Silberling der Woche

Jede Woche verleihen wir ihn neu: den Silberling der Woche. Unter zig frischen Silberlingen, die jede Woche auf den Markt kommen, auserwählt nach einem bestimmten Regelwerk. Zum Silberling kann ein Album nur in der Woche der Veröffentlichung werden oder eine Woche davor oder danach. Bei der Auswahl achten wir auf die „gesunde“ Mischung. Jeder Style ist möglich. Der „Nachwuchs“ kommt ebenso zum Zuge wie die „Großen“. Im Westen ist der Silberling seit Herbst 2001 tägliches Programmelement bei den CampusRadios NRW und den PartnerRadios.

Silberling der Woche 19/2003

Albumcover

Hot Hot Heat
Make Up The Breakdown

Es ist mal wieder Sonntagabend. Morgen gibt es wieder einen Silberling der Woche. Diesmal ist es Hot Hot Heat mit ihrem Album Make Up The Breakdown. Die Presse hat die Platte bereits im Vorfeld gelobt. Tja und jetzt muß auch diese Rezension schnellstens fertig werden, nachdem mein Chef mich heute nachmittag darüber unterrichtet hat. Die Platte habe ich schon mal gesehen, denke ich mir und bekomme nun ein schlechtes Gewissen, sie nicht eher mal durchgehört zu haben.

Mein erster Anhaltspunkt ist das Sub Pop Logo auf der Rückseite der CD. Ein Label, das schon große Bands hervorgebracht hat. Namen braucht man hier wohl keine mehr zu nennen. Gerade vor 3 Wochen kam ein Redakteur mit einer Platte in der Hand auf mich zu und meinte, die müsse ich mir unbegingt reinziehen. Es waren die "The Thermals", die ebenfalls bei Sub Pop unter Vertrag sind. Eine Bombe von Album, das eine Woche später die gesamte Redaktion mitgerissen hat - interessanterweise hat ein großes deutsches Musikmagazin ebenfalls beide Alben zusammen rezensiert. Und nun schon wieder mal Sub Pop, allerdings von einer großen Plattenfirma lizensiert. Da bekomme ich immer erstmal ein ungutes Gefühl im Magen, welches sich nur schwerlich abstellen läßt. Der Band um Steve Bays (vocals, keyboards), Dante DeCaro (guitar), Paul Hawley (drums) und Dustin Hawthorne (bass) will ich dabei auch erstmal nicht unterstellen.

Angefangen haben sie 1999 als sehr harte und aggressive Elektronik-Band. Es gab noch keinen Gitarristen und der Gesang hatte noch nicht den heutigen Stellenwert. Nach und nach ließen sie dann immer mehr ihre Wurzeln durchschimmern, die sie folgendermaßen definieren: ein bißchen XTC, ein Gramm The Clash, ein Hauch Elvis Costello, ein Quentchen Cure. Mit Gitarrist Dante, der 2001 zur Band stieß, begannen sie traditionelle Popsongs zu schreiben. Man merkt den Songs auf dem Album auch allerdings immer noch die Ursprünge der Band an: die Elektronik. Während bei Bands wie Radio 4, die einen ähnlichen Sound machen, der Ursprung eher in der Rockmusik zu finden ist.

Ich war ja auch noch nie ein richtiger The Cure Fan, ich hörte die Band nur so bei Freunden oder Bekannten. Meistens aber widerwillig. Das besondere daran: die Stimme von Steve erinnert teilweise an The Cure, während die Musik bislweilen sehr eckig und kantig ist. Vielleicht ist es gerade diese Mischung, die den Hörer in den Bann zieht und auch erst interessant macht. Mir gefällt es jedenfalls. Ach ja, das mulmige Gefühl ist weg.

(Text: Guido Bülow, hochschulradio 97.1)

Anspieltipps

  • Aveda (Track 6)
  • Talk To Me Me, Dance With Me (Track 8)
  • Get In Or Get Out (Track 3)
  • Oh Goddamnit (Track 5)
  • Save Us S.O.S (Track 9)

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