Silberling der Woche

Jede Woche verleihen wir ihn neu: den Silberling der Woche. Unter zig frischen Silberlingen, die jede Woche auf den Markt kommen, auserwählt nach einem bestimmten Regelwerk. Zum Silberling kann ein Album nur in der Woche der Veröffentlichung werden oder eine Woche davor oder danach. Bei der Auswahl achten wir auf die „gesunde“ Mischung. Jeder Style ist möglich. Der „Nachwuchs“ kommt ebenso zum Zuge wie die „Großen“. Im Westen ist der Silberling seit Herbst 2001 tägliches Programmelement bei den CampusRadios NRW und den PartnerRadios.

Silberling der Woche 12/2007

Albumcover

Get Cape. Wear Cape. Fly
Chronicles Of A Bohemian Teenager

Was habt Ihr eigentlich mit 20 gemacht? Zivildienst? Studium? Tja, Sam Duckworth alias "Get Cape. Wear Cape. Fly" ist gerade mal 20 und seit ungefähr drei Jahren nonstop auf Tour. Bewaffnet mit Bahnticket, Gitarre und seinem Laptop tingelt er von einem kleinen Club zum nächsten, von einer Schlafgelegenheit zur anderen. Es muss ihm Spaß machen. Den Leuten, die zu seinen Shows gingen, auch. Sonst würde es heute nicht so sein, wie es ist: Einen Walter Schreifels im Vorprogramm, ausverkaufte Hallen, und ein Plattendeal beim Major Atlantic Records.

Der typischste Song der Platte heißt "I-Spy" - flotte Akustikpickings und Leichtkost-Melodien, dazu dezente Elektronik aus dem Drum-Computer. Zitat: "It doesn´t matter that this song has a simple tune / Even though it´s not what I´m supposed to do." Duckworth schiebt sogar noch einen hinterher: "Can you hear me singing ´lalalalalalalala´?!" Dazu ein bisschen Folk, die Rechenmaschine wirft dann und wann ein paar total unverbindliche Beats dazu, und so seicht das auch mal werden mag - Don´t call it EMO!

In bester Singer-/Songwriter-Tradition ist das Drumherum angenehm minimalistisch gehalten. So hat er zwar ein paar Kumpels mit ins Studio eingeladen, die auch mal in die Trompete tröten dürfen. Was Sam nach eigener Aussage auch lieber bleiben lässt, das würde bei ihm nämlich in etwa "wie ein toter Elefant" klingen.

Vielmehr stehen sie so da, die Stücke. Gerne mal splitternackt bis auf die Knochen. Und irgendwo dazwischen, also zwischen den Zwitschermelodien, die schon O.C. California untermalten, zwischen den auf kontemporär getrimmten Folksongs und recht wenig Gedöns drumherum avanciert der Sam schon ein wenig zum Troubadou der Generation iPod. Da steht er dann, in irgendeiner Fußgängerzone, ganz nahe am Menschen. Eine Szene, die man sich ganz gut vorstellen kann. Fängt an, seine persönlichen Lieder zu singen, zu unterhalten und packt auch mal Sozialkritisches aus, "Whitewash is brainwash" vielleicht: "They want you to fall in love / With the idea of being in love / Because nothing says I love you / Better than flowers and chocolates and cards." Akku ist alle, Steckdose für den Lappi ist gerade nicht in Sicht, macht aber auch nichts. (Stephan Holtkötter | Radio Q)

VÖ: 23.03.2007

Künstler: http://www.getcapewearcapefly.com | Label: http://www.atlanticrecords.co.uk

Anspieltipps

  • War of the Worlds, Track 6
  • The Chronicles Of A Bohemian Teenanger (Part One), Track 12
  • An Oak Tree, Track 2
  • I-Spy, Track 4
  • The Chronicles Of A Bohemian Teenager (Part Two), Track 3

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