Silberling der Woche

Jede Woche verleihen wir ihn neu: den Silberling der Woche. Unter zig frischen Silberlingen, die jede Woche auf den Markt kommen, auserwählt nach einem bestimmten Regelwerk. Zum Silberling kann ein Album nur in der Woche der Veröffentlichung werden oder eine Woche davor oder danach. Bei der Auswahl achten wir auf die „gesunde“ Mischung. Jeder Style ist möglich. Der „Nachwuchs“ kommt ebenso zum Zuge wie die „Großen“. Im Westen ist der Silberling seit Herbst 2001 tägliches Programmelement bei den CampusRadios NRW und den PartnerRadios.

Silberling der Woche 44/2009

Albumcover

Little Dragon
Machine Dreams

Sie tanzen auf vielen Hochzeiten. Ihre Musik wurde für den Soundtrack zu „Grey’s Anatomy“ lizensiert, aber auch für die Independent-Produktion „Dreams In The Woods“, der dieses Jahr beim Filmfestival in Cannes Premiere feierte. Das ist natürlich praktisch, denn da braucht sich der Kulturliebhaber im Zweifelsfall nicht als Fan einer kitschigen US-Serie outen. Und tatsächlich sind Little Dragon in jedem Falle tauglich, für die ebenso mitreißende und anspruchsvolle Popuntermalung zu sorgen.

Wie man nun das erste Mal über Little Dragon gestolpert ist, ist irgendwie auch egal.
Fest steht aber auch: wer sich schon mal gleichermaßen in die Ohren von Mc-Dreamy- Verehrerrinnen und Kultur-Nerds geschlichen hat, der kann es sich da auch erstmal gemütlich machen. Zum Beispiel mit dem zweiten Longplayer: "Maschine Dreams", den das bezaubernde Quartett aus Småland gerade veröffentlicht hat.

Stichwort: Dreams, das beschreibt die Stimmung auf der Platte ziemlich treffend. Die erste Singleauskopplung "Feather" ist da nur ein Beispiel für die wohltuende Leichtigkeit des gesamten Albums, die sie schon seit ihrer Gründung wie nährenden Sirup mit sich tragen. Und dennoch: Von den vorsichtig tastenden, behutsamen Songs ihres Debüts ist kaum noch etwas geblieben. Forsch und vor allem elektronisch laden sie ihr neues Werk auf und werden wie in "My Step" fast überbordend positiv.

Diese losgelöste Stimmung entsteht vor allem durch die Mischung aus stimmiger Elektronik, warmen Synthesizern und tragenden Bassbeats. Raus kommen dann am Ende Tracks wie "Come Home" und "Fortune", die ebenso subtil wie zeitlos daherkommen.Damit dieses simple Konzept nicht zu monoton wird, mischen die drei Freunde Erik Bodin (Schlagzeug), Fredrick Källgren (Bass) und Håkan Wirenstrand (Keyboard) behutsam immer wieder auch auffälligere Beats in die Songs ("Thunder Love") und generieren so eine Palette von Stimmungen zwischen düster, melancholisch und fröhlich tanzbar.

Zusammengehalten werden den Tracks von der lieblichen Stimme Yukimi Naganos, die verträumte, mädchenhafte und weiche Stimme erscheint, und die meilenweit gedehnten Vokale wie Akzente auf die Popsongs setzt. In dieser organischen und empathischen Machtart fließt dieses Album dahin: Verträumt und etwas schüchtern in entrücktem Wohlklang. Unklar, gar wirklichkeitsverzerrend ist bei dieser Platte allein der erste Part des Plattentitels: "Machine" - denn etwas Schweres, Entmenschlichtes und Graues findet sich auf der Platte auch mit Lupe nicht.
(Daniela Herrmann, RadioQ)

Künstler: http://www.little-dragon.se | Label: http://www.peacefrog.com

Anspieltipps

  • MO: Feather, 4
  • DI: Swimming, 8
  • MI: Thunder Love, 5
  • DO: My Step, 3
  • FR: Runabout, 7

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