Silberling der Woche

Jede Woche verleihen wir ihn neu: den Silberling der Woche. Unter zig frischen Silberlingen, die jede Woche auf den Markt kommen, auserwählt nach einem bestimmten Regelwerk. Zum Silberling kann ein Album nur in der Woche der Veröffentlichung werden oder eine Woche davor oder danach. Bei der Auswahl achten wir auf die „gesunde“ Mischung. Jeder Style ist möglich. Der „Nachwuchs“ kommt ebenso zum Zuge wie die „Großen“. Im Westen ist der Silberling seit Herbst 2001 tägliches Programmelement bei den CampusRadios NRW und den PartnerRadios.

Silberling der Woche 36/2003

Albumcover

Kool Ade Acid Test
Geraldine Penny

„Edwin Perkins was always fascinated by chemistry and enjoyed inventing things. When his family moved to southwest Nebraska at the turn of the century, young Perkins experimented with home-made concoctions in his mother’s kitchen and created the Kool-Aid story.“

Willkommen in der Welt von Kool Ade, diesem obskuren Erfrischungsgetränk aus der Mitte der USA, das seit 1927 als Pulver, in Dosen verpackt, in keinem amerikanischen Haushalt fehlen darf. Was auch immer Steven Gaeta damals geritten haben mag, als er nach seiner Emigration nach Deutschland die Band Kool Ade Acid Test gründete, es hat jedenfalls nicht allzu viel mit dem spießigen Image dieses zuckersüßen Nationalgetränkes des US-Bundesstaates Nebraska zu tun.
„Geraldine Penny“ ist das dritte Album der Herren Gaeta, Moss, Terstegen, Böltken und Kiesselbach, a.k.a. The Gibley Brothers. Und es ist das mit Abstand poppigsten Album dieser bizarren Combo aus dem Hause Hazelwood. Zusammen mit den Label-Mates von Mardi Grass.BB und Jerobeam entführt uns das Quintett in die Geschichte von Geraldine Penny, dieser kleinen Lolita vom Album-Cover.
Mit jeder Menge Verve wandeln Steven Gaeta & Co zwischen Northern Soul, Big Beat und Garage. Hier und da erwischen wir die Protagonisten sogar dabei wie sie als Sgt. Pepper verkleidet ein bisschen auf Singer-Song-Writer machen und als verschmitzt schmunzelnder, einäugiger Pirat dem Rasta-Faray mitten ins Gesicht springen.

Spätestens an dieser Stelle driftet dieser Longplayer für den einen völlig ab oder hat Methode für den anderen. Wer bei Ween’s „Chocolate And Cheese“ nicht lachen konnte und auf dem Wege über die sieben Käse-Meere untergegangen ist, dem sei von dieser Platte strengsten abgeraten. In diesem Falle würde es wohl auch nichts nützten, wenn hier die Vita von Moss und Gaeta und deren Vergangenheit bei Universal Congress Of und Saccharine Trust aufgeführt würde. Es wäre verschwendete Liebesmüh.

(Text: Felix Grimm, c.t. - das Radio, Bochum)

KÜNSTLER: www.kooladeacidtest.de
LABEL: www.hazelwood.de

Anspieltipps

  • Ms. Peaches, Tr.4
  • Mrs. Hippie, Tr.7
  • Sweat Potatoe Pie´, Tr.9
  • Hopping To The Shore, Tr.10
  • Trinkle Water, Tr.11

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