Silberling der Woche

Jede Woche verleihen wir ihn neu: den Silberling der Woche. Unter zig frischen Silberlingen, die jede Woche auf den Markt kommen, auserwählt nach einem bestimmten Regelwerk. Zum Silberling kann ein Album nur in der Woche der Veröffentlichung werden oder eine Woche davor oder danach. Bei der Auswahl achten wir auf die „gesunde“ Mischung. Jeder Style ist möglich. Der „Nachwuchs“ kommt ebenso zum Zuge wie die „Großen“. Im Westen ist der Silberling seit Herbst 2001 tägliches Programmelement bei den CampusRadios NRW und den PartnerRadios.

Silberling der Woche 24/2004

Albumcover

Maritime
Glass Floor

„Hör mal an! Ich buch die jetzt! ( ... )“ Dieser Satz, der in einer Email vom Booker Philipp Styra an Reimer von Kettcar zu lesen war, nebst eingebautem Link brachte zur Jahreswende 2003 / 2004 den Stein ins Rollen und war der Anfang einer wunderbaren Geschichte. „Die machen wir! Und wenn ich da mit meiner Privatkohle rein muss...!“, so Reimers erste Reaktion, nachdem er den Link in der Mail ihres Bookers angeklickt hatte und so wahrscheinlich einen ersten Höreindruck der Band bekommen hatte. Welche Band hatte ihn nur so fasziniert ?

Die amerikanische Band Maritime, die zu 2/3 aus Ex–Promise Ring–Mitgliedern und zu 1/3 aus Ex–Dismemberment Plan–Mitgliedern besteht, war es, die zu diesem Zeitpunkt im Hause des Hamburger Labels Grand Hotel Van Cleef, welches sich mit Bands wie Kettcar, Tomte, Marr und Death Cab For Cutie, um nur einige zu nennen, nicht nur hierzulande einen Namen gemacht hat, jene unglaubliche Begeisterung auslöste. Ihre Musik eroberte die Büroräume des Labels im Sturm. Sofort wurde per Email mit der Band Kontakt aufgenommen. „Wir wollen Euch machen. Das muss klappen. Lasst was von Euch hören!“ So ungefähr war der Wortlaut der Nachricht, die Thees Uhlmann an Eric Axelson, den Bassisten der Band, der früher bei The Dismemberment Plan, die sich ähnlich wie The Promise Ring nach der Veröffentlichung von vier Alben getrennt haben, in die Saiten gegriffen hat, schickte. Die Band ließ was von sich hören und stimmte der Zusammenarbeit zu. Durchatmen war angesagt – endlich war also alles in trockenen Tüchern!
Auf beiden Seiten des Ozeans wurde nun hart gearbeitet, und das Ergebnis kann sich sehen, oder besser, hören lassen. Auf ihrem Debutalbum „Glass Floor“ versammeln Maritime 13 traumhafte Songs. Alten "Promise Ring"–Anhängern dürfte beim Hören der Scheibe bestimmt eine Freudenträne die Wange runterkullern, denn eine gewisse, wenn auch nur klitzekleine Ähnlichkeit, ist meines Erachtens gegeben. Auch lassen sich, und da muss ich sowohl den Herren des Labels Grand Hotel Van Cleef als auch Schreibern anderer Rezensionen zustimmen, gewisse Parallelen zu The Housemartins und Badly Drawn Boy, der mir u.a. durch sein Album „The Hour Of Bewilderbeast“ bekannt ist, ziehen.

„Glass Floor“ ist ein wahres Popjuwel mit einer gehörigen Portion Tiefgang. Auf dem Album befinden sich Songs, zu denen man sich gehen lassen kann. Songs, die man zu Hause hört und in denen man sich zu Hause fühlt. Bei Maritime werden „nur“ mit einer Akustikgitarre anrangierte Songs mit einem hin und wieder auftretenden E-Gitarrenakkord verfeinert. Bläser treffen auf Streicher und in den Vordergrund tritt immer wieder die charismatische Stimme von Davey von Bohlen.

Im September werden Davey von Bohlen, Dan Didier und Eric Axelson in Europa auf Tournee gehen. Und ganz bestimmt werden sie auch das ein oder andere Konzert in Deutschland spielen. Denjenigen, die vielleicht durch die Platte noch nicht ganz verzaubert wurden, kann man nur raten, hingehen und sich verzaubern lassen.
(Nils Werner, hochschulradio düsseldorf)

Label: www.ghvc.de
Artist: www.maritimesongs.com

Anspieltipps

  • "Some One Has To Die" Track 3
  • The Window Is The Door" Track 1
  • "Sleep Around" Track 2
  • "James" Track 6
  • Adios" Track 9

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