Konzertschau

Neues auf der Bühne, We Have Band präsentieren neue Songs
25. September 2012

Dass We Have Band erst das zweite Album veröffentlicht haben, heißt nicht, dass die Band nicht bühnenerprobt ist. Seit Jahren ist das Londoner Trio unterwegs in Clubs und  bespielte bereits zahlreiche Festivals. Nun die Tour zum neuen Album "Ternion" und bei ihrem Auftritt im Duisburger Grammatikoff beweisen sie einmal mehr, dass es nicht viel Schnick Schnack, keine großen Inszenierungen braucht, damit ihre Musik ankommt. Die Klänge sind ausgefeilt und die Band kennt ihre Instrumente, weiß, wie sie aus ihnen Spielzeuge machen kann und nutzt sie, wie es ihnen gerade passt. Mal verschwinden die Stimmen gänzlich in den Tonspuren, mal heben sie sich auffallend, fast trotzig von der Musik ab. Eingängig bleiben sie dabei trotzdem und vor allem tanzbar.
Mit "Where are you people?" eröffnen sie ihren Autritt, eine im wahrsten Sinne berechtigte Frage, denn das Publikum gibt sich anfangs eher zurückhaltend. Doch die drei Londoner fackeln nicht lange, treiben die Beats nach vorne und die Leute an die Bühne. Schon beim zweiten Track steht in der kleinen Halle niemand mehr still, die Bandmitglieder mit eingeschlossen.
Darren Bancroft gibt mit seiner kräftigen, soulig anmutenden Stimme jedem Track einen neuen Schliff und gibt gleichzeitig alles, um die Tracks mit dem typischen elektronischen Flair zu untermalen. Dede W-P ist der Blickfang: In den Momenten, in denen sie musikalisch nichts beisteuert, tanzt sie beinah katzenartig über die Bühne.
Das neue Album dominiert die Setlist ("Steel in the groove", "What's mine - what's yours", ...), doch der eine oder andere ältere Track ("Divisive") schafft es trotzdem dazwischen. Die aktuelle Single "Tired of running" spielen sie erst im letzten Drittel, den Showdown gibt es schließlich mit "Oh!" vom 2010er-Album "WHB". Zur Zugabe lassen sie sich nicht lange bitten, erschöpft scheinen sie aber auch nicht zu sein und geben nochmal alles bei weiteren zwei Tracks, unter anderem "Time after time" - ein Sahnestück für Anhänger der ersten Stunde, erschienen 2009, noch vor dem ersten Album, auf der Kitsuné Maison Compilation 7. Und so verabschieden sich We Have Band, mit einem runden Gig ohne Überraschungen, aber mit ordentlich Biss und immerhin rund eineinhalb Stunden feinsten Indietronics.
(Saskia Gerhard)

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