Silberling der Woche

Jede Woche verleihen wir ihn neu: den Silberling der Woche. Unter zig frischen Silberlingen, die jede Woche auf den Markt kommen, auserwählt nach einem bestimmten Regelwerk. Zum Silberling kann ein Album nur in der Woche der Veröffentlichung werden oder eine Woche davor oder danach. Bei der Auswahl achten wir auf die „gesunde“ Mischung. Jeder Style ist möglich. Der „Nachwuchs“ kommt ebenso zum Zuge wie die „Großen“. Im Westen ist der Silberling seit Herbst 2001 tägliches Programmelement bei den CampusRadios NRW und den PartnerRadios.

Silberling der Woche 13/2013

Albumcover

Daughter
If You Leave

"Wir sind die wilde Jugend, die Visionen unserer Zukunft jagend. Eines Tages werden wir die Wahrheit offenbaren. Man stirbt, bevor man sie erreicht." (Youth) Das Londoner Trio Daughter schreibt Musik für aufgewühlte Seelen und gebrochene Herzen. Auf ihrem ersten Album beschreiten Elena Tonra, Igor Haefeli and Remi Aguilella weiter die Wege ihrer EPs. Die dunklen Indie Folk-Landschaften, durch die sich die Wege schlängeln, schaffen sie dabei selbst. Und Daughter wissen genau, wie sie den Hörer behutsam mitnehmen in diese andere Welt aus Einsamkeit und Entfremdung.

Zum Auftakt findet dieser sich kurz in einem Gewirr aus Soundschnippseln wieder, deren Echos vorwärts und rückwärts durch den Raum hallen. Erst nach einigen Sekunden lichtet sich das Gestrüpp und ein fragiles Gitarrenmotiv bahnt sich seinen Weg aus dem Chaos, bis schließlich Elena Tonra ihn mit ihrer dunklen, warmen Stimme an die Hand nimmt und durch den Kaninchenbau auf die andere Seite führt.

Doch statt sich in einer von bizarren Bewohnern bevölkerten Welt wiederzufinden, steht er alleine in einer kargen Landschaft in ziemlicher Dunkelheit, aus der weit entfernt Tonras Stimme und die Gitarre erklingen. Aber langsam bauen sich die Songs auf, schichten sich nach und nach Piano und Bass übereinander, während das Schlagzeug verhalten zittert. Und plötzlich steht man im Auge eines Klangsturms, dessen Wände sich immer schneller drehen und an einem vorbeifliegen, bis sie plötzlich in sich kollabieren und den Hörer wieder in der stillen Einsamkeit absetzen. Innerhalb der Songs passiert so viel, steckt so viel Dynamik, dass die Zeit gestaucht wird. Vier Minuten lange Songs wirken wie kurzweilige Acht-Minüter, Dalis schmelzende Uhren in Ton.

Daughter haben immer ein Auge auf den Pop-Appeal, alles ist sauber produziert und nichts wird dem Zufall überlassen. Jedes kleine Echo ist mit Bedacht gesetzt. Die Vielschichtigkeit schmälert die Zugänglichkeit in keinster Weise, alles greift perfekt ineinander. So kann jeder unkompliziert in Daughters Taucherglocken steigen, und sehen, wo er rauskommt. (Benedikt Manegold, CT das radio)

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Anspieltipps

Winter, #1
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Smother, #2
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Human, #7
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Youth, #3
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Amsterdam, #9
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Archiv aller Silberlinge

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