Silberling der Woche

Jede Woche verleihen wir ihn neu: den Silberling der Woche. Unter zig frischen Silberlingen, die jede Woche auf den Markt kommen, auserwählt nach einem bestimmten Regelwerk. Zum Silberling kann ein Album nur in der Woche der Veröffentlichung werden oder eine Woche davor oder danach. Bei der Auswahl achten wir auf die „gesunde“ Mischung. Jeder Style ist möglich. Der „Nachwuchs“ kommt ebenso zum Zuge wie die „Großen“. Im Westen ist der Silberling seit Herbst 2001 tägliches Programmelement bei den CampusRadios NRW und den PartnerRadios.

Silberling der Woche 47/2001

Albumcover

Math and Science
Math and Science

1.BIO: „MATH
AND SCIENCE“, daß ist das selbstbenannte Debut des Multi-Instrumentalisten
JOHN WOLF aus INDEANAPOLIS, INDIANA, dessen Songs in Amerika „als unbeschwerte
Alternative zu Beck und den Eels gefeiert werden.“ (Promo-Text, 2001). „Math and
Sience“, daß sind nicht nur die Fächer in denen der Protagonist dieser
Plattenrezension in der Schule am schlechtesten war, sondern vor allen Dingen ist
es da Ergebnis jahrelanger, harter Arbeit: Laut Promo nahm der „kleine“ JOHN
WOLF in der fünften Klasse erstmals Schlagzeugunterricht: „Süß“! (A.d.R.) Dann
wechselte er allerdings schnell zur Gitarre und wenig später bastelte er
schon an ersten Four-Track-Demos. Zyniker würden jetzt behaupten:
Selbstverwirklichung pur- Musik in media res Selbstverwirklichung und Ausdruck! WOW! Der
Mann wußte schon immer was er werden wollte: Popstar!

2.Das obligatorische NAMEDROPPING zwecks Selbstdarstellung des Autors und
Einschüchterung des Lesers- Musikredakteure haben einfach immer Recht!: Was
die WHITE STRIPES für den GARAGE ROCK sind ist JOHN WOLF’s MATH & SCIENCE für
die unabhängige College-Rock-Szene, nämlich ein kleines Revival längst
vergessener Tugenden! Ein wenig erinnern die zwischen elektronischen Spielerei und
feinem Gitarrenpop austarierten Songs auch an die frühen Werke eines THOMAS
DOLBY („DOLBY promoted himself as a kind of mad scientist, an egghead that had
successfully harnassed the power of synthesizers and samplers, using them to
make catchy pop and light electro-funk. Before he launched a solo career,
DOLBY had worked a studio musician, technician, and songwriter; his most
notable work as a songwriter was "New Toy," which he wrote for LENE LOVICH, and
WHODINI‘S "Magic´s Wand.", C WWW.ALLMUSIC.COM). Tr.1, „DISGUISE“, könnte auch
auf PAUL D’AMOUR‘s Soloplatte „FREE MARS“ passen, bzw. sie paßt perfekt in den
„SEXY BOY“-Dunstkreis jeder DJ-Setlist. Viva La French Noise Revolution- aber
PAUL D’AMPUR ist doch Amerikaner, oder?- einfach verwirrend! Noch verrückter
Tr. 5 „ETERNITY“ hört sich nicht nur nach 80er Pop an, sondern läßt mich
spontan nach den REMBRANDTS schreien und die kommen doch aus NL oder nicht-
FEELS JUST LIKE THAT S.T. DOESN’T IT? Egal, jedenfalls paßt JOHN WOLF mit seiner
Musik dieser Tage wohl besser nach Europa als Nordamerika. „Der Künstler
selbst beschreibt seine federleichten Popsongs als Heirat zwischen Toys R Us und
Radio Shack, BBC und amerikanischen Sitcoms, definiert seine Musik als
leistungsorientierten Lo-Fi“(Promo, 2001)- Go figure...
Ach ja,

3. ANSPIELTIPS: Tr. 2 „WORDS“: Die potentielle Single! Tr. 4
„SOUNDBITE“- sind das die PUMPKINS oder was? Tr. 5 „ETERNITÝ“ für alle „Friends“
Freunde oder Hörer von „TORE, PUNKTE MEISTERSCHAFT“. Tr.7 „AIRSTREAM ON THE
HIGHWAY“- sind wir nicht alle ein bißchen Beck?! Tr 9 „IN YOUR MOVIE“: Die
potentielle B-Seite zur Single und Floorfilla deiner Collegedizze um die Ecke (Viva
la KKC!).

4. FAZIT: JOHN WOLF wandelt zielsicher in der 80er Plattenkiste. Die geilste
Stilstudie die es je käuflich zu erwerben gab. Popmusik der Kategorie
„wunderschön“. Diese Platte habt ihr zwar schon in dieser oder anderer Form bei
Euch im Regal stehen, da aber die Frauen drauf stehen werden, wenn Ihr bei
dieser Indie-Scheibe Beischlaf praktiziert, solltet ihr sie trotzdem kaufen. Von
daher schließt sich hier auch mal wieder der Kreis, wenn ich das Presskit
einmal mehr zitiere: „Was wir hier über zwölf Songs zu Gehör bekommen, ist nicht
mehr und nicht weniger als das kleine Einmaleins des
Do-It-Yourself-College-Pop.“- Q.E.D.

(Text: FELIX GRIMM, ct 96.9, Bochum)

HOMEPAGE: www.mathandsci.com

LABEL: www.goldcircle.nl

Anspieltipps

  • MO: Tr.2 „WORDS“
  • DI: Tr.4 „SOUNDBITE“
  • MI: Tr.5 „ETERNITY“
  • DO: Tr.7 „AIRSTREAM ON THE HIGHWAY“
  • FR: Tr.9 „IN YOUR MOVIE“

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