Silberling der Woche

Jede Woche verleihen wir ihn neu: den Silberling der Woche. Unter zig frischen Silberlingen, die jede Woche auf den Markt kommen, auserwählt nach einem bestimmten Regelwerk. Zum Silberling kann ein Album nur in der Woche der Veröffentlichung werden oder eine Woche davor oder danach. Bei der Auswahl achten wir auf die „gesunde“ Mischung. Jeder Style ist möglich. Der „Nachwuchs“ kommt ebenso zum Zuge wie die „Großen“. Im Westen ist der Silberling seit Herbst 2001 tägliches Programmelement bei den CampusRadios NRW und den PartnerRadios.

Silberling der Woche 20/2017

Current Swell - When To Talk And When To Listen

Current Swell
When To Talk And When To Listen

Current Swell müssen viel Zeit in Dublin verbracht haben, genauer im Viertel Temple Bar. Auf dem neuen Album der Indierocker klingt nämlich alles nach Pubmusik, wie sie dort aus den unzähligen Kneipen zu den Rauchern nach draußen dringt. When To Talk And When To Listen ist seicht rockige Musik, Texte betrunken vor Liebe, leicht zum Mitsingen – ein Album für die nächste Party. 

Zum Finale ihres Pubkonzerts würden Current Swell ihren Song You Got It Easy spielen. Der Refrain wird liebevoll durch instrumentelle Gitarren aufgebaut, ehe der ganze Saal mitgrölt: „Alright, okay!“. Das mittlerweile sechste Album der Kanadier When To Talk And When To Listen ist ein regelrechtes Mitsing-Album. Das liegt zum einen am häufigen mehrstimmigen Gesang in den Refrains. Zum anderen an den leichten Texten. Aus „Alright, okay“ in You Got It Easy wird ein langgezogenes „Yeeeeeaaaaah!“ in Use Me Like You Do. Im Zweifel werden die Zuhörer*innen auch direkt zum Mitsingen aufgefordert, wenn Leadsänger Scott Stanton ein motivierendes „Come On“ in den Titeltrack When To Talk And When To Listen einbaut. Deshalb fällt es so leicht, sich die vier Indierocker in einem nach Bier und Schweiß riechenden Pub vorzustellen, wie sie in einer kleinen Ecke zwischen Tresen, Kamin und Toilette für gute Laune sorgen.

Current Swell klingen auf When To Talk And When To Listen wie eine Mischung aus den Kings Of Leon und Ed Sheeran. Für den seichten Rocksound sorgen die eingängigen Gitarrenmelodien und Stantons raue Stimme – vor allem aber Jacquire King, der das Album produziert hat und zuvor für seine Arbeit eben mit jenen Kings Of Leon bereits einen Grammy gewonnen hat. Der Ed-Sheeran-Vergleich kommt durch die fröhlich, verliebten Texte. „We were crazy, staying up all night / Falling in love just to prove the point“, singen Stanton und Kollege Dave Lang gemeinsam in Staying Up All Night. Drei Tracks später klingt es ähnlich, der Song heißt allerdings Like I Fight Four You: „Would you stay up all night, if you could? / Withouth asking, no, I will be anywhere you want me to.“ 

Die Texte sind nicht immer anspruchsvoll, den Anspruch scheinen Current Swell aber auch nicht zu haben. Beim Hit You Got It Easy stand beispielsweise erst das Soundgerüst, im Anschluss steuerte die Band den Gesang bei, um sich dann nach der Aufnahme zu fragen, worum es in dem Song überhaupt geht. Auf dem sechsten Album geht es um Liebe, Feiern, Glücklichsein, aber auch Verlust, wie den von Angehörigen der vier Bandmitglieder in den Songs Marsha und When To Talk And When To Listen. Welches Thema es auch ist, Current Swell klingen immer heiter. Damit passt ihre Musik hervorragend auf eine Party oder eben in den Pub – wer will da schon traurig sein? Stattdessen wird gesellig mitgesungen, auch wenn die Band im Song Woman In White beteuert: „We did it for ourselves, we never did it for the show“.

(Julian Beyer, eldoradio*)

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Anspieltipps

  • Thief Of Joy #8
  • Staying Up All Night #6
  • Use Me Like You Do #7
  • When To Talk And When To Listen #4
  • You Got It Easy #1

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