Silberling der Woche

Jede Woche verleihen wir ihn neu: den Silberling der Woche. Unter zig frischen Silberlingen, die jede Woche auf den Markt kommen, auserwählt nach einem bestimmten Regelwerk. Zum Silberling kann ein Album nur in der Woche der Veröffentlichung werden oder eine Woche davor oder danach. Bei der Auswahl achten wir auf die „gesunde“ Mischung. Jeder Style ist möglich. Der „Nachwuchs“ kommt ebenso zum Zuge wie die „Großen“. Im Westen ist der Silberling seit Herbst 2001 tägliches Programmelement bei den CampusRadios NRW und den PartnerRadios.

Silberling der Woche 49/2001

Albumcover

Foetus
Blow

"BLOW", so lautet der Titel, des neuen FOETUS Albums, das eigentlich gar
kein neues ist. Denn "BLOW" ist das Remix-Album zum regulären Vorgänger "FLOW",
welches pünktlich zur Weihnachtszeit durch den Mixer geschickt wurde.
"FLOW", so schreibt die Plattenfirma ist "ein elektronischer Bastard der
nichts von der FOETUS typischen Gefahr und Energie verloren hat- eine
Kampfansage an langweilige Musik und ein weiterer Stein für den Denkmalsockel des New
Yorker Workaholics" JIM THIRLWELL. Alles gut und schön; das mit der
´Kampfansage an die langweilige Musik´ mag ich ja noch unterschreiben, aber mit dem
´weiteren Stein des Denkmalsockels´ mag ich mich so recht anfreunden wollen.
Vielleicht mag ich mit der neuen FOETUS Scheibe etwas zu hart ins Gericht gehen,
aber es fällt mir persönlich, der sich nur ab und an mit elektronischer
Musik auseinandersetzt, doch ein bißchen schwer das geniale Moment dieser Platte
heraus zu hören. "BLOW" bietet ein "Computer-Gewitter der besonderen
Art"(Promo, 2001), aber dies würde ich persönlich nicht gleich Hörvergnügen setzen
wollen. Denn bis auf den URSULA-1000-Sheracer-Mix von "SOMEONE WHO
CARES"(Tr.11), welcher hitverdächtig tanzbar und eingängig poppig daherkommt, gibt es auf
"BLOW" oft nur harte Beats für eingefleischte Elektronikfreaks oder
Liebhaber der NYer AVANTGARDE-Musik. "BLOW" ist mit Sicherheit kein
leichtverdauliches Album, was man mal so nebenbei konsumieren kann, sondern eher Musik, die
sich einem in einer ruhigen Minute am besten erschließt. Dies betrifft vor
allen Dingen die etwas längeren Stücke, wie etwa "CIRRHOSIS OF THE HEART"(Tr.1)
oder "THE NEED MACHINE"(Tr.12). Aber der beste Hörgenuß erschließt sich
sowieso nur, wenn man die Platte in Einem durchhört! Neben den bereits aufgeführten
Stücken, erweisen sich vor allen Dingen der "QUICK FIX"-Remix(Tr.5) von
CHARLIE CLOUSER(N.I.N.), für den Industrial Pioneer J.G. THIRLWELL auch schon
produzierte, und der "HEULDOCH 7B"-Remix(Tr.10) von PANACEA als wahrer
Ohrenschmaus.

FAZIT: "BLOW" ist "ein Computer-Gewitter der besonderen Art- gefertigt von
einer Herde Elektroniker, die es verstanden haben, weder ein normales
Remix-Album noch ein Tribut-Album zu erstellen und doch ist es bei aller
Eigenständigkeit irgendwie beides geworden., nämlich ein eigenständiges Album, das für
sich steht, aber dennoch dem "MASTER OF DISASTER" mit Remixen der Extraklasse
tribut zollt."(Promo, 2001). Amen.

(Text: Felix Grimm, c.t. 96.9, bochum)

HOMEPAGE: www.foetus.org

LABEL: www.noisolution.de

Anspieltipps

  • Tr.1 "CIRRHOSIS OF THE HEART" Amon Tobin Mix
  • Tr.5 "QUICK FIX" Charlie Clouser Mix
  • Tr.10 "HEULDOCH 7B" Pancea Mix
  • Tr.11 "SOMEONE WHO CARES" Ursula 1000 Sheracer Mix
  • Tr.12 "THE NEED MACHINE" JG Thirlwell Mix

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