Silberling der Woche

Jede Woche verleihen wir ihn neu: den Silberling der Woche. Unter zig frischen Silberlingen, die jede Woche auf den Markt kommen, auserwählt nach einem bestimmten Regelwerk. Zum Silberling kann ein Album nur in der Woche der Veröffentlichung werden oder eine Woche davor oder danach. Bei der Auswahl achten wir auf die „gesunde“ Mischung. Jeder Style ist möglich. Der „Nachwuchs“ kommt ebenso zum Zuge wie die „Großen“. Im Westen ist der Silberling seit Herbst 2001 tägliches Programmelement bei den CampusRadios NRW und den PartnerRadios.

Silberling der Woche 19/2005

Albumcover

Looptroop
Fort Europa

Hip-Hop und Graffiti, das ist jedem klar liegen nahe bei einander. Hip-Hop und politisch motivierte Texte, u.a seid Public Enemy, sind auch keine Neuheit mehr. Bei Hip-Hop und meterlangen Dreadlocks wird das Eis schon dünner, doch halt…..! Was tun wenn diese auch noch Blond sind und deren Träger ein wahres Energiebündel ist? Na? Genau! Man packt einfach mal all diese Dinge in einen Topf, wendet seinen Blick geschickt für einen Moment vom Land der Tausend Möglichkeiten ab, lässt ihn geschmeidig über den großen blauen See schweifen und landet mit ein bißchen Phantasie in Schweden bei dem Label David vs Goliath.

Richtig! Looptroop sind wieder am Start und präsentieren uns ihren dritten Longplayer " Fort Europa" mit 16 frischen Tracks. Produziert wurde das ganze mal wieder komplett von DJ Embee, der dem ein oder anderen vielleicht noch im Gedächnis ist vom kürzlich erschienenen ersten Soloalbum "Tellings From Solitaria", mit dem er nebenbei einen schwedischen Grammy abgeräumt hat.
Doch auch der "Long Distance Runner" Promoe scheint zurückgekehrt, um mit seinen beiden Rap Kollegen Cosmic & Supreme das neue Album mit netten Geschichten, Ragga-Frische und derben Styles zu veredeln.
Auf "Fort Europa" finden sich neben den sauber gebastelten Beats (hierbei sei besonders auf das Intro als Sidekick an die Computerjockeys (!) verwiesen) die verschiedesten Storys, dabei wird, wie von Looptroop gewohnt, nichts ausgelassen. Sein es nun utopische Phantasien von einem Fort Europa, wie man sie beispielsweise auf der Single findet, oder persönlich/politisch motivierte Songs wie "Hurricaine George" bei dem die Jungs selber ihr Augenmerk über den großen Teich schweifen lassen, um dann ihrer Mißgunst gegen den amerikanischen Präsidenten Ausdruck zu verleihen. Jedes der Lieder hat dabei seine eigene Farbe und seinen eigenen Charme.

Es ist nicht etwa so, dass Looptroop mit "Fort Europa" ihren Meilenstein der skandinavischen Hip-Hop-Geschichte "The Struggle Continues" übertroffen haben. Aber sie schaffen es, wieder ein intelligentes wie gut produziertes Album an den Start zu bringen -mit den crewtypischen Oldschool-Referenzen und Reggae-Samples. Auch das Layout überzeugt und erinnert mit dem in Stein gehauenen Schriftzug und Tiermotiven ein wenig an das Cover des Jackson Five Klassikers "Destiny". Überdies lassen sich im Bookleg nette Features finden: dort gibt es über die kompletten Texte hinaus immer noch eine kleine Geschichte zur Enstehung oder einfache Anekdoten über die Zusammenarbeit daran. Ein eingängiges, detailreiches Album mit dem man viel Spass haben kann. Think Looptroop! (Alexander Kochanek, hochschulradio düsseldorf)

Anspieltipps

  • Fort Europa, Track 2
  • Chana Masala, Track 4
  • Trinfidelity, Track 5
  • Hurricaine George, Track 9
  • Heavy Rains, Track 14

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