Silberling der Woche

Jede Woche verleihen wir ihn neu: den Silberling der Woche. Unter zig frischen Silberlingen, die jede Woche auf den Markt kommen, auserwählt nach einem bestimmten Regelwerk. Zum Silberling kann ein Album nur in der Woche der Veröffentlichung werden oder eine Woche davor oder danach. Bei der Auswahl achten wir auf die „gesunde“ Mischung. Jeder Style ist möglich. Der „Nachwuchs“ kommt ebenso zum Zuge wie die „Großen“. Im Westen ist der Silberling seit Herbst 2001 tägliches Programmelement bei den CampusRadios NRW und den PartnerRadios.

Silberling der Woche 26/2004

Albumcover

Beastie Boys
To The 5 Boroughs

„Der Ort ist New York, die Zeit ist die Gegenwart, und weder das eine noch das andere wird sich jemals ändern.“
Das Bewusstsein (s)einer Stadt das Paul Auster in seiner New York Trilogie 1986 noch felsenfest und selbstsicher formulierte, erlitt am 11. September 2001 mit dem Einsturz des World Trade Centers einen gehörigen Dämpfer. New York wäre aber nicht New York, wenn seine Bewohner nicht sofort ein kollektives Starksein und Neuschaffen der Stadt auf den Plan riefen und somit jeglicher Verdrossenheit und Selbstaufgabe trotzig die Stirn boten, getreu dem New Yorker ureigensten Motto: In The City We Trust.
In der Gegenwart 2004 kommt dieser Trotz wieder zum tragen und das World Trade Center ist wieder zu sehen. Es ziert, zusammen mit der gesamten Skyline von Manhattan, wie selbstverständlich, das Cover des neuesten Albums der Beastie Boys „To The 5 Boroughs“. Brooklyn, Bronx, Staten Island, Manhattan und Queens.
Hier versammeln sich Menschen aller couleur; ein immer spannender Melting Pot aller Lebensstile, -formen und -arten macht New York zu der Weltstadt.
In der Mitte der 60er werden in diesem Spannungsfeld drei Jungs geboren: Adam Horovitz (alias King Adrock), Adam Nathanial Yauch (alias MCA, Sir Stewart Wallace und Nathanial Hornblower) und Michael Louis Diamond (alias Mike D und Contry Mike).
1987 veröffentlichten die drei ihr Debut „Licence To Ill“, forderten ihr Recht auf Party und schickten zu ersten Mal ein Rap Album auf Platz eins der Billboard Charts. Zu dieser Zeit hatten sich in den Ghettos der Stadt mehrere Freizeitbeschäftigungen der Kids entwickelt. Auf den sogenannten Block Parties wurden mobile Plattenspielereinheiten aufgefahren, Kool Herc, Grandmaster Flash und Grandwizard Theodore entwickelten das Scratchen. Texte in Reimform schallten da durch die Boxen und einige Jungs begannen auf schnelle, steril und kalt klingende Beats zu zucken und sich rythmisch zu bewegen. Old School, nannte man das irgendwann später.
Was danach kam, ist bekannt. HipHop eroberte die Welt und die Beastie (steht übrigens für „Boys Entering Anarchistic States Towards Internal Excellence“) Boys setzten mit ihrer unkonventionellen Mischung aus Punk, Rap und Instrumentalstücken neue Standarts („So Watcha What“, „Sabotage“).
Und die Gegenwart 2004? Sechs Jahre haben die Fans der Beasties auf ein neues, reguläres Album warten müssen. Und tatsächlich will sich „To The 5 Boroughs“ als eine Hommage an das New York der 80er Jahre verstanden wissen. Zurück zur Beatbox, zurück zu Electro-Sounds.
Zurück zu Chrom und Neon Optik, zurück zu einem Beat, einem Sample – zurück zu den Anfängen des Rap, als die Welt noch in Ordnung war. Fast könnte man meinen, die drei Mittvierziger wollten den Schicksalsschlag, den ihre Stadt ereilte, verdrängen und sich in der allgemein vorherrschenden Retro-Welle einnisten und sich wohlig zuhause fühlen. Weit gefehlt. Auf „To The 5 Boroughs“ formuliert das „Triple Trouble“ seine Kritik am System ihres Landes schärfer und beißender wie kaum jemand vor ihnen. In „Time To Build“ rappt MCA: „We´ve Got A President We Didn´t Elect / The kyoto Treaty He Decided To Neglect / And Still The U.S. Just Wants To Flex”.
Gemeinsam fordern sie in “That´s It That´s All”: “´Cause George W´s Got Nothing On Me / We´ve Got To Take The Power From He.”
Und natürlich, die Beastie Boys wären nicht die Beastie Boys, käme auf ihrem Albun die Humor zu kurz. „What, The Helen Of Troy, Is That“ heißt es da, oder sogar „What The Schnitzel“.
Die Beastie Boys verneigen sich vor ihren Anfängen und den Inspirationsquellen jener Zeit und verpassen es nicht HipHop ins 21. Jahrhundert zu geleiten.
The Boys are back in Town!

