Konzertschau

Sons & Daughters - Köln, Underground
19. November 2004

Sie sind die neue Lieblingsband Großbritanniens. Liegt vielleicht auch daran, dass Alex Kapranos (Wer es nicht weiß: der Sänger von Franz Ferdinand) diese Band als eine seiner neuen Lieblingsbands bezeichnete. Das große neue Ding also....schon klar! Erst mal hören, was sie live so drauf
haben. Songs gehört, über die Band informiert und für das Konzert akkreditiert. Zwei Jungs, zwei Mädels und eine krude Mischungs aus Country, Blues, ein bißchen 80er und Rock. Tanzbar auf jeden Fall, aber ganz bestimmt nicht die Neuerfindung der Rockmusik.

Als wir am Underground ankamen, lief noch der Soundcheck, also erst mal ein Bier an der Bar. Wieder laufen einem die üblichen Verdächtigen & Kollegen über den Weg, schließlich sind wir hier
in Köln. Dann geht es endlich los und vier gebügelte und gestylte junge Menschen, so um die 20, betreten die Bühne, um die ca. 80 Anwesenden von ihren Live-Qualitäten zu überzeugen. Gitarrist und Zweitsänger Scott Paterson könnte sofort eins der Bandmitglieder von Franz Ferdinand ersetzen, denn seine Hemdsärmel sind fein säuberlich hochgekrempelt und er stampft den Rhythmus so frenetisch mit, dass seine sorgfältig gescheitelte Frisur ins Rutschen kommt.

Die Bassistin Ailidh Lennon scheint so cool zu sein, dass
sie nicht einmal atmen muss. Starr, fast autistisch starrt sie das ganze Konzert über in eine Richtung und bewegt sich nur für einen Instrumentenwechsel. Wir überlegen, ob man vor ihr Angst haben sollte oder nicht. Verdammt cool, aber in keiner Weise arrogant kommt die Band aus Schottland rüber. Nach jedem Song fällt die Fassade der Coolness, wenn man sich zeitverzögert (so im Schnitt 30 Sekunden nach Ende des Applauses) artig und schüchtern bedankt. Dadurch wird ihnen der Coolheitsbonus aber nicht aberkannt, sondern macht sie nur noch symphatischer.

Allerdings gibt es auch noch einen Wermutstropfen – das Konzert dauert insgesamt nur 35 Minuten, danach keine Zugabe, nichts, nada, vorbei. Das ist dann doch nicht so cool. Vielleicht gibt´s zum Album mehr von Sons & Daughters? Also ich würd´s mir
wünschen, denn, dass die Songs tanzbar und abwechslungsreich sind, haben sie auch in 35 Minuten verdammt gut beweisen können!

Sandra Zapke, CT das radio

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