Silberling der Woche

Jede Woche verleihen wir ihn neu: den Silberling der Woche. Unter zig frischen Silberlingen, die jede Woche auf den Markt kommen, auserwählt nach einem bestimmten Regelwerk. Zum Silberling kann ein Album nur in der Woche der Veröffentlichung werden oder eine Woche davor oder danach. Bei der Auswahl achten wir auf die „gesunde“ Mischung. Jeder Style ist möglich. Der „Nachwuchs“ kommt ebenso zum Zuge wie die „Großen“. Im Westen ist der Silberling seit Herbst 2001 tägliches Programmelement bei den CampusRadios NRW und den PartnerRadios.

Silberling der Woche 05/2003

Albumcover

Jelly Planet
Food

Es gab Leute, die nannten sie lange Zeit „die beste Band ohne Plattenvertrag“. Inzwischen haben sie einen - bei „Pirate Records“, dem Label von Michael Mittermeier, das über Sony vertrieben wird - und geben beim Durchstarten mit ihrem Debüt "Food" mächtig Gas: Die Rede ist von "Jelly Planet". Die vier Dortmunder bezeichnen ihre Musik selbst als „New Space Rock“. Stephan Hendricks (Gesang, Keyboards), Alexander Schönert (Gitarre), Felix A. Gutierrez (Bass) und Jens Küchenthal (Drums) rocken und spacen seit 1997 gemeinsam.

Erster Vorbote des Longplayers war die Single "Anyway" - ein klassischer Ohrwurm, der einen mitsingen, mitsummen, mitwippen und nicht mehr los ließ. Und das ist es was sie wollen: mit ihrer Musik bei den Fans und Hörern starke Emotionen auslösen. Allerdings schafft Anyway das auf andere Weise als der Rest des Albums, denn die anderen Songs schwelgen in sphärischen psychedelischen Welten. Wer nur "Anyway" kennt, wird auf "Food" so einige Überraschungen erleben. Dabei lassen sie sich von vielfältigen Styles beeinflussen wie HipHop, Metal, Goa, DUB und Glam-Rock . Die Stimme von Sänger Stephan Hendricks ist passenderweise ebenso wandlungsfähig: ist es Lenny Kravitz oder der junge David Bowie zu Spaceman-Zeiten?

Die Songs von Jelly Planet entstehen aus ausgiebigen "Jams" und „Sessions“: Jeder inspiriert jeden und alles beeinflußt alles. Beim Draulosspielen werden alle Ideen erst einmal ausprobiert und aufgezeichnet, dann ausgewertet und verfeinert. Genauso entstehen auch die Texte: während der Jams kommen Stimmungen auf, aus denen heraus sich plötzlich die Texte ergeben. Ein Prinzip, das auch auf der Bühne gilt. Deshalb kann ein Stück schon mal 20 Minuten oder länger dauern. "Instant Composing", bzw. "Instant Performing" nennen die Jellys dieses Prinzip. Ein Begriff, den man kennt, wenn einem die Kölner Avantgarde-Rocker "Can" ein Begriff sind. "Can" hatten ihre Hoch-Zeit Ende der 70er Jahre und sind noch heute Kult. Mit den Musikern von "Can" haben die Jellys bereits des öfteren auf der Bühne gestanden.

"Food" bietet einen guten Mix aus harten Rock-Rhythmen, elektronischen Sounds und psychedelischen Klangkollagen. Das Debüt ist also jetzt endlich auf dem Markt. Und man kann nur hoffen, dass das Space-Ship Jelly Planet weiterhin auf Erfolgskurs schippert. Verdient hätten sie es!

(Text: Christian Schön, elDOradio 93.0)

HOMEPAGE: www.jellyplanet.de / LABEL: www.piraterecords.com

Anspieltipps

  • Anyway
  • Light Of Her Galaxy
  • Eight Miles High
  • Permanently Out Of Tune
  • Billion Stars

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