Silberling der Woche

Jede Woche verleihen wir ihn neu: den Silberling der Woche. Unter zig frischen Silberlingen, die jede Woche auf den Markt kommen, auserwählt nach einem bestimmten Regelwerk. Zum Silberling kann ein Album nur in der Woche der Veröffentlichung werden oder eine Woche davor oder danach. Bei der Auswahl achten wir auf die „gesunde“ Mischung. Jeder Style ist möglich. Der „Nachwuchs“ kommt ebenso zum Zuge wie die „Großen“. Im Westen ist der Silberling seit Herbst 2001 tägliches Programmelement bei den CampusRadios NRW und den PartnerRadios.

Silberling der Woche 49/2003

Albumcover

DJ Fangkiebassbeton
Volkxfangk

„Volksfangk“ provoziert. „Volksfangk“ erzählt. Das Volk kennt in diesen Tagen nur zwei gelebte Arten von Querverweisen – Quentin Terrentino oder HipHop(per). Zitat: „Das Gegenteil von Mut in unserer Gesellschaft ist nicht Feigheit sondern Anpassung.“ DJ Fangkiebassbeton will sich nicht anpassen. Er veröffentlicht ein Konzept- Album („Volkxfangk“) und regt sich „herzlich“ über HipHop auf. Erfrischend. DJ Fangkiebassbeton alias Dirk Kehls ist in Köln aus dem HipHop gewachsen wie Drum´n´Bass aus HipHop gewachsen ist.

Querverweis. Wer zitiert, will durch Querverweise sein Konstrukt des Lebens beschreiben, für DJ Fangkiebassbeton müßte Samplen in „interstilistisch, multiples Musikzitieren“ umbenannt werden. Sein Album „Volkxfangk“ erzählt die Geschichte einer Reise. Es beschreibt Geschichte. Die eigene oder die der (deutschen) Gesellschaft oder die von HipHop oder die des Lebens, wer weiß das schon? „Meine eigenen Freunde halten mich und meine Musik für verrückt,“ sagt er und manchmal fragt er sich auch, was zur Hölle HipHop eigentlich sei. Eine klare Antwort hat er anscheinend noch nicht gefunden. Und da kann es schon mal vorkommen, dass auf der Reise „Volkxfangk“ ein Downbeat auf ein Hackbrett trifft, Klassik auf Bassdrums, der Weltraum erobert wird und das Lachen der Menschen stereo ist. Mittendrin fordert Willy Brandt mehr Demokratie und Menschen geben ihr Gehirn bei der Bank ab. Die Technik hat die Bedürfnisse der Menschheit zu verwirklichen und Dumm sein und Arbeit haben, dass ist das Glück.

Verwirrung? Gut so. Klar ist: HipHop ist für DJ Fangkiebassbeton „Original Handarbeit“. Er ist fanatischer Plattensammler, klappert Flohmärkte mit seinem tragbaren Plattenspieler ab, findet seine Platten am liebsten bei Menschen, die „eben nicht nur Platten verkaufen“, macht Tapes, hat gerappt, ist Grafikdesigner und sein Lable heißt „Carpetbombing“. Mehr HipHop geht nicht.

Und guten, nach vorne weisenden HipHop von umme Ecke - wann hat man den schon mal in der letzten Zeit gehört?

(Christian Düchtel, hochschulradio düsseldorf)

LABEL: www.carpetbombing.de

Anspieltipps

  • "Rock n´n Roll Dude" - Track 8
  • "Yahi" - Track 2
  • "Hackbrettfett" - Track 3
  • "Traum" - Track 10
  • "Für jeden Etwas" - Track 22

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