Silberling der Woche

Jede Woche verleihen wir ihn neu: den Silberling der Woche. Unter zig frischen Silberlingen, die jede Woche auf den Markt kommen, auserwählt nach einem bestimmten Regelwerk. Zum Silberling kann ein Album nur in der Woche der Veröffentlichung werden oder eine Woche davor oder danach. Bei der Auswahl achten wir auf die „gesunde“ Mischung. Jeder Style ist möglich. Der „Nachwuchs“ kommt ebenso zum Zuge wie die „Großen“. Im Westen ist der Silberling seit Herbst 2001 tägliches Programmelement bei den CampusRadios NRW und den PartnerRadios.

Silberling der Woche 21/2007

Albumcover

Ben Mono
Hit The Bit

München. Die Assoziationsmaschine im Hirn fängt unweigerlich an zu rattern. Es entstehen Bildketten zu Weißwurst, Biergarten, Fußball und bayerischer Gemütlichkeit mit weißblauer Zittersoundatmosphäre...

Ben Mono (mit bürgerlichem Namen Paul Beller) kommt zwar aus München, ist aber international als DJ, Remixer, Produzent und autodidaktischer Multiinstrumentalist unterwegs. Sein Sound begeistert in Clubs weltweit. Neben Projekten der Weilheimer Szene rund um Notwist und Lali Puna vielleicht der nächste Künstler, der rund um den Globus ein Zuhause finden wird. Mit bayerischer Gemütlich- und Spießigkeit hat er es sowieso nicht.

Sein Debütalbum "Dual" von 2003 konnte mit Nüchternheit gepaart mit Funk überzeugen. Doch nun steht das zweite Album "Hit the Bit" auf dem Prüfstand und muss beweisen, dass Ben Mono immer noch mit kantigen Beats und raubeinigem HipHop punkten kann. Um ganz sicher zu gehen, hat er sich für dieses Unterfangen gleich neun Kollegen von seinen Weltreisen mitgebracht, die die einzelnen Track mit Vocals bereichern. Einige, wie MC Capitol A, Jemini oder Kerry L. Dooley, dürfen gleich bei mehreren Tracks das Mikrofon in die Hand nehmen, andere wie Killa Kela, Shane Fontane oder die Miami-Bass Queens von Yo Majesty bereichern jeweils nur eine Nummer mit ihrer Kunst. Die vielen Köche verderben hier auf keinen Fall den Brei, denn Brei wird hier sowieso nicht gekocht. Neben den Vocals weiß Ben Mono genau, in welche Soundkisten er greifen muss, damit am Ende das rauskommt, was er ganz schlicht und einfach "Bit-Hop" nennt. Laut Rezept heißt das: Wenige Beats pro Minute, dafür aber eine Verdichtung im Sound. Die weiteren Zutaten, die wohldosiert auf dem Soundtablett nappiert werden, sind Seventies-Funk, Eighties-Synthies sowie HipHop und Techno aus den 90ern.

Trotz Verdichtung des Sounds und schwerer Zutaten in Form von beispielsweise rumorenden Bässen und gradlinigem HipHop schafft Ben Mono das Ganze für den Zuhörer zu etwas Erfrischenden komponiert, was dann durchaus den Dancefloor schwer zum vibrieren bringen kann. Mit seinem Bit-Hop schafft er eine musikalische Mahlzeit zu servieren, die sich nicht nur auf eine kleine eingeschworene Gemeinde beschränkt, sondern kreiert Soundhappen für ein breitgefächertes Clubpublikum, ohne dabei in die Massenabfertigung einer Kantine abzurutschen. Dafür sind seine Tracks zu eigenständig, zu unmelodiös und kantig. So eine Kost kann man freilich nicht jeden Tag und an jedem Ort genießen - im Münchner Biergarten wünscht man sich dann doch eine andere Atmosphäre. Wenn man sie jedoch zum richtigen Zeitpunkt und am richtigen Ort zelebriert, wird sie trotz der bissigen Schläge in den Magen, stets leicht verdaulich bleiben. (Florian Hesse, Triquency)

VÖ: 11.05.2007

Künstler: http://www.ben-mono.de | Label: http://www.compost-records.de

Anspieltipps

  • Beatbox, 02
  • Don´t Stop, 11
  • Hit the Bit, 03
  • Pull ´Em Down, 07
  • Listen, 06

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