Silberling der Woche

Jede Woche verleihen wir ihn neu: den Silberling der Woche. Unter zig frischen Silberlingen, die jede Woche auf den Markt kommen, auserwählt nach einem bestimmten Regelwerk. Zum Silberling kann ein Album nur in der Woche der Veröffentlichung werden oder eine Woche davor oder danach. Bei der Auswahl achten wir auf die „gesunde“ Mischung. Jeder Style ist möglich. Der „Nachwuchs“ kommt ebenso zum Zuge wie die „Großen“. Im Westen ist der Silberling seit Herbst 2001 tägliches Programmelement bei den CampusRadios NRW und den PartnerRadios.

Silberling der Woche 07/2005

Albumcover

Bloc Party
Silent Alarm

Hut ab! Was für ein Debütalbum denke ich mir beim ersten Hören von "Silent Alarm". Hier gilt definitiv das oft benutzte, aber selten erreichte Album Diktum "Al Killers No Fillers". Das Debütalbum hat soviel Energie, soviel Vitalität und ist dabei doch so düster und unheimlich, dass man vor Freude Schwierigkeiten hat, Still sitzen zubleiben. Erinnerungen werden wach an The Cure, an Hot Hot Heat oder an die im letzen Jahr so erfolgreichen Franz Ferdinand. Diese Liste könnte man endlos weiterführen ohne der Band damit was Böses zu wollen, schließlich steht die zu ihren Einflüssen und versteht es nur zu genau, selbige so zu verschleiern und neu zu verweben, dass so viele ungewöhnlich gute Songs für ein Debütalbum zustande kommen, die dann auch noch so sehr eigenständig sind.

Aber blicken wir erst mal zurück. Nach der Veröffentlichung der "Banquet" EP wurde die Band schon mit Lob seitens der britischen Presse überhäuft. Eine neue Entdeckung war geboren. Es folgten zwei Top 40 Chartplatzierungen und eine ausverkaufte Headliner Tour. Auch in Deutschland wurde die Band auf ihrer Support-Tour im vergangenen Herbst für Interpol gefeiert. Nahezu niemand war nicht begeistert von Bloc Party. Ein ziemlich erfolgreiches Jahr 2004 war es demnach für die Band. Doch ohne jegliche Übertreibung wird das Jahr 2005 mit der Veröffentlichung des langersehnten Longplayers "Silent Alarm" ihr Jahr werden.

Denn das was hier Kele (voc), Russel (git), Gordon (bas) und Matt (dr) hier an Songwriting an den Tag legen ist aller Ehren wert. Die ungewöhnliche vorpreschende und prägnante Rhythmusfraktion um Gordon und Matt sticht dabei als erstes in die "Augen" - besser Ohren. Vor allem bei "Positive Tension", "Luno" und "She´s Hearing Voices" ist die Prägnanz der Beiden besonders auffällig. Durch die vertrackte Rhythmik verleihen sie den Songs damit eine ganz eigene Note. Doch auch einfache Rhythmen -wenn man davon auf diesem Album wirklich sprechen kann- wie in "Banquet" oder "Pioneers" verleihen den Songs ein ganz eigenständiges Gewand. Aber auch in den ruhigeren Momenten der Platte ("Blue Light" oder "Compliments") verstehen sie es, genau dann ihre Präsenz zu verringern, um Melodie und Gesang atmen zu lassen. Daneben leben die Songs vom teilweise stakkatoartigem, teilweise trockenem, teilweise sehr melodiösem Gitarrenspiel von Russel. Doch über allem trohnt die Stimme von Sänger Kele, welche sehr stark an sein Vorbild Robert Smith erinnert. Allerdings stört diese Anlehnung an den The Cure Sänger in keinster Weise, da Kele, wie die ganze Band, es scheinbar spielerisch versteht, eine Gratwanderung zwischen eigener Ausdrucksweise und ihren Einflüssen hinzulegen. So rundet Keles Stimme die Songs ab und sorgt für diesen stimmigen Gesamteindruck des Debütalbums.
Letztendlich hört man diese Platte und hat das Gefühl, dass jeder, aber auch wirklich jeder Ton an der richtigen Stelle ist. Kein Songs scheint überflüssig zu sein und ständig kann man neue Elemente heraushören. Zu Beginn orientiert man sich an den Singles "Helicopter", "Banquet" oder "So Here We Are". Dann aber löst man sich allmählich davon und merkt schnell, was diese Platte zu leisten vermag. Ein potenzieller Hit folgt dem nächsten. Koppelten Franz Ferdinand im letzen Jahr vier Singles von ihrem Debütalbum aus, dürfen wir uns hier sicherlich auf mindestens fünf Singles freuen - schließlich ist sich die Band nicht zu schade, jeder Single neue, unveröffentlichte Tracks mitzugeben. Produziert wurde das Album "Silent Alarm" im übrigen von Paul Epworth, der sich einen Namen als Live-Mischer von The Rapture oder den Liars gemacht hat. Wäre da auch nicht der britische Akzent von Kele, würde man vermuten Bloc Party kämen wie eben jene Bands auch aus New York, um sogleich die Sperrspitze der Post-Punk-New-Wave Bands zu bilden. Ich bin überwältigt und habe fertig! Meine Herren Bloc Party, bitte übernehmen sie! (Guido Bülow, hochschulradio düsseldorf)

Artist: www.blocparty.com, Label: www.v2music.de

Anspieltipps

  • Track 2, Helicopter
  • Track 3, Positive Tension
  • Track 9, Price of Gas
  • Track 11, Luno
  • Track 7, Pioneers

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