Silberling der Woche

Jede Woche verleihen wir ihn neu: den Silberling der Woche. Unter zig frischen Silberlingen, die jede Woche auf den Markt kommen, auserwählt nach einem bestimmten Regelwerk. Zum Silberling kann ein Album nur in der Woche der Veröffentlichung werden oder eine Woche davor oder danach. Bei der Auswahl achten wir auf die „gesunde“ Mischung. Jeder Style ist möglich. Der „Nachwuchs“ kommt ebenso zum Zuge wie die „Großen“. Im Westen ist der Silberling seit Herbst 2001 tägliches Programmelement bei den CampusRadios NRW und den PartnerRadios.

Silberling der Woche 38/2002

Albumcover

DJ Desue
Art Of War

„Die „Art Of War“ ist ein Kopf- Gedankenkrieg. Wir haben allen Beteiligten den Albumtitel genannt, ihre Gedanken zum Thema haben sich die Leute dann selber gemacht“ so der Berliner Hip Hop Produzent Haschim Elobied aka DJ Desue selbst.

Mit 14 Jahren bereits fängt er an in den verschiedensten Discotheken Berlins aufzulegen und steht für Soul Ya Pock und Fuat (später M.O.R.) hinter den Turntables.Ein paar Jahre später, ist Desue dann mittlerweile zum Hausproduzenten avanciert und DJ der Berliner KMC Truppe um KC Da Rookee und die Harleckinz.Um 97 herum dann der Anruf von Big Ju (bereits 95 standen die beiden das erste mal in Kontakt) und Dj Desue fliegt nach L.A.. Von Desues mitgebrachtem Beatmaterial verarbeiten die beiden die besten Tracks zur „Operation Left Coast“. Der musikalische Werdegang vom ruhigen DJ Desue verläuft also bis dato in geordneten Bahnen. Was auch eigentlich so geblieben ist, bis auf den Beef 2000 mit DJ Tomekk und der dazu entstandene Track „ Fuk Toemack“

Jetzt aber 2002 endlich sein 2.Produzentenalbum „Art Of War“Die Platte lebt vor allen Dingen von Desues sauber produzierten Eastcoast-Beats und den Deutsch- amerikanischen Kollabos wie Samy Deluxe und Buckshot, Afrob und Nature, KC Da Rookee, Sadat X und Diamond D sowie Curse und Sauce Money.

Den Start auf „Art Of War“ macht Big Ju ,der die Karriere von Desue damals ins Rollen gebracht hat, im Intro. Weiter geht’s dann mit dem Titeltrack „Art Of War“ feat. Afrob und Nature.Für mich sehr überraschend der Track „ Lay Down & Die“, ein Track von Square1. Überraschend, da sich die Squares aufgelöst haben und man nicht damit gerechnet hat noch was von ihnen zu hören. Auf „Lay Down & Die“ geht es wie gewohnt chillig und nachdenklich zur Sache und verstärkt werden die Squares durch O.C.. Ähnlich entspannt geht es in „Warzone“ zur Sache: Ruck a.k.a. Sean Price sowie D-Flame verwandeln eure Bude in ein Schlachtfeld und v.a. letztere spielt wie gewohnt mit seiner Stimme! (Dazu nur: Geschmackssache!) „Me And My Homies“ vom Engländer Legend a.k.a. Kamikaze und dem US-Wescoastler Kurupt kommt ohne deutschen MC aus. Leider kann man hier noch keine Schlüsse auf seinen aktuellen Sound ziehen, da die Aufnahmen Kurupts vor seinem Weggang von DPG hin zu Death Row entstanden sind.

Die Beats auf „Art Of War“ sind eher gechillt und so dürfen auch Curse & Sauce Money beweisen, dass mit ihnen zu rechnen ist, wenn es um Battleshit geht. „Unfukwitable“ überzeugt neben dem Curse´schen Style v.a. durch Sauce Moneys Flow, der selbst Curse etwas alt aussehen läßt.

Neben den chilligen Tracks gibt es natürlich auch welche, die etwas mehr nach vorne gehen. So ist z.B. „Ooh Yes“ aufgrund der illen Spezializtz- Styles ein guter (wenn auch langsamer) Kopfnicker und auch Samy Deluxe und Buckshot durfen etwas mehr nach vorne gehen als der Rest. Und so ist „U Know How We Do“ definitiv einer der Höhepunkte auf einem Release,der reich ist an Höhepunkte.Fazit: Wie niemand zuvor vereint DJ Desue auf „The Art Of War“ deutsche und internationale Rapper um eines zu zeigen: Der Krieg wütet weltweit

Text: Saskia Pels, Hertz 87.9, Bielefeld

Anspieltipps

  • Mo: Art Of War (#2)
  • Di: U Know How We Do (#15)
  • Mi: Me And My Homies (#7)
  • Do: Summertime Heat (#9)
  • Fr: Unfuckwitable (#11)

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