Konzertschau

Wir Sind Helden / Madsen - Münster, Halle Münsterland
8. Dezember 2005

Wenn MTV, die Intro, TAZ und laut.de eine Tour zusammen präsentieren, dann steht etwas Großes bevor&!
An diesem Abend in der Halle Münsterland waren die Helden in der Stadt. Als Support begleiteten sie fünf männliche Wesen, von denen drei den gleichen Nachnamen tragen: Madsen, aus dem Wendland, hatten mit "Die Perfektion" und "Panik"; ihre Singlehits des Albums im Gepäck und heizten den 6.500 in der ausverkauften Halle Münsterland kräftig ein.

Aber das Münsteraner Publikum wartete auf das Quartet, das in bestechender Form von der sympathischen Frontfrau Judith Holofernes angeführt wurde. Die vier eröffneten ihr Set um Punkt 21.oo Uhr mit "Guten Tag", der ersten Single Auskopplung ihres Debütalbums "Die Reklamation". Hüpfend und energetisch folgten "Zuhälter" und "Replikanten".

Die Helden hatten ihr Set im Folgenden gespickt mit ihren zahlreichen Hits. Die Single "Von Hier An Blind", die auch in den vergangenen Wochen die Campuscharts dominiert hat, sorgte für die Symbiose der vier Helden auf der Bühne und den 6.500 davor. Großartig wirkte an diesem Abend auch Lichtshow, die Schlagzeuger Pola Roy eigens für die "Von hier an Blind"-Tour 2006 konzipiert hatte. Die "Fahrradfreundlichste Stadt" wurde an diesem Abend durch den Keyboarder Jean-Michel Tourette auch noch als "Rockbandfreundlichste Stadt" ausgezeichnet. Die Helden mussten ihr neuen Songs live nicht verstecken.

Einzigartig und lang ersehnt: "Du Erkennst Mich Nicht Wieder". Dieses Lied vom Debüt Album wurde auf der Bühne in grandioser Form dargeboten. Anschließend wurde das "Denkmal" in der Halle Münsterland gesetzt. Wenn 6.500 Menschen in einem Raum den Refrain des Helden Live Hits No.1 mitsingen und frenetisch feiern, kommt Gänsehautstimmung auf. "Halt still!" - Judith Holofernes stimmte "Echolot" an. Die Münsteraner lauschten der Stimme der Wahlberlinerin, die auch die Gitarre inzwischen routiniert beherrscht. Doch schon im Anschluss legten die vier Helden, mit Ausnahme von Mark Tavassol, ihre abgestammten Musikinstrumente ab und nahmen sich Blockflöten zur Hand. Das charmante Bild auf der Bühne war das Intro für den folgenden Song "Außer Dir".

"Ist das so?" fragten anschließend die Helden das vorwiegend studentische Publikum in der Halle Münsterland. Es wurde wieder rockiger, tanzbarer. Das kabarettartige Stück "Gekommen Um Zu Bleiben" wurde durch die "Trötköppe" swingend komplettiert - das in dieser Form charmant von Jean-Michel Tourrette angekündigte Blechbläsertrio. "Aurélie", das nur so auf Judith zugeschnitten ist, und "Nur Ein Wort" - wunderbar "choreographisch" vom Münsteraner Publikum in Szene gesetzt - bildeten das vorläufige Ende der Show.

Aber, die Helden haben noch so viele "Münster kompatible" Hits im Gepäck, dass sie das Stück "Monster" einfach in "Münster" umschrieben und weiter machten. "Rüssel An Schwanz" und "Müssen Nur Wollen" wurden dabei erneut witzig von den "Trötköppen" an Trompete, Saxophon und Posaune begleitet. Die vier Helden gehen von der Bühne, aber das Publikum mochte immer noch mehr Heldentaten hören!

"Die Zeit Heilt Alle Wunder" und "Bist Du Nicht Müde" versöhnten das Publikum abschließend an diesem Dezemberabend in der Halle Münsterland nach einem großartigen Abend und Ende: Einzeln verabschiedet sich jeder der Helden. Jean-Michel Tourrette lässt seine Keyboards stehen, Marc Tavassol hängt seinen Bass ab, Judith Holofernes verlässt das Mikrophon und Pola Roy schlägt noch ein einziges Mal auf seine Becken. Münster ist müde und glücklich. (Jens Füchtenhans, eldoradio*)

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