Silberling der Woche

Jede Woche verleihen wir ihn neu: den Silberling der Woche. Unter zig frischen Silberlingen, die jede Woche auf den Markt kommen, auserwählt nach einem bestimmten Regelwerk. Zum Silberling kann ein Album nur in der Woche der Veröffentlichung werden oder eine Woche davor oder danach. Bei der Auswahl achten wir auf die „gesunde“ Mischung. Jeder Style ist möglich. Der „Nachwuchs“ kommt ebenso zum Zuge wie die „Großen“. Im Westen ist der Silberling seit Herbst 2001 tägliches Programmelement bei den CampusRadios NRW und den PartnerRadios.

Silberling der Woche 51/2001

Albumcover

Cypress Hill
Stoned Raiders

Mit „Stoned Raiders“ zeigen uns B-Real, Sen Dog und Dj Muggs, dass sich Hip-Hop und Rock sehr gut kombinieren lassen! Mit „Stoned Raiders“ ist es den gebürtigen Mexikanern gelungen, nach ihrem reichlich überflüssigen Live-Album „Live At The Fillmore“, etwas von ihrer beschädigten Reputation wiederherzustellen! Cypress Hill ist also wieder zurück. Auf dem Cover des neunten Albums „Stoned Raiders“ prangt provokativ ein Totenkopf, darauf eine glühende Kaiserkrone mit blutrotem Samthäubchen. Cypress Hill Symbolik, wie wir sie kennen.

Es gibt hier einige richtig gute Tracks. „Memories“ zum Beispiel rollt mit dickem Beat und einem leicht schwermütigen Unterton durchs Gelände. B-Real und Sen Dog erinnern sich dabei an Dinge, die sie in ihrer Jugend erlebt haben. Ghetto-Mentalität pur. Ganz witzig ist auch das von Muggs produzierte „Red, Meth & B“ mit dem Weeded-Dreamteam von der Ostküste, Method Man und Redman. Ein Allstar-Track, „most blunted“ sozusagen. Der Beat geht sehr West Coast-mäßig ins Ohr, mit schwingendem Bass und Synthie-Sounds. Das Highlight der LP ist meines Erachtens der Song „Lowrider“, die andere A-Seite der ersten 12“ (mit „Trouble“ auf der anderen Seite). Das Stück bringt in mir den West Coast-Vibe der frühen Neunziger Jahre wieder hoch, und B-Real und Sen Dog laufen zu alter Hochform auf. Am Chorus ist wahrscheinlich auch Mellow Man Ace beteiligt, auf jeden Fall trägt die Hook sein unverkennbares nuscheln, und im Video taucht er auch auf.
Ein deutlich inspiriert klingender Track ist auch „Southland Killers“, bei dem MC Ren und King Tee ein paar zusätzliche Tracks beisteuern!

Allerdings muß man sagen, dass die Crossover-Geschichte schon besser und erfrischender umgesetzt wurde, als es bei Cypress Hill der Fall ist. Bei „Trouble“ zum Beispiel, der ersten Single von „Stoned Raiders“, hört sich das Zusammenspiel von Gitarre und Beats standardisiert an. Es fehlt das Überraschende, Elektrisierende. Es hört sich einfach nicht so an, als wäre die Band und die jeweiligen Gitarristen tatsächlich auf einem musikalischen Level. Vielleicht funktioniert das ja live besser, aber hier klingt es ein wenig künstlich und gezwungen.

Alles in allem ist „Stoned Raiders“ ein abwechslungsreiches Album, und bietet auf jeden Fall ein paar Überraschungen!

(Text: Saskia Pels, Hertz 87.9)

Homepage: www.cypresshill.com

Anspieltipps

  • Trouble
  • Memories
  • Psychodelic Vision
  • Southland Killers
  • Red,Meth & B

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