Silberling der Woche

Jede Woche verleihen wir ihn neu: den Silberling der Woche. Unter zig frischen Silberlingen, die jede Woche auf den Markt kommen, auserwählt nach einem bestimmten Regelwerk. Zum Silberling kann ein Album nur in der Woche der Veröffentlichung werden oder eine Woche davor oder danach. Bei der Auswahl achten wir auf die „gesunde“ Mischung. Jeder Style ist möglich. Der „Nachwuchs“ kommt ebenso zum Zuge wie die „Großen“. Im Westen ist der Silberling seit Herbst 2001 tägliches Programmelement bei den CampusRadios NRW und den PartnerRadios.

Silberling der Woche 19/2006

Albumcover

Ghostface Killah
Fishscale

Dreht euch um, denn dieses Gespenst ist unumgänglich! So manch einem Möchtegernghettorapper dürfte in diesen Tagen der Sack in den Schritt der ach so dicken Hose plumpsen, denn Ghostface Killah meldet sich zurück, um der Hip-Hop-Welt zu zeigen, wo der Fisch die Schuppen hat.

Längst hat sich der vermeintlich kleine Hai des Wu-Tangs, der zwischen den fetten Fischfängern Method Man, Ol´ Dirty Bastard und RZA immer irgendwie unterzugehen drohte, freigeschwommen, und mit "Fishscale" kann ihm nun kaum noch einer aus dem Clan das Wasser reichen. RZAs bisher gereichte Produzentenflosse reicht dem geistreichen Killah auf seinem fünften Soloalbum nicht mehr aus und so formt der Killah die ihn umgebende Gang wieder einmal um, um sie ohne Rücksicht auf Umgangsformen der Form anzupassen. Die steht auf der Fischskala gleichauf mit dem Inhalt, der es in gewohnter Ghostmanier in sich hat - und das auf explizierteste Art und Weise. Um Gangsta-Themen geht es, um Sex, Gewalt und Drogen, aber auch um Spongebob, um unfähige Friseure und - natürlich, denn bekanntlich haben gerade die härtesten Rapper die weichsten Kerne - um Ghosts "Momma". Dabei bettet das musikalisch inzwischen aktivste aller Clanmitglieder seine stets zielsicheren Texte mal weich in die sanften Beats des inzwischen verstorbenen J Dilla und mal in die die knallharten Hände von Just Blaze, Pete Rock und MF Doom und lebt so seine Vorlieben für Funk, R´n´B und Soul aus, ohne dabei seine erklärte Mission, den ehrlichen rauhen Hip Hop vor der weichgespülten Schafottgang aus der Nachfolgegeneration zu retten, auch nur ansatzweise aus den wachsamen Augen zu verlieren. Ghost sieht alles und lacht immer zuletzt, dann aber am lautesten von allen, während das junge Rapgemüse die grünen Ohren nach ihm dreht und gehörig auf den Buckel kriegt. Keine Chance, Leute, an den kommt so schnell keiner ran.

An Mikros und Reglern lässt GFK allerdings nicht nur bereits genannte Produzenten mitschwimmen und -bestimmen, sondern außerdem tote und lebendige Größen von seinem siamesischen Zwillingsfisch Raekwon über den kompletten Wu-Tang-Schwarm in einem Song bis hin zum notorischen Kugelfisch B.I.G., der aus dem feuchten Grab auf dem Meeresgrund seine Stimme für einen Bonustrack leiht. Desweiteren featured "Fishscale" Ghosts Nachwuchsentdeckungen Ne-Yo, Megan Rochell und die Theodore Unit mit Capadonna, Shawn Wiggs und Trife, die bereits auf seinem Album "Supreme Clientel" vertreten waren. Trotzdem besteht kein Zweifel, in wessen Teich man sich auf den 24 Tracks befindet, denn der dickste Fisch behält die tighteste aller dicken Hosen immer noch selbst an. Gut so, denn wo Hip Hop dies- und jenseits des großen Teiches vor lauter grätig müffelnden Einflüssen zum überflüssigen Tümpel verschwimmt, braucht es einen wie den Killah, um das Wu vor dem Austrocknen zu bewahren. Deshalb dreht euch nach "Fishscale" um und beginnt nach der langen Nackenstarre endlich wieder mit dem Kopfnicken! Umgehend! (Britta Helm, Radio Q)

Artist: http://www.ghostfacekillah.com | Label: http://www.defjam.com/

Anspieltipps

  • Kilo, #3
  • The Champ, #4
  • Whip You With A Strap, #12
  • Be Easy, #14
  • Three Bricks, #24

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