Silberling der Woche

Jede Woche verleihen wir ihn neu: den Silberling der Woche. Unter zig frischen Silberlingen, die jede Woche auf den Markt kommen, auserwählt nach einem bestimmten Regelwerk. Zum Silberling kann ein Album nur in der Woche der Veröffentlichung werden oder eine Woche davor oder danach. Bei der Auswahl achten wir auf die „gesunde“ Mischung. Jeder Style ist möglich. Der „Nachwuchs“ kommt ebenso zum Zuge wie die „Großen“. Im Westen ist der Silberling seit Herbst 2001 tägliches Programmelement bei den CampusRadios NRW und den PartnerRadios.

Silberling der Woche 46/2002

Albumcover

The Ark
In Lust We Trust

as für ein Spektakel. Die Rocky Horror Picture Show aus Schweden geht in die zweite Runde, nachdem man mit dem Debütalbum "We Are The Ark" im Jahre 2000 in ganz Europa respektablen Erfolg erzielen konnte.

Live habe ich die 5 Jungs um Leari, Jepson, Ola Salo, Martin Axen und Sylvester Schlegel im letzten Jahr als Support für Reamonn im Kölner E-Werk gesehen. Selbstredend war ich nur für die Vorband anwesend, welche mich dann auch gleich vollkommen in ihren Bann riß.

Selten habe ich eine Band gesehen, die so offen mit den Elementen des Glam-Rock kokketierte ohne peinlich zu wirken. Die Rocky Horror Picture Show als perfekte Liveumsetzung auf der Bühne. Die Band besitzt den Mut sich zu Kitsch, Bombast und Klischees zu bekennen - und es funktioniert - Außenseiter werden zu zentralen Figuren.
Mittlerweile spielen The Ark schon seit 11 Jahren zusammen. Damals waren sie noch 14 und in ihrem Ort die absoluten Außenseiter. Keiner sonst interessierte sich in dem Ort für sie. Sie waren halt anders.

Nachdem man nun 5 Jahre zusammen war, veröffentlichte man die erste Ep namens "Racing With The Rabbits". Trotzdem stand die Band zu dem zeitpunkt kurz vor dem aus. Durch den Einstieg des Gitarristen Martin Axen konnte das Unglück abgewendet werden.

Im Jahre 1999 folgte eine Tour mit Kent. Zeitgleich wurde der Song “Let Your Body Decide” als Single veröffentlicht. Zur Überraschung aller ging er in die schwedischen Top Ten. Kurz danach erschien “It Takes A Fool To Remain Sane”. Der Rest ist Geschichte.
Das neue Werk von The Ark ist Teil dieser Geschichte und besticht durch seine Vielschichtigkeit. Mehr Tragik, mehr Glam, mehr Größe.
Ein Song wie "Disease" wirkt so zerbrechlichund Zart, daß man den Sänger Ola in die Arme nehmen und mit ihm zusammen weinen möchte.

Die einen mögen behaupten, es handle sich hier um die Wiedergeburt von Freddie Mercury´s
"Queen" als "Musical-Inszenierung für die Gay-Community der 90er Jahre.
Ich denke aber, daß Leute am Werk sind, die sich nicht anpassen wollen und den Mut dazu aufbringen, das zu machen, was sie wollen.

(Text Guido Bülow, Hochschulradio Düsseldorf 97.1)

HOMEPAGE: www.thearkworld.com / LABEL: www.virgin.de

Anspieltipps

  • Calleth You Cometh I (Track 4)
  • Beauty Is The Beast (Track 1)
  • The Most Radical Thing To Do (Track 11)
  • Tired Of Being An Object? (Track 7)
  • Disease (Track 8)

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