Silberling der Woche

Jede Woche verleihen wir ihn neu: den Silberling der Woche. Unter zig frischen Silberlingen, die jede Woche auf den Markt kommen, auserwählt nach einem bestimmten Regelwerk. Zum Silberling kann ein Album nur in der Woche der Veröffentlichung werden oder eine Woche davor oder danach. Bei der Auswahl achten wir auf die „gesunde“ Mischung. Jeder Style ist möglich. Der „Nachwuchs“ kommt ebenso zum Zuge wie die „Großen“. Im Westen ist der Silberling seit Herbst 2001 tägliches Programmelement bei den CampusRadios NRW und den PartnerRadios.

Silberling der Woche 03/2006

Albumcover

Blackmail
Aerial View

Willkommen im Blackmail-Jahr!

Blackmail sind zurück: in Koblenz, ihrer beschaulichen Heimatstadt, die sie verlassen hatten, um ihr neues Album in Spanien aufzunehmen. Das hat ihnen gut getan.

Die Workoholics von Blackmail sind zurück von den Ausflügen in ihre Nebenprojekte Scumbucket und Ken, um die sie sich im letzten Jahr gekümmert haben.

Und sie sind zurück in unseren CD-Playern, wo „Aerial View“ bestimmt noch eine Weile rotieren wird, denn es ist ein zwar typisches, aber sehr frisches Blackmail-Album geworden: Mit wunderbar knarzigem Gitarrensound und hymnischen Gesangsmelodien. Blackmail mit Bläsern! Das hat es in zehn Jahren Blackmail-Historie nur selten gegeben. Den Song „Couldn’t Care Less” lässt die Band in der Mitte zusammen brechen, um ihn danach mit Posaunen wieder auferstehen zu lassen. Coole Klänge, die sie unter anderem mit dem gerne genommenen Moog (der analoge Vorläufer des heutigen Synthesizers) gebastelt haben, lassen den Rock immer eingängig und variabel erscheinen. Mit getragenen Riffs und schrägen Rythmen, die einem nicht direkt auffallen und die somit tanzbar bleiben. Mit einer Berg- und Talfahrt zwischen düsteren Songs und fröhlichen Bläsereinsätzen. Und mit Songtiteln, die die englische Sprache so eigentlich nicht hergibt: „Moonpigs“, eine schnelle, eingängige Nummer, die einen gar nicht merken lässt, dass sie fast durchweg im 8/4-Takt gehalten ist. Ob Galizien im Winter wie eine trockene Mondlandschaft daher kommt und Blackmail sich darin wie Mondschweine vorgekommen sind oder ob Mondschweine die Steigerung von elektrischen Schafen sind – wir wissen es nicht. Für sowas muss man wohl nach Spanien fahren.

Deutschlands Vorzeige-Indieband ist auch zurück bei einem Indie-Label. Kamen Vorgänger-Album „Friend or Foe“ und -EP „Foe“ noch auf dem Major "Warner" heraus, erscheint ihr fünftes Album beim Berliner Label City Slang. Welcome back im Indie-Zirkus - größer denn je!

Und Blackmail sind zurück auf der Straße und in den Clubs. Sollte man nicht verpassen – ob sie Bläser und Moogs mitbringen, um die Songs adäquat umzusetzen oder nicht, wissen nur sie selbst. Wir wissen: kann man kaum und sollte man auch nicht verpassen.

Willkommen also im Blackmail-Jahr! (Christian Böhm, hochschulradio düsseldorf)

Künstler: http://www.blackmail-music.com | Label: http://www.cityslang.com

Anspieltipps

  • Never Forever, Nr. 8
  • Moonpigs, Nr. 2
  • Meddlesome, Nr. 5
  • Couldn´t Care Less, Nr. 4
  • Away With The Fairies, Nr. 6

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