/„Der Ort ist New York, die Zeit ist die Gegenwart, und weder das eine noch das andere wird sich jemals ändern.“
Das Bewusstsein (s)einer Stadt das Paul Auster in seiner New York Trilogie 1986 noch felsenfest und selbstsicher formulierte, erlitt am 11. September 2001 mit dem Einsturz des World Trade Centers einen gehörigen Dämpfer. New York wäre aber nicht New York, wenn seine Bewohner nicht sofort ein kollektives Starksein und Neuschaffen der Stadt auf den Plan riefen und somit jeglicher Verdrossenheit und Selbstaufgabe trotzig die Stirn boten, getreu dem New Yorker ureigensten Motto: In The City We Trust.
In der Gegenwart 2004 kommt dieser Trotz wieder zum tragen und das World Trade Center ist wieder zu sehen. Es ziert, zusammen mit der gesamten Skyline von Manhattan, wie selbstverständlich, das Cover des neuesten Albums der Beastie Boys „To The 5 Boroughs“. Brooklyn, Bronx, Staten Island, Manhattan und Queens.
Hier versammeln sich Menschen aller couleur; ein immer spannender Melting Pot aller Lebensstile, -formen und -arten macht New York zu der Weltstadt.
In der Mitte der 60er werden in diesem Spannungsfeld drei Jungs geboren: Adam Horovitz (alias King Adrock), Adam Nathanial Yauch (alias MCA, Sir Stewart Wallace und Nathanial Hornblower) und Michael Louis Diamond (alias Mike D und Contry Mike).

1987 veröffentlichten die drei ihr Debut „Licence To Ill“, forderten ihr Recht auf Party und schickten zu ersten Mal ein Rap Album auf Platz eins der Billboard Charts. Zu dieser Zeit hatten sich in den Ghettos der Stadt mehrere Freizeitbeschäftigungen der Kids entwickelt. Auf den sogenannten Block Parties wurden mobile Plattenspielereinheiten aufgefahren, Kool Herc, Grandmaster Flash und Grandwizard Theodore entwickelten das Scratchen. Texte in Reimform schallten da durch die Boxen und einige Jungs begannen auf schnelle, steril und kalt klingende Beats zu zucken und sich rythmisch zu bewegen. Old School, nannte man das irgendwann später.
Was danach kam, ist bekannt. HipHop eroberte die Welt und die Beastie (steht übrigens für „Boys Entering Anarchistic States Towards Internal Excellence“) Boys setzten mit ihrer unkonventionellen Mischung aus Punk, Rap und Instrumentalstücken neue Standarts („So Watcha What“, „Sabotage“).
Und die Gegenwart 2004? Sechs Jahre haben die Fans der Beasties auf ein neues, reguläres Album warten müssen. Und tatsächlich will sich „To The 5 Boroughs“ als eine Hommage an das New York der 80er Jahre verstanden wissen. Zurück zur Beatbox, zurück zu Electro-Sounds.
Zurück zu Chrom und Neon Optik, zurück zu einem Beat, einem Sample – zurück zu den Anfängen des Rap, als die Welt noch in Ordnung war. Fast könnte man meinen, die drei Mittvierziger wollten den Schicksalsschlag, den ihre Stadt ereilte, verdrängen und sich in der allgemein vorherrschenden Retro-Welle einnisten und sich wohlig zuhause fühlen. Weit gefehlt. Auf „To The 5 Boroughs“ formuliert das „Triple Trouble“ seine Kritik am System ihres Landes schärfer und beißender wie kaum jemand vor ihnen. In „Time To Build“ rappt MCA: „We´ve Got A President We Didn´t Elect / The kyoto Treaty He Decided To Neglect / And Still The U.S. Just Wants To Flex”.
Gemeinsam fordern sie in “That´s It That´s All”: “´Cause George W´s Got Nothing On Me / We´ve Got To Take The Power From He.”
Und natürlich, die Beastie Boys wären nicht die Beastie Boys, käme auf ihrem Albun die Humor zu kurz. „What, The Helen Of Troy, Is That“ heißt es da, oder sogar „What The Schnitzel“.

Die Beastie Boys verneigen sich vor ihren Anfängen und den Inspirationsquellen jener Zeit und verpassen es nicht HipHop ins 21. Jahrhundert zu geleiten.
The Boys are back in Town!
(Christian Düchtel - hochschulradio Düsseldorf)

Artist: www.beastieboys.com
Labels: www.capitolmusic.de

Anspieltipps

  • "Ch-Check It Out" Nummer 1
  • "An Open Letter To NYC" Nummer 12
  • "It Takes Time To Build" Nummer 4
  • "Right Right Now Now" Nummer 2
  • "We Got The" Nummer 15

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