Silberling der Woche

Jede Woche verleihen wir ihn neu: den Silberling der Woche. Unter zig frischen Silberlingen, die jede Woche auf den Markt kommen, auserwählt nach einem bestimmten Regelwerk. Zum Silberling kann ein Album nur in der Woche der Veröffentlichung werden oder eine Woche davor oder danach. Bei der Auswahl achten wir auf die „gesunde“ Mischung. Jeder Style ist möglich. Der „Nachwuchs“ kommt ebenso zum Zuge wie die „Großen“. Im Westen ist der Silberling seit Herbst 2001 tägliches Programmelement bei den CampusRadios NRW und den PartnerRadios.

Silberling der Woche 32/2012

Albumcover

Heavenly Beat
Talent

Man liegt im Bett, ganz entspannt mit gutem Essen und noch besserer Laune. Die Gedanken haben freien Lauf und kreisen um die Vorstellung davon, wie der Takt des Himmels wohl klingen mag. Mit „Laying / Eating in bed“ beschreiben sich Heavenly Beat auf ihrem Facebook-Profil selbst. Hinter dem sehr entspannten Dream-Electro-Pop Trio aus Texas stecken der Beach-Fossils-Bassist John Pena, Chris Burke und Andrew Mailliard.

„Talent“ heißt das Debütalbum, in dem die drei den Takt des Himmels akustisch verpacken. Das klingt jetzt sehr nach lauer, wolkenleichter, gut-wetter Musik. Und genau das liefern Heavenly Beat auch, nicht weniger, aber auch nicht mehr. Bereits der erste Song „Lust“ spiegelt die komplette musikalische Stilpalette des Albums wieder: ein auf ruhige Hintergrundmusik programmierter Drum-Computer, flockige Basslines, die sich in Dauerschleifen durch die Lieder grooven, Massen von Synth-Strings, die der ganzen Musik den himmlisch weiten Touch verleihen und oben drauf der engelhaft gehauchte Falsett-Gesang von John Pena. Die einzigen „Ausreißer“, wenn man sie so nennen mag, werden durch eine Akustik-Gitarre hervorgerufen, die sich dennoch nahtlos in den lauen Gesamtklang der Band einfügt. So erinnern Stücke wie „Faithless“ oder „Presence“ stark an die Kings of Convenience, die 2009 auf ihrer Platte „Declaration of Dependence“ ähnlich positive Sommermusik geboten haben.

Heavenly Beat sind stilkonsequent. Ihr Debütalbum erfordert keine „Drauf-Einlassen-Energie“; es plätschert genüsslich vor sich hin und hat damit das Potenzial zum Strand-Soundtrack des Jahres zu werden. Diesem Effekt zuträglich ist auch die Tatsache, dass viele Melodien – ob Gesang oder Synthies – in merkwürdig bekanntem Gewand erscheinen. Kein Plagiatsvorwurf (der sich ohnehin nicht rekonstruieren ließe), vielmehr das letzte Puzzleteil, das „Talent“ zur völligen Harmonie verhilft. Wenn auch wenig Lieder wirklich Kopf hängen bleiben: Das Album verursacht ein richtig gutes Gefühl und zwingt automatisch zum Grinsen. (David Mader, CampusFM)

Anspieltipps

Tradition, #8
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Lust, #1
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Faithless, #3
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Elite, #5
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Talent, #6
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Archiv aller Silberlinge

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