Silberling der Woche

Jede Woche verleihen wir ihn neu: den Silberling der Woche. Unter zig frischen Silberlingen, die jede Woche auf den Markt kommen, auserwählt nach einem bestimmten Regelwerk. Zum Silberling kann ein Album nur in der Woche der Veröffentlichung werden oder eine Woche davor oder danach. Bei der Auswahl achten wir auf die „gesunde“ Mischung. Jeder Style ist möglich. Der „Nachwuchs“ kommt ebenso zum Zuge wie die „Großen“. Im Westen ist der Silberling seit Herbst 2001 tägliches Programmelement bei den CampusRadios NRW und den PartnerRadios.

Silberling der Woche 04/2003

Albumcover

Groove Armada
Lovebox

"I see you baby (shakin´ that ass)", der wohl bis dato bekannteste Titel von Groove Armada, ist für mich die perfekte Ode an geschmeidige und knackige Männerhintern. Und so ist es nicht weiter verwunderlich, daß ich genau dieses Lied immer dann singe, wenn ein knackiger Männerhintern vor mir auftaucht.

1994 trafen sich Tom Findlay und Andy Cato und stellten schnell ihre gemeinsame Liebe zu Funk, Jazz und House fest. Bereits auf ihrem ersten Album "Nothern Star" mixten sie diese Stile so gekonnt, daß sich die gesamte Musikpresse vor Begeisterung überschlug. Das 99er Album "Vertigo" mit dem Hit "I see you baby (shakin´ that ass)" verhalf der Band zum Durchbruch. Mit ihrem letzten Album "Hello Country (Goodbye Nightclub)" festigte die Groove Armada ihren Ruf als einer der besten Danceacts Großbritanniens.

Das Jahr 2003 beginnt gut für die Groove Armada. Sie sind sowohl für einen BRIT-Award in der Kategorie "Best Dance Act", als auch für einen Grammy in der Kategorie "Best Dance Recording" nominiert. Und das noch bevor das neue Album "Lovebox" überhaupt erschienen ist. In einem Interview verriet die Band, daß auf dem Album neben dem typischen Stilmix mehr Rockelemente zu hören sein werden. Der Track "Purple Haze" ist dann auch gleich eine Bearbeitung des alten Jimi Hendrix´ Klassikers, aufgefrischt im typischen Stil der Groove Armada.

Nicht nur Rock findet sich auf dem Album, auch feinste Tanzmusik und fette Beats werden geboten. So beginnt der Track "Madder" mit ruhigen Beats und Raps um dann in einem fetten Groovegewitter zu enden, bei dem wohl kaum jemand die Füße still halten kann. "Lovebox" glänzt nicht nur mit fetten Beats, sondern auch mit ruhigen Klängen und großartigen Gastsängern. Beim Song "Think Twice" holte man sich die schwedische Sängerin Neneh Cherry ins Studio, die in den 80ern Erfolge mit Songs wie "Manchild" feierte. Ihr Gesang und die Musik lassen den Song zu einem Stück werden, daß ebenso aus der Feder von Portishead oder Massive Attack stammen könnte.

Schon bei "Goodbye Country (Hello Nightclub)" war bei den Songs "Little by Little" und "Healing" die Stimme von Richie Havens Kiminul zu hören. Getreu dem Motto: "Never change a winning team" verzaubert seine Stimme auch auf diesem Album wieder. Der Song "Hands Of Time" ist einer dieser Tracks in denen man abtaucht und sich wünscht nie wieder aufzutauchen zu müssen. Mehr Rockmusik hatte die Groove Armada versprochen, und dieses Versprechen haben sie auch gehalten. Trotzdem weichen sie nicht von ihrer bewährten Mischung aller Stile ab und schaffen mit "Lovebox" eines der abwechslungsreichsten Alben das selbst vor einem Reggaestück nicht haltmacht.

Und wie drückt es der Mann im Stück so schön aus "But I feel good, but I feel high". Genauso entläßt mich dieses Album in einen trüben Tag im Ruhrgebiet, nur das der Tag in meinem Kopf gar nicht mehr so trüb ist. Wer großartige Tanzmusik mag, der wird dieses Album lieben, der Rest läßt sich eins der wohl abwechslungsreichsten Alben entgehen. Und wer bei hier nicht tanzt, dem ist nicht mehr zu helfen.

(Text: Katrin Jungmann, c.t.-das Radio, Bochum)

HOMEPAGE: www.groovearmada.com / LABEL: www.zomba.de

Anspieltipps

  • Purple Haze, Track 1
  • Madder, Track 4
  • Think Twice..., Track 5
  • Hands Of Time, Track 7
  • But I Feel Good, Track 11

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