Silberling der Woche

Jede Woche verleihen wir ihn neu: den Silberling der Woche. Unter zig frischen Silberlingen, die jede Woche auf den Markt kommen, auserwählt nach einem bestimmten Regelwerk. Zum Silberling kann ein Album nur in der Woche der Veröffentlichung werden oder eine Woche davor oder danach. Bei der Auswahl achten wir auf die „gesunde“ Mischung. Jeder Style ist möglich. Der „Nachwuchs“ kommt ebenso zum Zuge wie die „Großen“. Im Westen ist der Silberling seit Herbst 2001 tägliches Programmelement bei den CampusRadios NRW und den PartnerRadios.

Silberling der Woche 42/2002

Albumcover

The Hellacopters
By the Grace of God

Nach der umfassenden B-Seiten Collection „Cream Of The Crap“, die Anfang des Jahres auf den Markt geworfen wurde, gibt’s nun nach zwei Jahren wieder einen echten Longplayer der schwedischen High-Energy Rock’n Roller.

Wer dabei aber wirklich erwartet und gehofft hat, die Hellacopters würden sich bei Ihrem fünften Album wieder auf ihre Anfänge besinnen und zum dreckigen Schnodderrock à la „Supershitty to the Max“ (das den Copters vor sechs Jahren sogar einen Grammy bescherte) und „Payin´ The Dues“ zurückkehren, wird von „By the Grace of God“ eher heftig enttäuscht sein und die Copters wohl nun endgültig in der große Schublade mit der fetten Aufschrift Mainstream verschwinden lassen. Tolerantere Liebhaber von energiegeladenem Seventies-Rock, wie er in dieser Qualität von sonst kaum einer Band der letzten zwanzig Jahre geboten wird, werden an diesem Album nicht vorbeikommen.

Ein Händchen fürs Songwritig, grandiose schnellen, fetten Gitarren und die unverwechselbare Stimme von Nick Royale: Ob die Hellacopters diese Gaben nun wirklich der Gnade Gottes verdanken sei einmal dahingestellt. Sicher ist aber, dass dies die Mischung ist, mit der es den Schweden auch diesmal wieder gelungen ist, ein hymnisches Rock’n Roll-Brett der Sonderklasse abzuliefern.

Hätte nicht eine andere Band schon diesen Namen verwendet, so wäre „All Killer, No Filler“ durchaus auch ein berechtigter Titel dieses Albums gewesen.
Ohne Anzeichen von Schwächen wird der Hörer geradezu durch die 13 Songs gejagt. Keine Zeit für Pausen, lediglich bei zwei, drei Stücken wird einen halben Gang runtergeschaltet. So kommt „Rainy Days Revisited“ mittels seiner Backgroundvocals schon fast etwas soulig daher und zu „Down On Freestreet“ könnte man fast gemütlich in einem großen amerikanischen Wagen die Landstraße hinunter in den Sonnenuntergang fahren um dann aber sofort bei „Better Than You“ das Gaspedal kräftig in den Motorblock zu drücken.

Rock’n Roll will never die! – Die Hellacopters haben mit „By The Grace Of God“ jedenfalls einen weiteren Beitrag zur Verifizierung dieser Hoffnung geleistet.

(Markus Lechner, Radio Q 90.9, Münster)

HOMEPAGE: www.hellacopters.com / LABEL: www.islandmercury.de

Anspieltipps

  • MO: By The Grace Of God (Track 1)
  • DI: Down On Freestreet (Track 3)
  • MI: Better Than You (Track4)
  • DO: Rainy Days Revisited (Track 6)
  • FR: It’s Good But It Just Ain’t Right (Track 7)

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