Silberling der Woche

Jede Woche verleihen wir ihn neu: den Silberling der Woche. Unter zig frischen Silberlingen, die jede Woche auf den Markt kommen, auserwählt nach einem bestimmten Regelwerk. Zum Silberling kann ein Album nur in der Woche der Veröffentlichung werden oder eine Woche davor oder danach. Bei der Auswahl achten wir auf die „gesunde“ Mischung. Jeder Style ist möglich. Der „Nachwuchs“ kommt ebenso zum Zuge wie die „Großen“. Im Westen ist der Silberling seit Herbst 2001 tägliches Programmelement bei den CampusRadios NRW und den PartnerRadios.

Silberling der Woche 17/2010

Albumcover

Hundreds
Hundreds

 

 

 

 

Hundert gute Gründe, dieses Album zu lieben

  1. …weil es in dieser lauten Welt zurückgenommen und bescheiden wirkt
  2. …weil es an hinreißende Alben von Lali Puna und Postal Service erinnert
  3. …weil die Melancholie nie bedrückend wird
  4. …weil die Kombination aus pluckernder Elektronik und gefühlvollem Gesang spannend ist
  5. …weil „Begegnung“ als Idee in der heutigen Zeit immer wichtiger wird
  6. …weil es bei jedem Durchgang noch Neues entdecken lässt
  7. …weil es das beste „Sinnbus“-Album seit Bodi Bill ist
  8. …weil „Sinnbus“ sowieso immer konsequent auf Qualität und Auswahl setzt
  9. …weil es intim und gleichzeitig befreiend offen ist
  10. …weil es wie das Leben Dunkelheit und Taghelle vereint
  11. …weil des in manchen Momenten eine ungreifbare Magie ausstrahlt
  12. …weil dieses Album als Gesamthwerk kohärent wirkt
  13. …weil das Artwork von Stil zeugt
  14. …weil das Cover an Jugend und Unbekümmertheit erinnert
  15. …weil Deutschland mehr solche Debüts braucht
  16. …weil es endlich mal Musik aus Hamburg ist, die nicht als alkoholdurchdrungener Deutschrock durchgeht
  17. …weil die Handclaps bei „Happy Virus“ nicht an die Produktionen von N.E.R.D. erinnern
  18. …weil es einfühlsam ist
  19. …weil die Flüchtigkeit von Augenblicken in musikalische Formen gießt
  20. …weil Romantik eben nur im Kleinen, im Überschaubaren und Intimen entsteht
  21. …weil sie ein grundverschiedenes Geschwister-Duo sind
  22. …weil sie sich hervorragend ergänzen
  23. …weil es zeigt, dass man auch im Alter von 30+ noch frische musikalische Ideen haben kann
  24. …weil Eva sinnlich singt, ohne dass es peinlich berührend wirkt
  25. …weil es keine Bemühungen gab, Evas Stimme besonders ausdrucksstark und soulig klingen zu lassen
  26. …weil es zeitlos tönt
  27. …weil es dennoch den Nerv der Zeit trifft
  28. …weil es ein Popalbum von internationale Format ist
  29. …weil „I Love My Harbour“ die nächtliche Stille und Bedächtigkeit  bezaubernd vertont
  30. …weil Schüchternheit auch sexy sein kann
  31. …weil es eine Allegorie des Lebens selbst ist
  32. …weil „Little Heart“ nach dem bereits anderen möglichen Closer an elfter Position dann doch den ultimativen letzten Song darstellt
  33. …weil „Little Heart“ wieder einmal beweist, dass die Klasse eines Albums oft am Abschlusstrack nachzuhalten ist
  34. …weil die klackernden Beats auf „Let’s Write The Streets“ wie Feuerwerkskörper knallen
  35. …weil die Glitches und Clicks in ihren besten Momenten der Musik eine dreidimensionale Räumlichkeit verleihen
  36. …weil die Melodien oft an der Konfektion vorbeimusiziert werden
  37. …weil „Fighter“ ein persönlicher Song ist und sich dennoch sein Geheimnis bewahrt
  38. …weil alles wie im Fluss scheint
  39. …weil dann sogar die zwei schwächeren Songs nicht wirklich störend auffallen
  40. …weil die Songs alle einen freundlichen Gestus haben und Freundlichkeit eine positive Tugend ist
  41. …weil der Status des Unfertigen der genau richtige für derart Musik ist
  42. …weil das Dogma des menschlichen Makels hier ein Grundprinzip darstellt
  43. …weil diese Band immer noch ein Geheimtipp ist
  44. …weil hier Fortschritt und Tradition in der Musik bewusst verhandelt werden
  45. ...weil die Laptop-Texturen mit einer herrlich distanzierten Kühle wirken
  46. …weil die Laptop-Texturen eine ausdrucksstarke Persönlichkeit besitzen
  47. …weil es ein Lied über Waschbären gibt – ohne Glockenspiel, dafür aber mit dezentem Glam-Einschlag
  48. …weil es dennoch nicht infantil wirkt
  49. …weil das poppigste Stück „Song For A Sailor“ gleichzeitig das reduzierteste ist
  50. …weil es hier nicht um Befindlichkeiten und männerbündlerische Kumpelhaftigkeit geht
  51. …weil dieses Album eine generelle Zufriedenheit ausstrahlt
  52. …weil auf Pathos weitgehend verzichtet wurde
  53. …weil auf „Grab The Sun“ eine fast housige Euphorie aufkommt
  54. …weil dieser Song gleichzeitig herzzerreißend melancholisch ist
