Silberling der Woche

Jede Woche verleihen wir ihn neu: den Silberling der Woche. Unter zig frischen Silberlingen, die jede Woche auf den Markt kommen, auserwählt nach einem bestimmten Regelwerk. Zum Silberling kann ein Album nur in der Woche der Veröffentlichung werden oder eine Woche davor oder danach. Bei der Auswahl achten wir auf die „gesunde“ Mischung. Jeder Style ist möglich. Der „Nachwuchs“ kommt ebenso zum Zuge wie die „Großen“. Im Westen ist der Silberling seit Herbst 2001 tägliches Programmelement bei den CampusRadios NRW und den PartnerRadios.

Silberling der Woche 30/2004

Albumcover

The Hives
Tyrannosaurus Hives

"Mutter tu dat Kind wech, der Tyrannosaurus Hives steht vor der Tür!" So oder so ähnlich könnte es in Millionen Kinderzimmern auf der Welt klingen, denn endlich endlich sind die Hives zurück. Vier Jahre lang war es ruhig um Howlin´ Pelle Almqvist, Vigilante Carlstroem, Dr. Matt Destruction, Chris Dangerous und Nicholaus Arson. Aber da liegen sie vor mir: 30:01 Minuten feinster Garagenrock von den feschen Schweden. Hans Rosenthal würde fragen: "Was fällt ihnen alles zum Thema Hives ein?" Als erstes fällt mir da der sexy Knackarsch von Pelle ein, aber so sind sie nun mal die Frauen. Betrachtet man die Hives näher, sticht einem als erstes der Name Randy Fitzsimmons ins Auge. Randy Fitzsimmons ist der Mastermind hinter den Hives. 1993 erhielten fünf Teenager aus Fagersta einen Brief mit Datum und Uhrzeit für ein konspiratives Treffen. Absender: Randy Fitzsimmons - die Hives waren geboren. Soweit die Legende... Bereits ein Jahr später tritt die Band auf, 1996 erscheint die Mini-LP "Oh Lord! When? How?" und ein Jahr später das erste Album "Barely Legal". Der eigentliche Durchbruch gelang der Band dann aber mit dem 2000er Album "Veni, Vidi, Vicious" und den Hitsingles "Main Offender", "Hate To Say I Told You So" und "Die, All Right". Geschrieben hatte die Songs natürlich wer? Randy Fitzsimmons.

Bereits die erste Single "Walk, Idiot, Walk" vom neuen Album zeigt, dass die Hives nie wirklich weg waren. Da kreischt Pelles Organ und da rockt die Gitarre. Im Interview erzählte die Band, dass der Song von einer real existierenden Person handelt. Wer diese Person ist, bleibt aber weiterhin ein Geheimnis. Im selben Interview berichtete die Band dann aber auch von den Unterschieden zu den Vorgängeralben. Die Texte sollten weniger verwirrend sein und der Sound soll nicht nur nach den 60ern sondern mehr nach den 80ern klingen. Aha. Im Endeffekt geht es den Hives darum, mit jedem Song 2 bis 3 Minuten Aufregung zu verbreiten. Auffällig sind die Wortspielereien beim Album- sowie bei den Songtiteln. "Tyrannosaurus Hives" soll Angst ausdrücken, Songtitel wie "Abra Cadaver" und "Dead Quote Olympics" zeigen: diesen fünf Schweden ist es verdammt ernst. Überraschenderweise finden sich bei den neuen Songs jede Menge politische Anspielungen. Es geht um den Ausbruch aus dem normalen Leben. Im normalen Leben haben sich die Hives einige Feinde gemacht. So findet Jon Bon Jovi die Band nicht besonders gut und auch bei ihrem alten Label "Burning Heart" ist man nicht besonders gut auf die Jungs zu sprechen. Von einem Tag auf den anderen unterschrieb die Band einen weltweiten Vertrag bei Universal ohne dass Burning Heart davon wußte. Interessant an dieser Tatsache ist, dass die Hives zu diesem Zeitpunkt noch ein Album bei Burning Heart abliefern mußten. "Tyrannosaurus Hives" ist somit die erste Veröffentlichung bei einem Majorlabel. Nicht nur die fiktive Figur Randy Fitzsimmons gehört zu den Hives, auch das optische Auftreten der Band gehören zum Gesamtbild. Neben dem äußerst durchgestylten Äußeren (ohne schwarz-weiße Anzüge traut sich keiner von denen aus dem Haus), fällt einem zuerst die grafische Gestaltung der CD auf. Designt wurde das Album von Walse Custom Design, die auch schon für die Hellacopters, Kristofer Aström und Danko Jones gearbeitet haben. Der Silberling selbst ist liebevoll wie eine Vinylscheibe gestaltet und muß deswegen auch auf 33 1/3 abgespielt werden. Ein Blick auf www.hivesmusic.com zeigt nach einigen Klicks eine Website, die wie ein englisches Klatschblatt gestaltet ist. Und für all dieses haben die Hives nur ein Urteil: ´tyrannosaurus sexy´.

Ja die Hives rocken immer noch mächtig und so schnell macht ihnen das auch keiner nach. Das neue Album ist tighter und man entdeckt neues und findet liebgewonnenes. Für die Tanzfraktion ist wieder was dabei und bei mir läuft das Teil für den Rest des Jahres auf Endlosschleife. Eins fehlt mir dann aber noch zu meinem Glück: Pelles Knackarsch in Natura vor meinen Augen. Robocoppola würde sagen: "Das perfekte Album zum Faßklatschen und Schenkelwerfen".

(Katrin Jungmann, CT das Radio)

Artist: www.thehivesmusic.com

Label: www.universal-rock.de

Anspieltipps

  • ´Walk, Idiot, Walk´ Track 3
  • ´Abra Cadaver´ Track 1
  • ´Dead Quote Olympics´ Track 11
  • ´A Little More For Little You´ Track 5
  • ´Diabolic Scheme´ Track 8

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