Silberling der Woche

Jede Woche verleihen wir ihn neu: den Silberling der Woche. Unter zig frischen Silberlingen, die jede Woche auf den Markt kommen, auserwählt nach einem bestimmten Regelwerk. Zum Silberling kann ein Album nur in der Woche der Veröffentlichung werden oder eine Woche davor oder danach. Bei der Auswahl achten wir auf die „gesunde“ Mischung. Jeder Style ist möglich. Der „Nachwuchs“ kommt ebenso zum Zuge wie die „Großen“. Im Westen ist der Silberling seit Herbst 2001 tägliches Programmelement bei den CampusRadios NRW und den PartnerRadios.

Silberling der Woche 17/2005

Albumcover

Astra Kid
Stereo

Hurra! Es gibt eine neue Jugendkultur! Die Forschung beschäftigt sich damit und die Werbung hat es längst als Strategie aufgenommen: Die Neocons sind auf dem Vormarsch. Es ist jetzt wieder trendy auf konservative Werte zu setzen. Sinn und Ziel des jungen Lebens ist die finanzielle Absicherung im Alter. "Wenn ich groß bin will ich auch mal Spießer werden.“ - Großartig! - Woody Allen würde sagen: „wie einfach es doch manche Menschen haben“ (aus: Der Stadtneurotiker).

Wer sich nicht in dieser neoconistischen Einstellung wiederfindet, seinen persönlichen Alltag durch ganz andere, Neocons würden vielleicht sagen profane oder triviale, Dinge und Werte dominiert sieht und intelligenten deutschen Indierock mit eingängigen Melodien und Texten mag, der wird sich bei Astra Kid zuhause fühlen. Denn hier geht es weiterhin um Zielsuche sowie um Liebe, die Situationen, Gefühle und Probleme die diese mit sich bringt und um die Tatsache, das das Leben eben nicht so simpel planbar ist, wie es Neocons vielleicht gerne hätten (z.B. „Außer Kontrolle“, „Liga ohne Endspiel“).

Für alle, die noch unsicher darüber sind, was ihnen im Leben wichtig ist dient auch gleich der grandiose Opener „Komm an“ als Aufforderung, diese Entscheidung so schnell wie möglich zu treffen und, wenn nötig aus seiner bisherigen Situation auszubrechen („Yeah, Yeah, Yens“, "Monokultur"). Zwischen durchgemachten Nächten ("Immer heute"), Kritik an Fachidioten ("Monokultur") und einer Reminissenz an Colt Seavers ("Fängst du mich auf") geht es natürlich auch immer wieder um die Liebe: um die Liebe zu den Tönen ("Klingen bringen"), die der schmerzlich vermißte Musikjournalist Rocco Klein der Band schon beim letzten Album zuschrieb ebenso, wie um die zwischenmenschliche (z.B. "Morgen sagen wir", "Neulich").

„Stereo“ ist deutschsprachiger Indie-Gitarrensound, der aufwühlt, ein glücklich zufriedenes Lächeln ins Gesicht zaubert und sogar den Partyaspekt der Tanzbarkeit erfüllt. Endlich findet mal wieder jemand neue Worte und Bilder dafür, was man in sich trägt. Dies ist Musik für alle Menschen mit Herz, die sich in der Adoleszenz oder angeblichen Postadoleszenz befinden und die der Überzeugung sind, das sich das Gefühl des Erwachsenwerdens nicht automatisch mit dem Abschluss eines Bausparvertrags einstellt. Ein Album das einen gut durch den Sommer bringen wird. (Markus Lechner, Radio Q)

Künstler: www.astrakid.de; Label: www.v2music.de

Anspieltipps

  • Unsinkbar, Track 04
  • Komm an, Track 01
  • Fängst du mich auf, Track 08
  • Monokultur, Track 05
  • Morgen sagen wir, Track 12

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