Silberling der Woche

Jede Woche verleihen wir ihn neu: den Silberling der Woche. Unter zig frischen Silberlingen, die jede Woche auf den Markt kommen, auserwählt nach einem bestimmten Regelwerk. Zum Silberling kann ein Album nur in der Woche der Veröffentlichung werden oder eine Woche davor oder danach. Bei der Auswahl achten wir auf die „gesunde“ Mischung. Jeder Style ist möglich. Der „Nachwuchs“ kommt ebenso zum Zuge wie die „Großen“. Im Westen ist der Silberling seit Herbst 2001 tägliches Programmelement bei den CampusRadios NRW und den PartnerRadios.

Silberling der Woche 15/2005

Albumcover

Hot Hot Heat
Elevator

Wer eine Rezension, wie sie langweiliger und voller Klischees nicht sein könnte, sollte weiterlesen: Hot Hot Heat, der kandadische Exportschlager hat ein zweites Mal zugeschlagen. Nach ihrem Durchbruch mit "Make Up The Breakdown" hat der Vierer wieder mal tief in die Trickkiste gegriffen. Pop, Punk, Gitarren und Melodien, bei denen es einem die Schlappen auszieht, dürfen nicht fehlen und bereiten so eine Songmischung aus der Legenden gemacht sind!

Nach ihrer ersten Welttournee im Dezember 2003 haben die Jungs nicht die Füße im Ruhm baumeln lassen, sondern haben sich schon ans neue Werk "Elevator" gemacht, das jetzt seit Tagen auf Dauerschleife im CD-Player routiert...und ich muss sagen: schick bis galore ist es geworden und die jungen Herren haben mal wieder bewiesen, dass Kanada mehr zu bieten hat als Wälder, Shania Twain und Avril Lavigne. Nicht zuletzt der Godfather der Produzenten Dave Sardy dürfte zu diesem Sound beigetragen haben. Hat er doch schon Riesenbands mit Riesenalben, wie die Red Hot Chili Peppers, Marilyn Manson oder Jet produziert. Das weiß auch Steve Bays, Keyboarder bei Hot Hot Heat: "Dave hat eine unglaubliche Begabung, uns völlige Freiheit zu lassen und uns trotzdem auf dem Weg zu halten. Er wurde zu unserem fünften Bandmitglied." Das konnten Hot Hot Heat auch gut gebrauchen, denn nach den Aufnahmen verließ Gitarrist Dante DeCapro die Band. Glücklicherweise wurde bald in Luke Paquin Ersatz gefunden. Schon bald wusste man, dass die Chemie stimmte: "Als wir ihn das erste Mal trafen, haben wir vier Stunden über Bands geredet, die wir gut finden. Noch bevor wir den ersten Song zusammen gespielt hatten, passte er perfekt." Eine Geschichte, wie sie nur das Rockbusiness schreiben kann!

"Elevator" ist eine Mischung aus 60er Anleihen, fetten Keyboard-Läufen, Gitarrenlauf-Granaten, Pop-Perlen und gaaaaanz viel guter Laune. Allerdings muss der Freund der gepflegten Rockmusik aber auf der Hut sein, denn wo auf dem Debüt noch musikalische Ecken und Kanten waren, sind diese jetzt glatt. Aber trotzdem sollte man vor Hot Hot Heat auf der Hut sein, schließlich lassen es sich die Jungs nicht nehmen die Aufmerksamkeit der Hörer zu testen, denn die Tracklist ist verkehrt herum gedruckt. Auf wessen Mist diese Idee gewachsen ist, wird aber ein ewiges Geheimnis der Rockolymps bleiben.

Kein Geheimnis sollte die Qualität dieser Platte bleiben, hat doch schon die erste Single-Auskopplung "Goodnight Goodnight" ein Feuerwerk der guten Laune versprochen! Eine mitreißende Melodie, die sicherlich auch in der richtigen Clubatmosphäre für den einen oder anderen schmissigen Tanz sorgen dürfte. Aber auch der Rest des Albums spielt in der gleichen musikalischen Liga, ein smashiger Hit jagt den nächsten und es fällt schwer einen wirklichen Lieblingstrack, den man seinen Freunden exemplarisch vorspielen kann, zu finden. Auch textlich sind Hot Hot Heat gereift - bei Zeilen wie: "I Was Half Of A Man Nearly Half Of The Time/ In An Innocent Way, I Thought I Could Stay/ With Us Both On The Ground/ With Us Fooling Around" - wie wahr! Haben wir uns alle nicht schon mal so gefühlt? Da spricht einem Sänger Matt Marnik voll aus dem Herzen. Hach.

Hot Hot Heat bieten mit "Elevator" eine heiß-heiß-hitzigen Mix aus Songs zum Mitschreien, zum Nachdenken, aber immer tanzbar. Was will man mehr? Und wenn ich mir den Wortwitz erlauben darf: Dieses Album ist ganz bestimmt keine Fahrstuhl-Musik!

Wie immer noch da? Dann bist du aber ziemlich schmerzfrei! Oder dachtest du, dass diese Rezension wirklich mein Ernst war? Nur ein paar Worte zum Abschluss: Großes Album, große Band! Unbedingt kaufen! Echt jetzt. (Sandra Zapke, CT das Radio)

Künstler: www.hothotheat.com, Label: www.warnermusic.de

Anspieltipps

  • Goodnight, Goodnight #3
  • You Owe Me An IOU #5
  • Middle Of Nowhere #10
  • Running Out Of Time #2
  • Shame On You #14

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