Silberling der Woche

Jede Woche verleihen wir ihn neu: den Silberling der Woche. Unter zig frischen Silberlingen, die jede Woche auf den Markt kommen, auserwählt nach einem bestimmten Regelwerk. Zum Silberling kann ein Album nur in der Woche der Veröffentlichung werden oder eine Woche davor oder danach. Bei der Auswahl achten wir auf die „gesunde“ Mischung. Jeder Style ist möglich. Der „Nachwuchs“ kommt ebenso zum Zuge wie die „Großen“. Im Westen ist der Silberling seit Herbst 2001 tägliches Programmelement bei den CampusRadios NRW und den PartnerRadios.

Silberling der Woche 05/2002

Albumcover

Koop
Walz For Koop

Wir erleben gerade einen Rückfall in die Zeit des „Coolen“. Eine großes
deutsches Magazin widmete kürzlich einem 60er Jahre Re-make
eines Kinofilms einen mehrseitigen Bericht. Was ist cool, wie wird man cool, was
macht das Coole aus?
Fragen, die der Autor anhand des Films versucht hat zu beantworten. Einen besonders
wichtigen Punkt hat er dabei nicht vergessen – die Musik, die irgendwo zwischen
Swing, Jazz und Funk angesiedelt ist.

„Waltz For KOOP“ ist so eine Musik, die alles um einen herum „cool“ erscheinen lässt.
Hier geht es nicht um elektronische Musik, sondern eher um den Jazz, um den Swing
oder um die funkigen Elemente. Die beiden aus Schweden stammenden Oscar
Simonsson und Magnus Zingmark kreieren einen Sound, der uns zurück in die
Vergangenheit transportiert. Nicht irgendwo in die Vergangenheit, sondern genau in die
Zeit der 60er Jahre: Lässige Anzüge, schöne Frauen, genügend Whiskey und natürlich
Zigarren / Zigaretten.Das sind Bilder, die in der letzten Zeit immer öfter auftauchen, die
man schon malmit seinen Eltern vor dem Fernseher gesehen hat. Die guten alten
schwarz-weiß Filme kennt doch jeder.

In dem Augenblick, wo Cecilia Stalin ihre Stimme erhebt („Waltz For KOOP“), hat
die Musik uns auch schon in ihren Bann gezogen. Wir müssen tanzen. In unseren
Anzügen, die Frauen in ihren klassischen Abendroben. Die Streicher lassen uns gut
Einen Zenitmeter über dem Boden schweben. Der Bass hält den Kontakt zum Boden.
Zeit die Augen wieder zu öffnen, um zu seinem Tisch zurückzukehren einmal an
seinem Whiskey zu nippen und den Augenblick genießen.
Das Klavier setzt ein und wir müssen weiter – weiter tanzen. Diesmal ganz langsam,
die Frau im Arm haltend, ganz eng aneinander („Tonight“). Bis es gegen Ende zum lang
ersehnten Kuß kommt. Das ist Musik, die man zum Träumen braucht. Man legt
seine Gedanken in eine Schale, schubst sie kurz an. Die Musik erledigt
hier den Rest und trägt die Schale weiter und weiter – bis man am Ende in die Nacht
entlassen wird.

Die beiden Schweden produzieren lieber mit Sorgfalt und Qualität. Nur so lässt
sich erklären, warum die Platte so kurz geworden ist. Trotzdem vermisst man
letztendlich kein Stück. KOOP stellen eine wundervolle Beziehung bzw. Ko-operation
zwischen zwei musikalischen Welten her. Der Jazz steht definitiv im Vordergrund,
elektrische Sounds dienen eher der Verfeinerung. Schön das es so was noch gibt.

(Text: Guido Bülow, hochschulradio Düsseldorf 97,1)

LABEL: www.compost-records.com

HOMEPAGE: www.k-o-o-p.com

Anspieltipps

  • MO: Waltz For KOOP (Track 1)
  • DI: Modal Mile (Track 6)
  • MI: Baby (Track 3)
  • DO: Summer Sun (Track 4)
  • FR: Relaxin’ At Club F****n (Track 8)

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