Silberling der Woche

Jede Woche verleihen wir ihn neu: den Silberling der Woche. Unter zig frischen Silberlingen, die jede Woche auf den Markt kommen, auserwählt nach einem bestimmten Regelwerk. Zum Silberling kann ein Album nur in der Woche der Veröffentlichung werden oder eine Woche davor oder danach. Bei der Auswahl achten wir auf die „gesunde“ Mischung. Jeder Style ist möglich. Der „Nachwuchs“ kommt ebenso zum Zuge wie die „Großen“. Im Westen ist der Silberling seit Herbst 2001 tägliches Programmelement bei den CampusRadios NRW und den PartnerRadios.

Silberling der Woche 20/2004

Albumcover

Fingathing
Fingathing And The Big Red Nebula Band

Fingathing – Found in Space
Bei Peter Parker (Dan Baxter), Turntablist, ehemals DMC Finalist in England, und Sneaky (Simon Houghton), klassisch ausgebildeter Basser mit Jazz- und Funk-Erfahrung, treffen Welten aufeinander. Um die Dimensionen klar zu stellen: eigentlich sind es ganze Welträume. Der eine hört HipHop und Metal (Slayer, Black Sabbath usw.), der andere lebt seinen Groove mit Charlie Mingus und Chic. Passt das?
Ja und wie.
Nachdem die Beiden mit ihrem ersten Longplayer „Superhero Music“ und durch grandiose Liveperformances einer ersten Aufmerksamkeit der Szene enormen Vorschub geleistet haben, schieben die bekennenden Wrestlingfans noch einen hinterher. "Fingathing And The Big Red Nebula Band" heißt ihr neuestes Werk und was im ersten Moment klingt, wie eine Folge einer Vorabend-Science-Fictionserie, hat zwar schon was mit Weltraum, Space und Aliens zu tun, ist aber weder abgehoben, noch treky-trivial.
Zeitsprung – Vergangenheit. Ort: United Kingdom: Peter Parker ist 1997 im DMC Final in der Kategorie Battle und Mark Rae, der Mitgründer des Manchester Labels „Grand Central“, sitzt in der Jury. Sechs Monate später trifft Rae Parker in einem Plattenladen und teilt ihm mit, dass er, wenn es nach ihm gegangen wäre, das Finale gewonnen hätte. Zufälligerweise ist Rae gerade auf der Suche nach einem kompetenten Turntablisten, der die Live Show von „Rae & Christian“ unterstützen soll. Bei einer Probe zur Live Tour der Old School Legende Tony D trifft Peter Parker auf Sneaky, der diesen bis dato schon auf verschieden Parties spielen hörte. Synergie. Sneaky und Parker werden ein Team. Sie gehen mit „Rae & Christian“ auf Tour, Ideen entstehen und werden auf der ersten Platte „Superhero Music“ umgesetzt. Unterstützt durch das phänomenale Artwork von Chris Dury, der auf den Liveshows der Beiden auch für die Visuals vor Ort zuständig ist, gelingt den Zweien die Verbindung. Der Plattenspieler wird als echtes und vollwertiges Instrument anerkannt und der Scratcher erhält seinen Stellenwert als Bandmitglied ohne Wenn und Aber.
Zeitsprung – Gegenwart. Ort: United Kingdom: "Fingathing And The Big Red Nebula Band" erscheint im Mai 2004. Parker und Sneaky haben die Vorstellung ihrer Musik konsequent weiterverfolgt. Die Musik ist erwachsener geworden. Deutlich zu erkennen an ihrer Struktur. Man bekennt sich zu Themen, bastelt an ihnen, lässt sie sich entwickeln und stellt sie hörbar bewußt in den Vordergrund. Die Collagenhaftigkeit schwindet und Scratches werden äußerst dezent, aber bestimmt, eingesetzt. Es zeigt sich der Groove. Die Liebe zu Soundtracks, HipHop, Jazz und Metal ist noch deutlich vernehmbar und alles ist irgendwie reisen. Weltraumreisen. „Music To Watch Aliens By“, „Walk in Space“, „Return to ERT“, so heißen die Titel.
Wo Welten aufeinander prallen, muss man groß denken. Und wo geht das besser als im Weltraum?

(Christian Düchtel, hochschulradio Düsseldorf)

Anspieltipps

  • "Walk in Space" Track 1
  • "Lava" Track 3
  • "Cluster Buster" Track 9
  • "Music To Watch Aliens By" Track 11
  • "Return to ERT" Track 13

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