  55. …weil hier Glitches, Clicks und Geknarze elementare Bestandteile von Songs sind und nicht von Tracks
  56. …weil es ein Album für jede Gelegenheit ist
  57. …weil es mit seiner Schwerelosigkeit den Sommer schmecken lässt
  58. …weil es trotz aller engmaschigen musikalischen Dichte fast schwebend wirkt
  59. …weil es Platz für eigene Gedanken und Assoziationen lässt
  60. …weil alle Songs ein hohes Remix-Potenzial haben (z.B. „Happy Virus“ als Blank Remix)
  61. …weil neben Wasser Luft das wichtigste Element dieses Album ist
  62. …weil die Ruhelosigkeit und das Suchen wichtige Themenkomplexe auf dem Album sind
  63. …weil das Sich-Neupositionieren eine wundervolle Entsprechung im Songwriting findet
  64. …weil man es in jeder Jahreszeit hören kann und es immer die richtige Stimmung generiert
  65. …weil abstrakte Elektronik hier nie zu kopflastig und schwierig gerät
  66. …weil Indietronic seit Owl City auch im Mainstream angekommen ist
  67. …weil dieses Album  um Längen persönlicher, beschützenwerter und stärker ist als die langweiligen Autotune-Klischees des amerikanischen Kollegen
  68. …weil es allen gefällt, ohne allen gefallen zu wollen
  69. …weil Verletzlichkeit und Emotionalität auch eine Stärke ist
  70. …weil die flüchtigen Momente den Kern der Romantik ausmachen
  71. …weil der repetitive Takt von „Machine“ wie ein stotternder Motor klingt
  72. …weil „Machine“ der wohl cleverste Song mit der spannendsten Entwicklung ist
  73. …weil es Computerbeats mit menschlicher Stimme konterkariert
  74. …weil die Laptop-Texturen ein störrisches und eigensinniges Eigenleben führen
  75. …weil hier noch genug Potenzial für weitere hervorragende Alben aufblitzt
  76. …weil „Happy Virus“ so herrlich leichtfüßig ist
  77. …weil hier mit Sensibilität und Gespür für kluge Arrangements musiziert wird
  78. …weil hier Musik als eskapistisches System gelebt wird und eigene Zeitinseln geschaffen werden
  79. …weil das Vage und wenig Griffige ein Ausdruck des aktuellen Kunstverständnisses ist
  80. …weil eine Hamburger Band auf einem Berliner Label alte Klischee-Feindschaftsbilder überformt
  81. …weil „Raccoon“ daran erinnert, dass man öfter alte Platten von PeterLicht auflegen sollte
  82. ...weil „Let’s Write The Streets“ die Hand am blutenden Herzen hat
  83. …weil die zerdehnten Hintergrund-Chöre an sympathische Geister erinnert
  84. …weil bei aller gütlichen Kontinuität in der Produktion viele Atmosphären für Abwechslungsreichtum sorgen
  85. …weil die Produktion kristallklar und aufgeräumt daherkommt und so zur Stimmungshaftigkeit beiträgt
  86. …weil hier alles stimmig zusammenpasst
  87. …weil es sich nicht mit Offensichtlichkeiten anbiedert
  88. …weil man den aktuellen Singleohrwurm „Happy Virus“ tänzelnd auch noch den ganzen Tag vor sich hinsummt
  89. …weil Audiolith zwar ein feines Label ist, aber den Begriff „elektronische Popmusik aus Hamburg“ recht einseitig geprägt hat und Hundreds dieses Bild ein wenig gerade rücken
  90. …weil Eva bei "Little Hearts" an die untere Grenze ihres Stimmumfangs stößt und dennoch sympathisch, intim und wunderbar unsouverän klingt als möchte hier niemand glänzen, sondern einfach ein lied vortragen
  91. …weil diese Band jegliche finanzielle Unterstützung (CD-Kauf und Konzertbesuch) verdient hat
  92. …weil es melodiös ist und als Einstiegsalbum in die knispelnd-elektronische Welt hervorragend taugt
  93. …weil dieses Album in einer Traditionslinie mit Lali Puna, Psapp, Gustav, Tied & Tickled Trio, Tenfold Loadstar, Isan und weiteren Topbands steht
  94. …weil diese verhuschte Musik einfach beschützenwert und sympathisch ist
  95. …weil alle Songs eine spröde, aber doch verlockend-austarierte innere Balance aufweisen
  96. …weil hier nicht überambitioniert alles neu erfunden werden will
  97. …weil die Pianoklänge auf „Grab The Gun“  so herrlich in Moll tröpfeln
  98. …weil in diesen 48 Minuten niemals Langeweile aufkommt
  99. …weil die Mischung aus Songwriting, Piano und Elektronik viele Evolutionsmöglichkeiten offenhält
  100. …weil man über dieses Album hundert positive Dinge sagen kann

(Text: Markus Wiludda, eldoradio*)

Künstler:
http://www.hundredsmusic.com/

 

Anspieltipps

Happy Virus
Link:

Grab The Sun
Link:

Machine
Link:

Song For A Sailor
Link:

Let's Write The Streets
Link:

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Archiv aller Silberlinge

Kommentare

christian schrieb am 26. April 2010 - 15:28

Hundert Gründe - coole Idee! War sicher nicht so leicht, die alle zusammen zu tragen. Merkt man an manchen Stellen, macht aber nix.
;-)

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