensichtlich genug sein: "A Certain Trigger" ist ganz, ganz groß. (Laura Scheiter, CampusRadios NRW)

Künstler: www.maximopark.com, Label: www.warprecords.com

Anspieltipps

  • Graffiti, 3
  • Apply Some Pressure, 2
  • The Coast Is Always Changing, 8
  • The Night I Lost My Head, 9
  • Once, A Glimpse, 10

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