Silberling der Woche

Jede Woche verleihen wir ihn neu: den Silberling der Woche. Unter zig frischen Silberlingen, die jede Woche auf den Markt kommen, auserwählt nach einem bestimmten Regelwerk. Zum Silberling kann ein Album nur in der Woche der Veröffentlichung werden oder eine Woche davor oder danach. Bei der Auswahl achten wir auf die „gesunde“ Mischung. Jeder Style ist möglich. Der „Nachwuchs“ kommt ebenso zum Zuge wie die „Großen“. Im Westen ist der Silberling seit Herbst 2001 tägliches Programmelement bei den CampusRadios NRW und den PartnerRadios.

Silberling der Woche 38/2006

Albumcover

Junior Boys
So This Is Goodbye

Junior Boys sind etwas für ruhige Nächte. Oder interessante Abende. Vielleicht auch chillige Dance-Szenen. Fragt man sie, dann wollen sie „New Electronic Pop“ kreieren. Das neue Album ist ihr zweiter Anlauf, die Fusion aus Pop und Elektro zu kreieren. Vor zwei Jahren erst legten die beiden jungen Kanadier Jeremy Greenspan und Matt Didemus ihr in Deutschland nicht erschienenes Debüt „Last Exit“ auf den Tisch der Vinylfachmärkte – „So This It Goodbye“ treibt dabei die Entwicklung weiter voran.

Es ist ein abwechslungsreiches Album geworden, ein Kunstwerk im Elektropop. Ein Album, was sich nicht aufdrängt, vielmehr zum Träumen oder Nebenbei hören einlädt. Oft fehlt die Mainstream-Hook zum Mitsingen, die ausladenden Melodien. Bis zum fünften Hören – wenn das Fünkchen von Platte auf den Hörer überspringt und das Album in einem schillernden Licht erscheinen lässt. Ist es vielleicht deshalb so schön und interessant?

Jeremy Greenspan ist die Stimme dieser Band. Manchmal gehaucht, sehr zart, aber auch bestimmend wird hier die Weite der Welt vertont. Er hat uns viel zu sagen. Von was singt er? Geheimnisvolle, dunkel Schatten. Ein erstes Mal. Dem Kind sein. Viele große Themen schneiden die zwei Männer an und lassen dennoch genug Raum für freie Interpretation. Liebe. Sehnsucht. Verlangen.

Einige der Songs, wie „Count Souvenirs“ oder „Double Shadow“ sind eher sparsam arrangiert, wie es Zoot Woman, Röyksopp oder Air in ihren besten Phasen gleichgetan hätten. Mal scheinen die elektronischen Beats zu zerfließen, manchmal laden sie sich auf – wie in einer Schüssel, wo sich Zuckerwatte um einen Stab schlingt. Bei der Singel "In The Morning" tanzen die elektronischen Funken gleichsam selbst ihren eigenwilligen Beat. Dabei verkommt nicht zum Einheitsbrei. Jedes Lied zeigt neues Aspekte, andere schöne neue Melodiefolgen. Andere Stimmungen. Und doch ist es ein und dieselbe Stilrichtung: Elektro-Pop. Viele Songs zeugen von einer unglaublichen Behutsamkeit, einer Sehnsucht nach Zärtlichkeit. Dieses Album geht nahe, wenn man es an sich heran lässt. Einige der Songs mögen einen seltsamen Anfang haben („FM“) und den Hörer ein wenig auf der Wartebank Platz nehmen lassen – aber wenn die träumerische Stimme einsetzt und einen in entfernte Welten entführt, wird der Hörer mehr als entschädigt. Alles braucht seine Zeit – und dieses Album ist das Warten wert! (Mandy Schmidt, Radio Triquency)

VÖ: 08. September 2006

Band: http://www.juniorboys.net | Label: http://www.dominorecordco.com/site

Anspieltipps

  • In The Morning, Track 5
  • First Time, Track 3
  • FM, Track 10
  • Like A Child, Track 7
  • Double Shadow, Track 1

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